• Schon seit 40 Jahren ist Walter Hasler (r.) – hier mit Fabio Kindle – Präsident der IG Fussballfreunde Unterland.
    Schon seit 40 Jahren ist Walter Hasler (r.) – hier mit Fabio Kindle – Präsident der IG Fussballfreunde Unterland.  (Jürgen Posch)

Ein kleiner Verein, der die Nische Hallenfussball schloss

Vor 40 Jahren sind in Eschen die IG Fussballfreunde Unterland aus der Taufe gehoben worden; damit wurde der Hallenfussball salonfähig.
Fussball. 

Wer hätte gedacht, dass der kleine Verein im Unterland sich dauerhaft etablieren würde? «Daraus lässt sich ableiten, dass wir den Hallenfussball stets mit viel Leidenschaft betreiben, auch wenn ein Teil der IG-Mitglieder in der Zwischenzeit in die Jahre gekommen ist», erklärte Präsident Walter Hasler. Nun ist der Verein 40-jährig. In welcher Form wird das Jubiläum gefeiert? «Es wird eine schlichte interne Feier geben, in der auf die vielen erfolgreichen Jahre zurückgeblickt wird», präzisierte Hasler.

«Verrückte» mit lange Haaren
Die IG Fussballfreunde Unterland (IGFU) ist vor 40 Jahren aus einer Gruppierung «verrückter» Fussballer entstan­den. Das Gros der Spieler zählte zum Stamm des USV Eschen/Mauren, wo mit den neuen Entwicklungen – Kleinfeldturniere und Hallenfussball – eher abweisend umgegangen worden war. Zudem fehlten in Liechtenstein auch grosszügig anberaumte Hallen, um den Hallenfussball der breiten Öffentlichkeit näherzubringen.

Da die vorwiegend aus Eschen stammenden Fussbal­ler – einige Buchser verfolgten die gleichen Ziele – bei Hallenturnieren in Zürich und in Vorarlberg von einem zum anderen Erfolg eilten, drängte sich die Überlegung auf, auch in Liechtenstein den Hallenfussball ­salonfähig zu machen. Die «Resch»-Halle in Schaan bestand zwar, doch kein Verein im Oberland bemühte sich vorerst, als in den Nachbarländern der Boom anstieg, ein Hallenfussballturnier zu organisieren.

Vereinsgründung und das Unterländer Hallenturnier
Die inzwischen ungeduldigen Unterländer und Buchser Fraktion stellte 1976 bei der Gemeinde Schaan unter der Ver­einigung «Rheintaler Fussballfreunde» einen Antrag zur Durchführung eines Hallenturniers. Der damalige Gemeindevorsteher Walter Beck lud die engagierten Fussballer auf die Gemeindekanzlei ein: Doch die langen Haare, die Ivo, Walter und Ernst Hasler trugen, führten wohl zu einer ablehnenden Haltung. Nach dem Date beim Vorsteher folgte letztlich auch prompt eine lächerlich begründete Absage zur Durchführung.   Als schliesslich in Eschen das Schulzentrum Unterland (SZU) entstand, öffneten sich für die Hallenfreaks Ivo, Walter und Ernst Hasler sowie Norbert Marxer die Tore zum Hallenfussball. Es kam zum Antrag an die FL-Regierung, die vorderhand für die Benutzung ausserschulischer Termine in der Turnhalle verantwortlich zeichnete. Da kritische Töne umhergingen, lag es für die Initianten auf der Hand, eine offizielle Vereinsgründung voranzutreiben. Somit war die IG Fussballfreunde Unterland im Herbst 1979 geboren. Schon im Januar 1981 kam es zum ersten Unterländer Hallenfussballturnier. Somit war die Nische Hallenfussball geschlossen.

Selbstverständlich wuchs auch der Verein, der elitäre ­Formen annahm. Nur wirklich «verrückte» Hallenfussballer sind in den durchlauchten Kreis der IG Fussballfreunde Unterland aufgenommen worden. Seit Anbeginn ist Walter Hasler Präsident. Auch Ernst Hasler ist seit Anbeginn dabei und heute für die sportlichen Belange zuständig. Ivo Hasler – ebenfalls ein Mann der ersten Stunde – nahm sich zwar einmal für ein Jahr eine Auszeit, ansonsten zählt auch er nach wie vor seit Anbeginn zu den treuen Seelen des Vereins. Der Verein wuchs, die sieben ehemaligen Fussball-Nationalspieler Roger und Harry Zech, Jürgen Ospelt, Peter Klaunzer, Philipp Beck, Marco Ender und Alexander Schädler zählen zum Kreis der IGFU.

Der Wechsel zum Roger-Zech-Gedächtnisturnier
Eine dramatische und traurige Zeit erlebte der Verein, als Vereinsmitglied Roger Zech im zarten Alter von 24 Jahren im September 1991 an Jugend­krebs verstarb. Er war einer der besten Fussballer und in der Saison 1990/91 Liechtensteins Fussballer des Jahres (drei Länderspiele). Er war ein loyaler Typ, der Fussball instinktiv zelebrierte. Sein Tod riss bei der IGFU eine tiefe Wunde, weshalb die Umbennenung des ­Unterländer Hallenfussballturniers in «Roger-Zech-Gedächtnis-Hallenturnier» logisch war. Seit Januar 1992 wird im SZU in Eschen während fünf Tagen – jeweils am letzten Januar-Wochenende von Mittwoch bis Sonntag – das «Roger-Zech-Gedächtnisturnier» ausgetragen. Die IGFU wirbt für den Hallenfussball, nimmt an zahlreichen Turnieren im In- und Ausland teil und hat sich als einzige Hallenfussballmannschaft in Liechtenstein etabliert, die schon vor über 39 Jahren aktiv unter dem gleichen Namen gespielt hat.

IGFU will Special Olympics eingliedern
Eine eigene Nachwuchsabteilung unterhält der Verein zwar nicht, er bietet jährlich dem Nachwuchs dennoch ein lu­kratives Hallenturnier an und pflegt den Kontakt zum USV Eschen/Mauren. Eine finanzielle Unterstützung der Gemeinde Eschen/Nendeln erhielt der Verein nie. Beim jährlichen Turnier messen sich Jung und Alt, Männer und Frauen in diversen Kategorien. Neu soll ein Turnier für Special Olympics integriert werden. Wie ist der Stand der Dinge? «Wir befinden uns in Abklärung, quasi in der Findungsphase. Wir hoffen, dass wir eine Lösung finden. Den früheren Fussballer Markus Mäga Meier, der seit einigen Jahren leider querschnittgelähmt ist, haben wir auch schon finanzielle Unterstützung gewährt», erläuterte Walter Hasler. (eh)

IG Fussballfreunde Unterland.
Gründung: 1979. Präsident:. Walter Halser seit Anbeginn. Mitglieder: 19 aktive und 3 passive Mitglieder.

 

25. Sep 2019 / 13:01
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