• 20180625 Treffen mit Schulleiter Thomas Gentsch und KITA-Vorstandsmitglied Roland Repnik, Gamprin #näherdran
    Roland Repnik, stellvertretender Schulleiter, und Schulleiter Thomas Gentsch ziehen eine positive Bilanz zum neuen Schulhausgebäude.  (Nils Vollmar)

«Ein Bau, den man so noch nie gesehen hat»

Die beiden Gebäude der Primarschule in Gamprin sind fester bestandteil des Ortsbild. Schulleiter Thomas Gentsch und sein Stellvertreter Roland Repnik blicken zurück auf die Anfänge des neuen Schulhauses und sprechen über aktuelle Herausforderungen.

Neun Jahre ist es her, seit das neue Gebäude der Primarschule eröffnet wurde. Fast gleich lang dauerte allein die Planungsphase des markanten Baus. Mit dem Vereinen von Primarschule, Kindergarten und Kita an einem Ort, nahm Gamprin damals eine Vorreiterrolle ein. Thomas Gentsch, Schulleiter und Roland Repnik, Schulleiter-Stellverteter,  erklären, weshalb das «alte» Schulhaus aus den 80er Jahren keineswegs ausgedient hat und wie die Digitalisierung auch im Schulalltag Einzug hält.

Herr Gentsch, sie begleiten die Gemeindeschule nun schon seit rund 25 Jahren. Was waren damals überhaupt die Gründe, für den Bau einer neuen Primarschule?
Thomas Gentsch: Damals stellte man fest, dass die Bevölkerung in Gamprin stetig wächst und in Zukunft mehr Platz nötig sein wird, um alle Kinder unterrichten zu können. Deshalb war es nötig das Volumen anzupassen – ein neues Gebäude musste her. Naheliegend war auch, den Kindergarten, der lange in einem Provisorium war, sowie die Kindertagesstätte «Pimbolino» ins ehemalige Primarschulhaus einzugliedern.
Ein grosses Projekt birgt auch immer entsprechend grosse Kosten. Hat es Sie überrascht, dass die Bürger dem Bau mit überaus hoher Zustimmung bewilligten?
Thomas Gentsch: Wir haben in der Tat gestaunt, dass so ein ehrgeiziger Bau so hohe Zustimmung erhält. Das zeigt, dass die Bevölkerung der Schule grosse Bedeutung zumisst – was uns natürlich freut.

Roland Repnik: Es war sicher auch von Vorteil, dass der Entscheid noch vor der Finanzkrise gefällt worden war. 

Dass Primarschule, Kindergarten und Kita an einem Standort vereint sind, gibt es kaum anderswo im Land. Könnte man behaupten, dass Gamprin hier eine Vorreiterrolle einnimmt?
Thomas Gentsch: Es wurden auch andere Varianten evaluiert. Schlussendlich hat diese Lösung am meisten Sinn gemacht – und sie hat sich ganz klar bewährt. Das alte Schulhaus hat aber keineswegs ausgedient. Die Ausstattung ist immer noch einwandfrei. Ich denke, dass Gamprin mit dem neuen Schulhaus aber ein Bau geschaffen hat, den man sonst noch nie gesehen hat und dementsprechend etwas besonderes ist. Das hat aber nicht nur mit der Zentralisierung von Kita, Kindergarten und Schule zu tun, sondern auch mit dem grossen Areal und der Architektur an sich.

Roland Repnik: Für mich ist das Gebäude etwas ganz besonderes – und bislang die schönste Schule, in der ich arbeitete.

Stichwort Zentralisierung: Welche Vorteile bietet diese Nähe?
Thomas Gentsch: Ein Vorteil gibt es sicher beim Schulweg. Die Eltern müssen sich nicht den Kopf zerbrechen, da alle Kinder gemeinsam den selben Schulweg an sicheren Wegen bestreiten können. Zudem sind die Kinder so auch stufenübergreifend unterwegs und können so Kontakte knüpfen. Deshalb spielt es dann zum Beispiel auch weniger eine Rolle, ob das Kind nun in die Kindergarten-Klasse A, B oder C kommt. Seine Kontakte zu anderen Kindern kann es dennoch pflegen.

Aber ein neuer Schulweg bedeutet meist auch einen Lebensabschnitt in der Schullaufbahn. Geht dieses Gefühl des Wechsels nicht gewissermassen verloren?
Thomas  Gentsch: Dieses Ritual des wird durchaus gelebt. Durch den Wechsel der Schulgebäude, vom Kindergarten in die Primarschule, wird ein wichtiger Abschnitt in der Schullaufbahn markiert.

In Zusammenhang mit dem Schulweg sind «Elterntaxis» derzeit ein heisses Thema. Kennt man dieses Problem in Gamprin auch?
Thomas Gentsch: Dass Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen kommt vor – ein grosses Problem ist es aber nicht.

Roland Repnik: Es ist vielmehr so, dass das in Schüben hin und wieder  vermehrt vorkommt. Problematisch ist, dass die Eltern die Gefahr selbst sind. So gefährden sie zum Beispiel beim rangieren andere Schüler – da kommt es teilweise zu haarsträubenden Situationen.

Thomas Gentsch:Deshalb informieren wir jeweils am Anfang des Jahres bei einem Elternabend darüber. Fest steht, dass man mit dem Elterntaxis den Kindern die Chance nimmt, wichtige Erfahrungen im Verkehr und mit Gleichaltrigen  zu machen. 

Gibt es in der heutigen Zeit Herausforderungen im Schulalltag, die es früher vielleicht nicht gab?
Thomas Gentsch: Die neuen Medien sind ganz klar ein Thema. Wobei sie momentan eher zwischen Eltern und Lehrern eine Problematik sein können. Die ständige Erreichbarkeit der Lehrpersonen für Eltern durch Whatsapp und Co. macht teilweise zu schaffen. Hier müssen die Lehrpersonen im Austausch mit den Eltern Grenzen festlegen. 

Roland Repnik: Ein aktuelles Thema – gerade in Bezug auf den neuen Lehrplan – ist sicher auch die Basisschrift, die wir als Pilotschule bereits nächstes Jahr einführen. Die «Schnüerlischrift» soll dadurch ersetzt werden.

Auch ein aktuelles Thema: Verlängerte Blockzeiten. Wie steht die Primarschule dem gegenüber?
Roland Repnik: Für uns sind Blockzeiten derzeit kein prioritäres Thema. Wenn Eltern das möchten, können sie ihr Kind in Gamprin bereits jetzt vor oder nach der Schule in der Kita betreuen lassen.

Thomas Gentsch: Ein Bedarf nach verlängerten Blockzeiten wurde bisher nicht an uns herangetragen.  Zudem muss man das ganze immer zu Ende denken: Wer finanziert es? Und wird die verlängerte  Blockzeit auch sinnvoll genutzt?

Welche zukünftigen Projekte stehen an?
Thomas Gentsch: In nächster Zeit wird uns wieder ein Jahresthema beschäftigen. Im kommenden Schuljahr ist es die Thematik «300 Jahre Liechtenstein und Nachhaltigkeit». In baulicher Hinsicht soll es eine überdachte Passerelle vom neuen zum alten Schulhaus geben, sodass die Kinder in kalten Monaten trockenen Fusses das Schulhaus wechseln können. (rar)

 

27. Jun 2018 / 05:00
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