• Der Seefrosch ist sehr laut
    Der Seefrosch ist sehr laut

Aneinander gewöhnt

Bald werden sie wieder zu hören sein: die Seefrösche. In der Grossabündt fühlen sie sich besonders wohl und quaken mit einer Lautstärke von bis zu 90 Dezibel.
Amphibien. 

Der lauteste Frosch des Landes und der Region wird sich bald wieder bemerkbar machen – und könnte dem einen oder anderen Anwohner an der Grossabündt in Gamprin-Bendern schlaflose Nächte bereiten. 90 Dezibel – das ist schliesslich vergleichbar mit der Lautstärke eines Presslufthammers. Doch eine Nachfrage zeigt: Die Anwohner scheinen kein Problem damit zu haben – weder bei der Gemeinde noch bei Heinz Keller, dem Betriebswart der Grossabündt, sind seit dem vergangenen Sommer neue Reklamationen eingegangen.

«Geburtenkontrolle» in der Grossabündt
«Die Frösche sind ein paar Wochen im Frühsommer recht aktiv, sind aber für die Anwohner keinerlei Problem», bestätigt Heinz Keller. Trotzdem behält er die Situation in der Grossabünt im Sinne einer «Geburtenkontrolle» immer im Auge. Denn die Seefrösche bedrohen die heimischen Amphibien und vermehren sich explosionsartig. Keller entfernt deshalb im Frühling die Froschlaiche und siedelt sie um. Bisher hat er allerdings noch keinen Froschlaich gesichtet. «Ich werde aber die Situation weiterhin beobachten.»

Wie der Seefrosch nach Liechtenstein kam
Auch dem Amt für Umwelt – dort sind vor einigen Jahren noch Reklamationen bezüglich der lauten Froschart eingegangen – sind keine weiteren Klagen bekannt, wie Cathérine Frick bestätigt. Auch hätten sich seit dem vergangenen Jahr keine neuen Entwicklungen ergeben – die Weiterverbreitung des Seefrosches geschehe laufend.

Ursprünglich stammt der Seefrosch aus Osteuropa und wurde zur Froschschenkelproduktion in die Schweiz importiert. Man vermutet, dass einzelne Tiere dabei entwichen sind und sich so verbreitet haben. Im St. Galler Rheintal und im Vorarlberg wurden bereits in den 80er-Jahren zum ersten Mal Seefrösche nachgewiesen, im selben Zeitraum dürfte es auch die ersten Frösche in Liechtenstein gegeben haben. Die ersten gesicherten Nachweise stammen allerdings aus den 90er-Jahren, als im Unterland die ersten Seefroschpopulationen nachgewiesen wurden. Der Höchstfund wurde auf 790 Metern in Planken festgestellt. In der Zwischenzeit haben sich die Seefrösche über den ganzen Liechtensteiner Talraum verteilt.

Nicht geschützt: Eine quakende Delikatesse
Der bis zu 15 cm grosse Seefrosch ist übrigens keine geschützte Froschart – will heissen, er dürfte hierzulande sogar verspeist werden. Wenn Froschschenkel auf dem Speiseplan auch umstritten sind – aus Sicht des Naturschutzes wie auch aus Sicht des Amtes für Lebenmittelkontrolle und Veterinärwesen spricht nichts dagegen, den Frosch zu fangen und seine Schenkel zu verspeisen. Der Fänger sollte lediglich auf­passen, dass er den richtigen Frosch erwischt, denn die anderen Frosch­arten sind geschützt. Nicht erlaubt wäre es allerdings, die Froschschenkel gewerblich in Verkehr zu bringen.
Zwar ist die Gemeinde Gamprin-Bendern, wie bereits erwähnt, bestrebt, die Vermehrung des Seefrosches so weit wie möglich zu verhindern. Das Fangen und anschliessende Verspeisen sei bisher aber keine Option gewesen, mit der man sich ernsthaft befasst habe, wie Vorsteher Donath Oehri bereits im vergangenen Jahr schmunzelnd betonte. Persönlich habe er natürlich nichts gegen eine Entnahme der Froschart und gegen den anschliessenden Verzehr einzuwenden – «ich muss ja selbst nicht der Feinschmecker sein.» (dv)

28. Mär 2019 / 22:23
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