• Johannes Hasler in Bendern
    Der frisch gewählte Vorsteher verbringt seine Freizeit am liebsten mit seiner Familie in der Natur.  (Daniel Schwendener)

«Miteinander weiterkommen»

24 Jahre amtierte Donath Oehri (VU) als Vorsteher von Gamprin-Bendern. Seit Sonntag ist klar, dass Johannes Hasler (FBP) das Amt übernimmt. Die Praxis werde zeigen, ob er sein Landtagsmandat weiterhin ausübe, erklärt der 36-Jährige im Interview.
Gamprin-Bendern. 

Herr Hasler, mit 82,4 Prozent, also 544 Stimmen, wurden Sie am Sonntag zum neuen Vorsteher von Gamprin-Bendern gewählt. Auch wenn Sie als einziger Kandidat angetreten sind, darf man zu diesem Resultat gratulieren, oder?
Johannes Hasler: Für mich ist dieses Resultat ein grosser Ansporn für die kommenden vier Jahre. Der einzige Kandidat gewesen zu sein, war für mich eine spezielle Ausgangslage. Deswegen war es ein schönes Erlebnis, so viel Zustimmung zu erhalten. An dieser Stelle möchte ich allen Wählerinnen und Wählern für das mir entgegengebrachte Vertrauen recht herzlich danken. 


Wie haben Sie den vergangenen Wahlsonntag verbracht?
Meine beidenTöchter haben meine Frau und mich mit einem gedeckten Frühstückstisch überrascht. Das hatte aber nichts mit dem Wahlsonntag zu tun, sondern war reiner Zufall. Danach hatte ich einen Termin bei Radio L und während der Fahrt nach Triesen habe ich telefonisch das Wahlergebnis von Donath Oehri erfahren. Es ist in Gamprin Tradition, dass der Leiter der Wahlkommission die Kandidaten, schon bevor die Ergebnisse publik gemacht werden, informiert.


Nach 24 Jahren hat sich der ehemalige Vorsteher Donath Oehri dazu entschieden, nicht mehr anzutreten. Welche Verbindung haben Sie zu ihm persönlich?
Ich kenne keinen anderen Vorsteher von Gamprin-Bendern im Amt als Donath Oehri. Seit ich hier wohne, war er Vorsteher. Ich habe einen offenen und guten Zugang zu ihm. Das ist in der jetzigen Situation auch sehr wichtig. Wir wollen beide das Beste für unsere Gemeinde und deshalb werden wir am 1. Mai einen geordneten Stabwechsel vollziehen können.


Wie schwierig wird es für Sie werden, in die Fussstapfen von Donath Oehri zu treten? Er scheint ein sehr beliebter Vorsteher gewesen zu sein.
Donath hinterlässt zweifelsohne sehr grosse Fussstapfen. Wenn man fast ein Vierteljahrhundert Vorsteher einer Gemeinde ist, hat man vieles bewegt. Er war überparteilich anerkannt. Die grosse Stärke von Gamprin-Bendern ist, dass man versucht, miteinander weiterzukommen. Deswegen freut mich auch das gute Wahlresultat, da ich nicht nur von FBP-Wählerinnen und -Wählern Zuspruch erfahren habe, sondern auch von Personen, welche sich zu einer anderen Partei zählen.


Gab es bereits vor dem Wahlsonntag Gespräche zwischen Ihnen und Donath Oehri?
Aufgrund meines Landtagsmandats habe ich ihn ab und zu getroffen und wir haben uns ausgetauscht. Jeder, der politisch tätig ist, hat Interesse daran, sich mit anderen auszutauschen, um aktuelle Themen zu besprechen.

Die Gesetze wurden geändert und somit müssen Sie nicht Knall auf Fall ins neue Amt eintreten, sondern am 1. Mai, am Tag der Arbeit. 
Genau. Dann ist die offizielle Amtsübergabe. Aber ich gehe davon aus, dass mein erster offizieller Arbeitstag der 2. Mai sein wird. Der Monat dazwischen bezweckt, dass ein guter Austausch zwischen dem ehemaligen und neuen Vorsteher entsteht und somit der Stabwechsel geordnet organisiert werden kann.

Wird es für Sie ungewohnt sein, den neuen Arbeitsplatz im Gemeindehaus zu haben?
Ich glaube, es ist für jede und jeden eine gewisse Umgewöhnung, wenn ein neuer Arbeitsplatz eingenommen wird. Ich bin eine sehr offene Person, die sich gerne auf neue Situationen einlässt. Deswegen freue ich mich sehr, einen Arbeitsplatz zu erhalten, der mitten in der Gemeinde liegt. Im Übrigen wird mein Arbeitsweg sehr kurz sein, da ich rund 200 Meter vom Gemeindehaus entfernt wohne. 


