• Mauren.
    Jedes Jahr sorgt der Obst- und Gartenbauverein dafür, dass im Dorfzentrum von Mauren das Wahrzeichen in Form einer Blumen-«Räba» entsteht. Dessen Präsidentin Monika Verling steht auf dem Gruppenfoto ganz rechts.  (Paul Trummer)

Ein Wahrzeichen der kreativen Art

Seit 20 Jahren sorgt der Obst- und Gartenbauverein dafür, dass jeweils zum Frühling die «Murer Räba» im Dorfzentrum erwacht.

Was 1999 anlässlich der Feierlichkeiten zum 300-Jahr-Jubiläum des Liechtensteiner Unterlands entstanden ist, hat sich zum festen Bestandteil des Maurer Dorfzentrums entwickelt. Die Rede ist von der «Murer Räba», ein ovales Blumengesteck mit vier Metern Durchmesser gegenüber vom Café Matt. Wie könnte es anders sein, ist sowohl ihre Form als auch ihre farbliche Konstellation an die weisse Speiserübe angelehnt, welche eng mit der Gemeinde verknüpft ist. Laut einer Tafel vor Ort sei ihr gleichlautender Ortsneckname darauf zurückzuführen, «dass sich die arme Dorfbevölkerung früher fast ausschliesslich» davon ernährt habe.

Hinter dem Ganzen steckt der in Mauren ansässige Obst- und Gartenbauverein (OGV), für den die Pflege des «lieb gewonnen Wahrzeichens» längst Tradition hat. In der Regel treffen sich die Vereinsmitglieder – aktuell sind es 17 Frauen und zwei Männer – einige Tage vor Muttertag, um die «Murer Räba» neu aufzubauen. «Anschliessend stehen Fronleichnam, Pfingsten und andere Feiertage bevor. Bis dahin soll alles schön aussehen», erklärt Monika Verling. Die Präsidentin führt die Tradition so weiter, wie sie diese von ihren Vorgängern übernommen hat. Dank den vielen eingespielten Helfern sei das grüne Symbol innerhalb von einem Tag wieder aufgestellt. «Es muss nicht gross diskutiert werden, was zu tun ist. Jeder steht mit seinem Werkzeug bereit und dann läuft alles Hand in Hand.»

Über 4000 Blumen sorgen für eine bunte Pracht 
Für die Blumen-Kugel, die auf dem Grundstück von Robert Ritter in hochfrequentierter Lage steht, wird reichlich Material benötigt. Bald wird Verling bei der Strafanstalt-Gärtnerei Saxerriet wieder über 4000 Begonien in den Farben Rot, Rosa und Weiss bestellen. Hinzu kommen etwa 200 Harfensträucher sowie 150 Purpurglöckchen, welche um die «Murer Räba» gesetzt werden. Mit dem Einsetzen der vielen Pflanzen ist die Arbeit für den OGV noch nicht getan. Von Mai bis Oktober ist es ein tägliches Ritual, das Blumengesteck zu tränken und zu jäten. Hierfür erstellt die Präsidentin einen Einsatzplan, sodass jedes Mitglied eine bis zwei Wochen übernimmt. 

Pro Jahr investiert der Verein über 360 Arbeitsstunden in die «Murer Räba». Helfer liessen sich problemlos finden. «Unser Verein organisiert relativ wenig Veranstaltungen im Jahr. Deshalb sind unsere Mitglieder umso motivierter, wenn sie zusammenkommen», verrät die Präsidentin. Vielen kämen die grossen Abstände zwischen den Terminen entgegen, weil sich ihr Beruf und andere Pflichten nicht so einfach mit wöchentlichen Sitzungen vereinbaren liessen.

Was die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins zusätzlich motiviert, ist die Wertschätzung für das Wahrzeichen im Dorfzentrum. So werden die Kosten für die «Murer Räba» von der Gemeinde übernommen. Von den Einwohnern erhalte der Verein häufig Lob für ihre ehrenamtliche Arbeit. Insbesondere von jenen, die den Aufbau vom Café Matt aus beobachten. Weiter erzählt Verling: «Nach der Arbeit gehen wir nicht nach Hause, sondern kehren direkt ein. Oft wird uns ein Getränk oder sonst etwas spendiert.» Leuten aus anderen Gemeinden hätten ihr schon gesagt, dass sie Mauren um ihre «Räba» beneiden. Beim Weiler war das früher genauso. Seit 2006 dürfen sich die Schaanwälder an der Vorarlbergerstrasse, unterhalb der Theresienkirche, an ihrem kleineren Pendant erfreuen. 

«Ohne ‹Murer Räba› würde etwas fehlen»
Vor Allerheiligen wurde die «Murer Räba» abmontiert. Seither befindet sich die Blumenpracht im Winterschlaf, sodass vor Ort nur noch ein Tarnnetz an sie erinnert. Als Verling kürzlich mit Bekannten aus dem Oberland entlang des Liechtenstein-Wegs daran vorbeigewandert ist, hielten sie die graue Kugel deshalb für einen Bunker. Die Präsidentin des Obst- und Gartenbauvereins möchte das Wahrzeichen im Dorfzentrum nicht missen: «Sie wird durchaus wahrgenommen. Es würde meiner Meinung nach etwas fehlen, wenn die ‹Murer Räba› nicht mehr da wäre.» (gk)

10. Nov 2019 / 21:30
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