• Primarschule Schaanwald: Vorstellung Hilfsprojekt 191030
    Niels Hörnö bei seinem Besuch in der Primarschule Schaanwald.  (Daniel Ospelt)

«Ich helfe medizinisch, sie schenken mir Dankbarkeit»

Regelmässig reist der Zahnarzt Niels Hörnö nach Senegal, um mit seinem medizinischen Know-how helfen zu können.

«Wie in Alwar hatten sie Listen mit Patientennamen gemacht. An beiden Tagen waren mehr als 130 Patienten eingetragen. Eine Anzahl, wo auch wir an unsere Grenzen kommen, aber wir haben uns bis zum letzten Patienten durchgearbeitet», schreibt Niels Hörnö in seinem Reisebericht vom März dieses Jahres. Bereits zum fünften Mal reiste er für knapp zwei Wochen nach Senegal. Nicht aber etwa, um Ferien zu machen – Niels Hörnö stellt sich dabei vielmehr in den Dienst des Vereins der Zahnärzte für Afrika, der in Liechtenstein 2016 auf seine Initiative gegründet wurde. Eine ähnliche Organisation habe er bereits aus seiner Heimat Dänemark gekannt: «Ich sagte mir immer: so etwas möchte ich auch einmal machen.» Nicht zuletzt waren es auch die spannenden Erzählungen von Egon Matt und Pepo Frick über Afrika-Einsätze. Ausschlaggebend war dann aber die Patientin Ute Wild: «Als sie von ihrer Arbeit in Senegal erzählte, kam ich immer mehr zur Überzeugung, selbst etwas auf die Beine stellen zu wollen.» Niels Hörnö bat seine Patientin, bei ihrer nächsten Senegal-Reise abzuklären, inwiefern zahnärztliche Hilfe gefragt ist. «Nicht nur gefragt – dringend notwendig», habe sie ihm schliesslich geantwortet. Somit war für den gelernten Zahnarzt klar: «Ich möchte meinen Traum verwirklichen.» 

Ein herzliches «Merci» aus Senegal
2015 reiste Niels Hörnö zum ersten Mal zusammen mit Ute Wild nach Senegal. Mittler-
weile zählt der Verein Zahnärzte für Afrika sechs Mitglieder, die schon fünf Mal nach Senegal gereist sind, um zu helfen. «Vielen Kindern musste ich Zähne ziehen, weil sie einfach schon total abgestorben waren», erzählt er den Kindern der Primarschule Nendeln. In der Schulaula zeigt er ihnen auf einer Leinwand Bilder von seinem letzten Hilfseinsatz. Auf dem letzten Bild sind Kinder zu sehen, die ein Plakat in die Höhe halten, auf dem in Grossbuchstaben geschrieben steht: MERCI! Dieser Dank gilt nicht nur den Zahnärzten, die vor Ort geholfen haben. Er gilt auch den Primarschulkindern von Mauren und Schaanwald. Denn sie haben mit ihrer Ostereier-Aktion eine stolze Summe in der Höhe von 6900 Franken für einen Schulbau in Senegal gesammelt. «Die Primarschule Mauren hatte mich angefragt, ob ich von einem Hillfsprojekt wisse, das die Kinder im Rahmen ihrer Sammelaktion unterstützen könnten», erzählt Niels Hörnö. Über seinen Vorschlag musste er natürlich nicht lange nachdenken. Und auch die Schüler und Lehrer waren von seiner Idee angetan und haben gesammelt, was das Zeug hält. Dass sie so viel zusammenbringen, hätten sie nie gedacht – und schon gar nicht, dass mittels privater Spenden sogar so viel Geld zusammengekommen ist, dass es für mehr als für einen Schulbau reicht. «Was könnten wir den Kindern für die übrigen 600 Franken noch schenken?», fragte Niels bei seinem Besuch in die Runde der Schaanwälder Schul­kinder. «Noch ein Haus!», rufen die Kinder euphorisch. Doch dafür würde dann das Geld auch in Senegal nicht reichen. Kurzerhand macht Niels Hörnö einen Vorschlag: «Wir schenken ihnen Zahnbürsten und für jedes Klassenzimmer einen Schrank, wo sie die Zahnbürsten verstauen können.» Und beim nächsten Besuch zeige er den Kindern dann auch gleich, wie man richtig Zähne putzt. Die Schulkinder sind begeistert von der Idee.

Ziel: Den Menschen nachhaltig zu helfen
Während der zwei Wochen, die Niels Hörnö in Senegal vor Ort ist, zieht er Kindern Zähne, die herausmüssen, behandelt Entzündungen und unterrichtet ihnen Mundhygiene. «Afrika durchlief in zehn Jahren eine Entwicklung, wie wir sie bei uns in 100 Jahren erlebten», sagt Niels Hörnö. Dazu gehöre auch eine Verbreitung westlicher Ernährung – unter anderem mit viel mehr Zucker. «Ziel ist es deshalb, den Menschen bei dieser Umstellung mit Informa­tionen, Zahnprophylaxe und Zahnbehandlungen nachhaltig zu helfen.»
Den nächsten Einsatz in Senegal hat Niels Hörnö für März geplant. «Die ersten zwei Jahre waren wir im Norden Senegals und haben in dem kleinen Dorf Alwar und in der Stadt Ndioum Prophylaxearbeit und im zweiten Jahr auch Behandlungen gemacht.» Nach zwei Jahren, wo sie sich auf die Arbeit in den südlicher gelegenen Dörfern  Mbetite und Diohine konzentriert hatten, beschloss die Helfer-Crew auch den Norden mit Ndioum und Alwar einzuschliessen. Im März geht es nochmals in den Norden. Arbeiten werden die Zahnärzte in Diohine, wo sie auch das neue Klassenzimmer besichtigen werden. In der Nähe von Mbour werden die Helfer die Prophylaxearbeit an einer Schule für gehörlose Kinder weiterführen. Niels Hörnö freut sich, «diesen Menschen zu helfen. Dies ist eine Bereicherung für mein Leben.» Zu sehen, wie die Menschen auch ohne jeglichen Luxus glücklich sein können, werte seinen Alltag auf, sagt Niels Hörnö. «Ich helfe ihnen medizinisch, sie erwärmen immer wieder mein Herz mit einer unbändigen Dankbarkeit, die sie mir schenken.» (bfs)


Hinweis
Ein ausführlicher Reisebericht und weitere Infos gibt es unter www.zfa.li

12. Nov 2019 / 07:00
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