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    Nachwuchssportschütze Elias Kaiser aus Mauren bezeichnet die Teilnahme an den Kleinstaatenspielen in Andorra als seinen bislang grössten Erfolg.  (Eddy Risch)

Vom Jahrmarkt zu den Kleinstaatenspielen

Der 16-jährige Elias Kaiser aus Mauren hat 2013 das Luftgewehr für sich entdeckt. Der Wettkampf in Andorra weckte seinen Ehrgeiz.

Seit sechs Jahren bemüht sich Nachwuchssportschütze Elias Kaiser aus Mauren darum, möglichst keinen Schuss zu verziehen. Dass sich das Korn zum Anvisieren und die zehn Meter entfernte Zielscheibe in einer geraden Linie befinden, ist in der Theorie leicht gesagt. Doch es muss einem – insbesondere im Stehen – erst einmal gelingen, sowohl die eigene Atmung als auch das Luftgewehr ruhig zu halten. Das Ziel ist klar vorgegeben: Die Patrone soll möglichst im «Mouche» (frz. «Fliege»), dem innersten Bereich der Zielschiebe, landen. Die erforderliche Präzision ist enorm: Der Zehn-Punkte-Bereich hat lediglich einen Durchmesser von einem Millimeter.

Die Sportart hat Kaiser 2013 am Eschner Jahrmarkt für sich entdeckt, als er an der Schiessbude sein Glück versucht hat. Mit einem Grinsen erzählt der Maurer: «Es hat mir gefallen und vor allem habe ich gut getroffen.» Der Betreiber war der gleichen Meinung und empfahl ihm, sich einen Verein zu suchen. So ist er bei den Sportschützen Eschen/Mauren gelandet. Bei seinem ersten Besuch auf dem Schützenstand hatte er etwas Angst. Allerdings seien die Mitglieder freundlich gewesen und hätten ihm alles ausführlich erklärt. «Damals spielte der sportliche Aspekt noch nicht so eine grosse Rolle. Jetzt ist es schon mehr, als einfach ein bisschen auf die Scheibe zu schiessen», sagt Kaiser. Dafür spricht auch die Teilnahme an den diesjährigen Kleinstaatenspielen in Montenegro, sportlich gesehen sein bisheriges Highlight. Dahinter folgt der Landesmeistertitel 2019 in der Kategorie «Schüler».
 
«In Montenegro wäre mehr drin gelegen»
Was bei Elias Kaiser den Schalter vom Hobby hin zu sportlichen Ambitionen umgelegt hat: Die Nomination 2016 für den Nachwuchskader des Verbands Liechtensteiner Schützenvereine (VLSV). «Die Einladung hat mich überrascht», verrät der Maurer. Ausschlaggebend sei gewesen, dass der Verband gerade neuen Nachwuchs suchte: «Ich bin damals schon auf einem recht guten Weg gewesen und sie wollten mich weiter fördern.» Die anderen Schützen hätten ihn direkt als Kadermitglied respektiert. 

An den Kleinstaatenspielen  in Montenegro habe Kaiser eine neue Ansicht zum Schiesssport erhalten. Dass er sich qualifizieren konnte, empfindet er als Ehre. «Eine Woche lang ist der Sport komplett im Vordergrund gestanden. Es ist unglaublich, was für Leistungen man liefern und wie intensiv man trainieren muss», schildert er seine Erfahrungen. Der Zusammenhalt im Liechtensteiner Team sei gross gewesen. Wenn man nicht gerade im Einsatz war, habe man die anderen angefeuert oder sei miteinander zum Strand gegan-gen. Seiner Meinung nach wäre für ihn an den Kleinstaatenspielen mehr als der zehnte von elf Plätzen (584,9 Punkte nach 60 Schüssen) drin gelegen. Am Wettkampftag habe die Nervosität jedoch Überhand genommen: «Für mich ist es die bisher grösste Herausforderung als Luftgewehrschütze gewesen. Durch diese Anspannung bin ich durcheinandergekommen.» 

Olympiade 2024 als «hochgestecktes Ziel»

Nach der Rückkehr von Montenegro habe der 16-Jährige die Lust am Schiessen verloren. «Ich musste das erst einmal verarbeiten. Neue Motivation habe ich gefunden, als ich das Positive darin gesehen habe», schildert Kaiser. Durch die Lehre als Landschaftsgärtner, welche er im August angefangen hat, sei es schwieriger geworden, das Trainingspensum aufrechtzuerhalten. Vor den Kleinstaatenspielen war er drei- 
bis viermal pro Woche auf dem Schiessstand – hinzu kam ein Gleichgewichts-, Kraft- und Konditionstraining. 

Nun möchte Kaiser wieder zum hohen Rhythmus zurückkehren, weil seine Ziele nicht kleiner geworden sind. Insbesondere die nächsten Kleinstaatenspiele 2023 in Andorra peilt er an. Auch über die Olympiade 2024 in Paris wurde im Kader schon gesprochen, wobei der Maurer lieber Vorsicht walten lässt: «Ich bin mir noch nicht sicher, wie es dann mit meinen sportlichen Leistungen aussieht. Es ist schon ein Thema, aber mehr als hochge-stecktes Ziel.» Zudem deuten jüngste Änderungen im Reglement der International Shooting Sport Federation (ISSF) darauf hin, dass internationale Wettkämpfe zukünftig nur als gemischtes Doppel bestritten werden können. Das würde bedeuten, dass Kaiser weibliche Unterstützung benötigt. Eine Kandidatin wäre die ein Jahr jüngere Liechtensteinerin Leonie Mautz, welche im Finale von Montenegro bei den Damen die Bronzemedaille holte.  

«Am schwersten fällt mir, mich wirklich auf jeden Schuss voll zu konzentrieren», nennt Kaiser wohl die Herausforderung beim Schiessen. Es komme immer wieder vor, dass man sich im Alltag leicht ablenken lässt. Insofern habe ihm das mentale Training auf dem Schützenstand auch dabei geholfen, sich in der Schule und anderen Situation ruhig zu verhalten. Eine Tugend, die dem oftmals lauten Kaiser schwerfällt. Insofern scheint er mit dem Luftgewehr eine hilfreiche Stütze gefunden zu haben. (gk)

 

12. Nov 2019 / 09:55
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