Ein offenes Ohr für Bürger haben, Gespräche mit Unternehmen führen und die Verkehrspolitik im Auge behalten – sind das drei gute Stichworte und somit Ziele für Sie als neuer Vorsteher?
In unserer Wahlbroschüre haben wir bewusst keine Ziele genannt, sondern Punkte aufgezählt, für die wir einstehen. Denn ich finde es nicht seriös, vor Amtseintritt und ohne Einblick in die aktuelle Gemeindearbeit eine Agenda aufzustellen. Deswegen muss ich beim Stabwechsel die aktuellen Themen genau ansehen. Es wurde zusammen mit den Einwohnerinnen und Einwohnern der Kompass 2022 erstellt. In diesem bewegt sich auch der aktuelle Gemeinderat. Am Anfang wird es meine Aufgabe sein, einen Einblick zu erhalten, wo wir in diesem Prozess genau stehen, welche Projekte derzeit in der Umsetzungsphase sind und wo Projekte noch offen sind. Mein Ziel ist es, dies mit dem neuen Gemeinderat anzusehen und zu diskutieren, um dann weitere Schritte zu planen und umzusetzen. 


«In Gamprin-Bendern möchte er als Vorsteher den langfristigen Erhalt der Lebensqualität für alle Generationen sichern», erläuterten Sie in der Wahlbroschüre. Wie möchten Sie das verwirklichen?
Jede Generation hat unterschiedliche Ansprüche an eine Gemeinde. Bei Kindern ist es beispielsweise eine gute Schulinfrastruktur. Diesbezüglich sind wir in Gamprin-Bendern auf einem sehr guten Stand, den wir auch halten müssen. In der Sparte Freizeit hat unsere Gemeinde mit der Sportanlage Grossabünt über Generationen hinweg etwas sehr Wertvolles geschaffen, das weiterentwickelt und an dem weitergearbeitet werden muss. Mit einer immer älter werdenen Gesellschaft wird es vielleicht in Zukunft neue Projekte und Ansätze geben. Wir müssen einfach mit der Zeit gehen und an diesen wichtigen Themen dranbleiben. 


2017 wurden Sie in den Landtag gewählt. Sehen Sie es als Vorteil, Landtagsabgeordneter sowie Vorsteher einer Gemeinde zu sein? 
Für mich ist es eine Ehre, im Landtag zu sein, und es bereitet mir grosse Freude. Meiner Meinung nach ist es ein enormer Vorteil, wenn man die Politik schon vor der Übernahme des Vorsteheramtes kennt. Ich kenne die Entscheidungsträger auf Landesebene persönlich und pflege eine gute Beziehung zu ihnen. Das Umfeld ist mir vertraut. Eine Vernetzung ausserhalb der Gemeinde ist in der heutigen Zeit je länger je mehr entscheidend. Durch mein Landtagsmandat kenne ich die anderen Vorsteher persönlich. Auch dies ist ein Vorteil. Die Geschichte zeigt, dass in der Vergangenheit einige Vorsteher ebenfalls im Landtag tätig waren. Auch mein Vorgänger Donath Oehri übte eine gewisse Zeit beide Mandate aus. Ich habe vor der Wahl bewusst offen gelassen, ob ich das Mandat als Landtagsabgeordneter bis zum Ende der Legislatur weiterführen werde oder ob ich es ablege. Dies, weil ich einen gewissen Anspruch an mich selbst habe, das Amt als Landtagsabgeordneter sehr zeitintensiv ist und eines grossen Engagements bedarf. Ob ich beide Ämter gemäss meinen Ansprüchen an mich selbst ausüben kann, wird die Praxis zeigen. Im Zentrum steht für mich nun jedoch das Amt des Gemeindevorstehers.


Haben Sie sich diesbezüglich eine Deadline gesetzt?
Nein, dass habe ich nicht. Es ist für mich ehrlich und transparent, wenn man es offenlässt. Ich weiss einfach nicht wie sich die beiden Ämter in der Praxis miteinander verhalten, auch vom zeitlichen Aspekt her betrachtet.


Was wünschen Sie sich persönlich für die Zukunft von Gamprin-Bendern?  
Ich wünsche mir, dass es uns weiterhin gelingt, zusammen und überparteilich mit den Einwohnerinnen und Einwohnern die Gemeinde positiv und erfolgreich in die Zukunft zu führen. (nb)

25. Mär 2019 / 22:09
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