• Vernissage in Eschen
    Claudia Marxer, Gerti Tkavc und Sabine Reginato Marxer (v. l.) stellen derzeit gemeinsam in den Pfrundbauten aus.  (Daniel Schwendener)

Beziehungen auf der Leinwand, als Skulptur und in der Realität

In den Pfrundbauten sind die Werke dreier Eschner Künstlerinnen zu sehen. Obwohl jede ihren eigenen Stil hat, gibt es Gemeinsamkeiten.

40 Bilder und 23 Figuren sind seit Donnerstag in den Pfrundbauten in Eschen unter dem Titel «Ausdruckstark und Grazil» zu bewundern. Einerseits sind dies die Skulpturen in mystischen Farben und Formen von Gerti Tkavc, die Malerei von Claudia Marxer, die vornehmlich die Beziehung von Mensch und Tier in den Vordergrund rückt und die abstrakten Gesichter in Öl und Acryl ihrer Tochter Sabine Reginato Marxer. Die drei Künstlerinnen verbindet einiges. Dementsprechend war eine gemeinsame Ausstellung naheliegend. Nicht nur, dass sie alle in der Gemeinde Eschen-Nendeln zuhause sind, sondern auch dass sich Gerti Tkavc und Claudia Marxer über Jahre hinweg dasselbe Atelier geteilt haben und Sabine Reginato Marxer erst von der Malerei ihrer Mutter angesteckt den Schritt wagte, ihre eigenen Ideen auf Leinwand zu bringen.

Hingegen unterschiedlich sind die Erfahrungswerte, Techniken und auf den ersten Blick auch die Motive der drei Kunstschaffenden. Dennoch finden ihre Werke in der Ausstellung zusammen und ergänzen sich hervorragend. Es sind die Farben und die Aussagen hinter den Werken, die sich wie ein roter Faden durch die Räume der altehrwürdigen Pfrundbauten ziehen. Dies blieb den zahlreich erschienenen Gäste an der Vernissage nicht unentdeckt. Der Auftakt für die Ausstellung, die noch bis zum 6. Oktober dauert, war gelungen. Peter Stöckler, der die Einführung gab, sagte zu den Gästen: «Geniessen Sie die Ausstellung, die Künstlerinnen haben es verdient.»

Zum ersten Mal im Fokus
Während Gerti Tkavc schon einige Vernissagen in ihrer künstlerischen Laufbahn als Gastgeberin begehen konnte, war es für Sabine Reginato Marxer das erste Mal. «Dies ist eine unglaubliche Chance und alles andere als eine Selbstverständlichkeit», sagte sie begeistert. Mitgebracht hat die Eschnerin neun von insgesamt elf ihrer abstrakten Gesichter auf farbigem und hellem Hintergrund in Öl und Acryl. Diese Art der Malerei hatte sie 2018 an einem Kurs von Ilona Griss für sich entdeckt und seither nicht mehr losgelassen. «Das Spannende daran ist, dass Gesicht und Hintergrund sich einfach so ergeben. Kein Bild ist wie das andere, niemand kann sie nachmachen, da so viele unterschiedliche Farbschichten und Werkzeuge im Spiel sind», erklärte Reginato Marxer.

Dem Stil wolle sie auch in Zukunft treu bleiben. «Ich möchte versuchen, auch Männergesichter abzubilden», verrät die Künstlerin. Ihre Werke sind dominant und sprechen den Besucher sogleich an – nicht hinzuschauen ist unmöglich.

Die Herausforderung gesucht
Die Malerei liegt in der Familie. Jedoch musste Claudia Marxer den Pinsel wegen einer Krankheit eine Zeit lang beiseitelegen. «20 Jahre habe ich nicht mehr gemalt», sagte sie. Doch vor drei Jahren hat sie das Fieber wieder gepackt. Seither malt sie vor allem Gemälde, auf denen die Beziehung zwischen Mensch und Tier dargestellt wird. Am häufigsten sind Katzen zu sehen. «Ich hatte einen Hund und habe zwei Katzen. Ich hatte immer schon einen sehr guten Draht zu meinen Tieren», sagte die Künstlerin. Das ist auch beim Betrachten ihrer Werke zu spüren.

Manche von ihnen sind farbig, andere in schlichten Schwarz-, Grau- und Weiss- tönen gehalten. Hatte Marxer früher farbenfrohe Tierbilder bevorzugt, findet sie die Schwarz-weiss-Gemälde mittlerweile schöner. «Es ist herausfordernder, da man viel genauer arbeiten muss, um die Kontraste richtig hervorzuheben.» Ihr Lieblingsbild ist, wie könnte es anders sein, ein Schwarz-weiss-Gemälde. Der Titel lautet «Schmusekatze» und zeigt eine Katze, die ihren Kopf eng an den der Frau drückt. Um Beziehungen geht es auch in den Werken von Gerti Tkavc. Sie störe sich daran, dass heutzutage die menschliche Interaktion oft auf der Strecke bleibe. «Alle starren nur auf ihre Smartphones.» Mit den Skulpturen wollte sie die Gemeinsamkeiten als Freude am Leben herausstreichen.

Besonders zum Vorschein kommt dies in ihrem Werk «Zaungespräch», wobei eine Gruppe von Frauen auf einem Zaun sitzt und scheinbar eine angeregte Unterhaltung führt. Auch ihr liebstes Stück der Ausstellung, die «Bildung», verkörpert die Geselligkeit. Die Leiter stellt die Bibliothek dar, «ein Ort, an dem verschiedenste Leute zusammenfinden. Während die einen lesen, haben andere zum gemeinsamen Gespräch gefunden», erklärt Tkavc. Bekannt geworden ist sie für ihre Töpfereien, abstrakten Bilder oder Figuren aus Pappmaschee. Nun aber hat sie sich den Figuren aus einem Drahtgestell mit Beton überzogen und mit Harz beschichtet verschrieben. «Wenn ich wieder male, dann nur für mich. Hingegen hatte ich beim Anblick dieser Ausstellung die Idee, grössere und farbige Skulpturen zu erstellen, die die Werke von Sabine ergänzen sollen.» (jka)

28. Sep 2019 / 03:00
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