• MV Historischer Verein Fürstentum Liechtenstein Gamprin 01
    Der Vorstand des Historischen Vereins sagte, er sei gut für die Zukunft gerüstet.  (Rudi Schachenhofer)

300 Jahre: Historischer Verein abseits

300 Jahre Fürstentum Liechtenstein: Die diesjährige Mitgliederversammlung des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein stand ebenfalls im Zeichen dieses Jubiläums. Ein Vortrag zum Thema erhellte die Hintergründe.
Gamprin-Bendern. 

Der Historische Verein hatte auf Samstagnachmittag zur Mitgliederversammlung in das Vereinshaus in Gamprin eingeladen. Der Besuch war gut und verdeutlichte damit das anhaltende Interesse an der Landesgeschichte. Nach den üblichen Vereinstraktanden sowie dem Jahresbericht wurde der Vorstand einstimmig entlastet und ihm Dank ausgesprochen. Die Finanzlage ist gut, auch der Jahresbeitrag bleibt unverändert.

Vereinsvorsitzender Guido Wolfinger begrüsste die Anwesenden und freute sich, mit Vorsteher Donath Oehri immerhin einen Vertreter des öffentlichen Lebens begrüssen zu können. Am Vorstandstisch Platz genommen hatten Aktuar Marco Bühler, Beisitzer Jürgen Schindler, Beisit­zerin Cornelia Herrmann, Vorsitzenden-Stellvertreter Fabian Frommelt, Aldina Sievers und Kassier Walter N. Marxer. Man ist für die kommende Zeit gerüstet und kann bestehende Projekte wie das Urkundenbuch fortsetzen und sich neuen widmen. Das sollen das Forschungsprojekt «Lesevereine in Vaduz, Triesen und Triesenberg» sein sowie als grössere Aufgabe ein «Handbuch zur Liechtensteiner Geschichte» nach einer bereits früher geäusserten Idee von Arthur Bunhart. Als Vorsteher der gastgebenden Gemeinde richtete Donath Oehri das Wort an die Versammlung und verwies in seinem Grusswort u. a. auf die herausragende Position Gamprin-Benderns für die Landesgeschichte. Er würdigte aber auch ausdrücklich die bedeutende Rolle dieses Vereins für das Land.

Der Historische Verein für das Land nur Zuschauer?

Diese herausragende Rolle scheinen nicht alle so zu sehen, will man dem Vereinsvorsitzenden glauben, denn dieser äusserte sich im Rahmen der Behandlung des Jahresberichtes 2018 enttäuscht darüber, dass im Rahmen der Planung der Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr kaum an den Historischen Verein herangetreten worden sei, obwohl dieser nicht Weniges in Sachen Geschichte geleistet habe, sondern auch zu diesem Jubiläum passende substanzielle Beiträge hätte anbieten können.

Interesse an kommenden Anlässen vorhanden

Über diverse Veranstaltungen informierte Jürgen Schindler, diese werden rechtzeitig in den Medien angekündigt. Zu nennen sind jetzt schon ein Vortrag von Paul Vogt am 23. Oktober über die Jahre nach der Gründung des Fürstentums Liechtenstein (ab 1719), mit besonderem Blick auf die Auseinandersetzung in Liechtenstein über die damaligen Reformen sowie vom 5. bis 8. September eine Reise nach Rheinland-Pfalz zu den Kaiserdomen in Worms und Speyer, darüber informierte Cornelia Herrmann. Es gelte erfahrungsgemäss, sich mit der Anmeldung nicht zu viel Zeit zu lassen, fügte sie hinzu.

Das Heilige Römische Reich und Liechtenstein

Nach der Pause begann um Punkt 18 Uhr der Vortrag von Georg Schmidt mit dem Titel «Fürst und Fürstentum Liechtenstein im Mehrebenengefüge des Heiligen Römischen Reiches». Der Referent erläuterte die politische Stellung der Fürsten und des Fürstentums im politischen Gefüge des Alten Reiches und ging unter anderem der Frage nach, warum für die Fürsten von Liechtenstein das reichsunmittelbare Territorium von grösster Bedeutung für ihr Prestige in der Wiener Hofgesellschaft war und welchen Einfluss sie über die Fürstenkurie des Reichstags auf die Reichspolitik nehmen konnten.

Nach wie vor aktuellen und immer wieder gestellten Fragen ging Georg Schmidt dabei nach, zum Beispiel jener, warum der Name der erbländischen Herrenfamilie an den jungen Rhein kam, was sich dadurch veränderte, und welche Rolle das Heilige Römische Reich Deutscher Nation für die aus der Ferne regierenden Fürsten und das Fürstentum Liechtenstein spielte. Für die liechtensteinische Landesgeschichte bis heute wichtig ist sein 1987 erschienener Aufsatz zu Fürst Johann I. von Liechtenstein und der Erlangung der liechtensteinischen Souveränität. (vv)

25. Mär 2019 / 10:52
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