• Hochspannungsleitung Balzers
    Bis die Hochspannungsleitung rückgebaut werden kann, gibt es noch einiges zu tun.  (Picasa)

Wie weiter mit der Hochspannungsleitung Balzers?

Die Durchleitungsrechte für die Hochspannungsleitung in Balzers laufen im August 2021 ab. Bis dahin muss eine Lösung gefunden werden. Bei der Netzbetreiberin Swissgrid liegen einige Korridorvarianten auf dem Tisch, die nun diskutiert werden müssen.

Die bestehende 220-kV-Leitung zwischen Bonaduz und Rüthi, die vor 50 Jahren auf dem Balzner Hoheitsgebiet gebaut wurde, ist ein emotionales Thema und sorgt seit Jahrzehnten immer wieder für Diskussionen. Dass eine neue Lösung gefunden werden muss, nachdem Balzers den Vertrag für die Durchleitungsrechte nicht verlängert hat, ist klar. Doch welche Lösung es am Ende sein wird, ist noch nicht bekannt. Die Netzbetreiberin Swissgrid prüft seit Längerem verschiedene Varianten zur Verlegung der Leitung. Sowohl solche auf Liechtensteiner wie auch auf Schweizer Seite. Ebenso, ob die Leitung künftig unter- oder oberirdisch verlaufen soll. Der Rückbau der bestehenden Leitung ist gemäss Zeitplan  für 2024 vorgesehen – doch bis dahin gibt es noch einiges zu tun. Und da auch mehrere Grundeigentümer davon betroffen sind, gilt es, auch mit diesen eine gütliche Einigung zu erzielen. Die Leitungen überqueren mehr als 60 Grundstücke – rund die Hälfte befindet sich in Privateigentum.

«220-kV-Leitung ist von grosser Bedeutung»

Die letzten Gespräche zwischen der Gemeinde Balzers, dem Amt für Volkswirtschaft und der Swissgrid wurden vor rund einem Jahr geführt. Damals ging es darum, eine Lösung bezüglich des Verfahrens zu finden. Seitdem ist die Swissgrid daran, konkrete Trasseevorschläge zu erarbeiten. «Bei jedem Projekt werden Freileitungs- wie auch Verkabelungsvarianten geprüft», so Jan Schenk, Projektkommunikation Swissgrid. Einige Lösungen liegen demnach wohl bereits auf dem Tisch, am Ende müsse gemeinsam, also mit allen Beteiligten, entschieden werden, welches die beste und durchführbare Variante sei. «Das geht nur gemeinsam. Die Gespräche müssen nun weitergeführt werden», so Schenk. Swissgrid arbeite nur die Vorschläge aus. Über Korridor und Technologie entscheiden schliesslich die zuständigen Behörden. Swissgrid weist darauf hin, dass die 220-kV-Leitung zwischen Bonaduz und Rüthi von grosser Bedeutung ist – auch für Liechtenstein. Sie müsse weiterbetrieben werden. Die Leitung ist indirekt auch für die Stromversorgung von Liechtenstein wirksam, weil an deren Verlängerung die 110-kV-Leitung nach Liechtenstein angeschlossen ist. Klar ist aber: Die Leitung muss nicht zwingend über Balzers geführt werden.

Auch in Liechtenstein herrscht kein Stillstand

Auch in Liechtenstein selbst herrscht natürlich kein Stillstand in der Sache, wie Regierungschef Stellvertreter Daniel Risch im Rahmen einer Kleinen Anfrage des VU-Abgeordneten Manfred Kaufmann aufzeigte. Seit dem 2. Mai 2018 haben demnach drei weitere Sitzungen stattgefunden: Am 13. Juni 2018 fand eine Sitzung mit der Kommission für Energiemarktaufsicht und am 16. August 2018 mit dem Amt für Bevölkerungsschutz statt. «An beiden Sitzungen ging es aufgrund einer entsprechenden Nachfrage von Swissgrid um die Beurteilung der strategischen Bedeutung einer Leitungsführung über liechtensteinisches Hoheitsgebiet für das Land», so Risch. Die dritte Sitzung fand am 6. November 2018 im Beisein von Vertretern des Ministeriums für Infrastruktur, Wirtschaft und Sport, der Gemeinde Balzers, des Amtes für Bevölkerungsschutz, der Liechtensteinischen Kraftwerke sowie des Amtes für Volkswirtschaft zwecks Koordinierung einer abgestimmten Rückmeldung an Swissgrid statt.

Es gibt einen Zeitplan – wenn es optimal verläuft

Ein Blick auf die Webseite von Swissgrid zeigt, dass es auch einen Zeitplan für das Projekt «Hochspannungsleitung» gibt. Allerdings rechnet Swissgrid offenbar sehr wohl damit, dass ein Weiterzug an die Gerichte möglich ist, weshalb es heisst: «Zeitplan im optimalen Fall». Demnach soll im Jahr 2020 eine Informationsveranstaltung für Behörden, Verbände und die Öffentlichkeit stattfinden, bevor der Planungskorridor aufgelegt wird. Anschliessend soll ein öffentliches Anhörungs- und Mitwirkungsverfahren stattfinden. Ebenfalls noch im Jahr 2020 könnte dann der Planungskorridor und die Technologie durch den Bundesrat festgesetzt werden. 2021 soll dann das Plangenehmigungsverfahren selbst erfolgen, ein Jahr später der Entscheid. Die Inbetriebnahme der neuen Leitung und der Rückbau der bestehenden Leitung sind für 2024 geplant. (dv)

10. Apr 2019 / 13:20
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