• Hansjörg Büchel in Balzers
    Der Balzner Vorsteher Hansjörg Büchel ist nach wie vor guter Dinge, dass das Projekt «Dorfplatz Balzers» von den Einwohnern der Gemeinde gut aufgenommen wird.  (Daniel Schwendener)

Neuer Anlauf für den Balzner Dorfplatz

Die Abstimmung über das Projekt Dorfplatz Balzers war am 5. April nicht möglich. Sie soll wohl im 4. Quartal 2020 nachgeholt werden.

Schon einmal haben die Balzner Stimmbürger über einen Dorfplatz im Zentrum der Gemeinde entschieden. 2006, nach drei Jahren der Vorbereitung, wurde das Projekt «Treba (Treffpunkt Balzers)» allerdings abgelehnt. Doch das Thema sollte noch lange nicht vom Tisch sein. Acht Jahre später kam der Dorfplatz im Gemeinderat wieder zur Sprache: Das Nein zum «Treffpunkt Balzers» wurde analysiert und im Anschluss folgte das Teilprojekt «Balzers Mitte», das 2015 seinen Abschluss fand. Nach den Wahlen übernahm der neue Gemeinderat die Mission, Balzers einen Dorfplatz zu geben. Weitere Abklärungen wurden getroffen und Umfragen bei Vereinen und Schulen durchgeführt. 2017 stand schliesslich fest, wo der Dorfplatz entstehen soll: östlich der Gemeindeverwaltung. Ein weiterer Workshop sowie die Infoveranstaltung zum Konzept Dorfplatz Balzers wurden zwischen März und Juli 2018 durchgeführt, bevor ein Jahr später der Wettbewerbssieger namens «Ordo» gekürt wurde. Im Januar 2020 wurde «Ordo» vom Gemeinderat zur Kenntnis genommen und der Bevölkerung vorgestellt.

Ob das Projekt realisiert wird, hätten die Balzner Stimmbürger am 5. April an der Urne entscheiden sollen. Doch dann kam die Corona-Pandemie und der gesamte weitere Fahrplan war dahin. Dieser hätte bei einem Ja den Baubeginn im Winter 2021 vorgesehen. Neu soll über den Kredit von 14,5 Millionen Franken nun voraussichtlich im vierten Quartal 2020 befunden werden. Die Bauarbeiten würden sich bei einem positiven Ergebnis um rund ein Jahr verzögern.

Vor der Abstimmung soll es Infoveranstaltung geben
«Die Broschüren und Wahlunterlagen waren schon bei der Post, als der Amtsentscheid eintraf, dass die Abstimmung nicht stattfinden kann», sagt der Balzner Gemeindevorsteher Hansjörg Büchel. In letzter Minute habe die Gemeinde den Versand der Unterlagen stoppen können. «Wir haben alle Couverts wieder ausgepackt. Seither ist in Sachen Dorfplatz nichts mehr weitergeplant worden», erklärt Büchel. Erst wenn der Kredit gesprochen worden sei, könne am Projekt weitergearbeitet werden.

Der Entscheid über das neue Datum der Abstimmung obliegt dem Gemeinderat. Dieser wird laut dem Balzner Vorsteher zu gegebener Zeit informieren. Wahrscheinlich ist, dass sie im vierten Quartal 2020 nachgeholt werden soll. Der 30. August, an dem auf Landesebene bereits über die Initiative «HalbeHalbe» sowie über die doppelte Staatsbürgerschaft abgestimmt wird, scheint in den Augen von Hansjörg Büchel hingegen eher ungeeignet. Dies aus dem Grund, dass bis Ende August Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen untersagt bleiben. «Bevor es zur Abstimmung kommt, wollen wir eine weitere Informationsveranstaltung durchführen. Diese müsste mindestens 14 Tage vor der Abstimmung stattfinden, da dann die Wahlunterlagen in den Haushalten sein müssen.»

Einziger Platz, der für Veranstaltungen übrig bleibt
Durch die Corona-Krise ist die Gemeinde gezwungen, mit dem Projekt Dorfplatz Balzers quasi einen neuen Anlauf zu nehmen. Wäre die Abstimmung wie geplant im April über die Bühne gegangen, ist Hansjörg Büchel überzeugt, wäre sie im Sinne des Dorfplatzes ausgefallen. Nun aber ist die Situation eine andere. «Die Krise fällt nicht zugunsten des Projekts aus», glaubt er. Die globale Lage sei sehr unsicher und Liechtenstein sei mit seiner Exportwirtschaft von der Weltwirtschaft abhängig. «Ich kann nachvollziehen, wenn jemand sagt, dass es ihm momentan schwerer fällt, einem solchen Kredit zuzustimmen.» Die 14,5 Millionen Franken seien aber gut investiert und an der Summe werde sich auch nichts mehr ändern. «Wir haben im Vorfeld die nötigen Abklärungen getroffen und eine Million Franken als Reserve eingeplant. Dies beispielsweise für ein Zelt, das genau die Masse des Dorfplatzes hat, oder für Absperrungen oder eine Kinoleinwand. Somit werden wir mit dem Budget gut durchkommen», betont Hansjörg Büchel.

Auch muss beachtet werden, dass der Dorfplatz ebenso wie etwa die Schule und die Gemeindeverwaltung für viele Jahrzehnte gebaut wird, wie Hansjörg Büchel sagt. Er sei mit seiner Tiefgarage kein Luxusobjekt, sondern eine sinnvolle Investition in die Zukunft. «In ein paar Jahren werden im Zentrum von Balzers alle verfügbaren Plätze verbaut sein. Um dennoch Veranstaltungen aller Grössenordnungen – drinnen wie draussen – durchführen zu können, brauchen wir diesen Platz. Es gibt keinen anderen und besseren. Wir haben uns das lange überlegt.» Zudem ist die Tiefgarage mit ihrer Ein- und Ausfahrt bei der Strasse Gnetsch auch bei verkehrseinschränkenden Grossveranstaltungen wie dem Jahrmarkt jederzeit zugänglich und kann vollumfänglich genutzt werden.

Anfang 2024 soll der Dorfplatz fertig sein
Der neue Zeitplan für das Projekt Dorfplatz Balzers sieht – unter der Bedingung, dass es angenommen wird – vor, dass im Sommer 2021 die Bauprojektplanung, Baubewilligung sowie die Ausschreibungen und der Ausführungsplan umgesetzt werden. Im Januar 2022 soll mit dem Tiefbau und der Leitungsumlegung begonnen werden, die das gesamte erste Halbjahr in Anspruch nehmen werden. «Der Rohbau der Tiefgarage ist für die zweite Jahreshälfte 2022 geplant», sagt Hansjörg Büchel. Diese Arbeiten sollen Ende 2022 abgeschlossen sein, damit ab 2023 mit der Ausstattung der Tiefgarage und den Hochbauarbeiten auf dem Platz begonnen werden kann. Die Übergabe ist schliesslich Anfang 2024 vorgesehen. «Hierbei handelt es sich um einen Fahrplan, mit dem wir nicht unter Zeitdruck stehen», erklärt der Vorsteher.

Am Projekt «Ordo», wie es im Januar den Balzner Bürgern vorgestellt wurde, ändert sich ebenso wie am Kredit gar nichts. Und nach wie vor ist Hansjörg Büchel guter Dinge, dass das Projekt auch bei den Einwohnern der Gemeinde gut ankommt und das Resultat anders als beim Projekt «Treba» positiv ausfallen wird. «Wir haben uns die Kritikpunkte von damals zu Herzen genommen und deshalb zum Beispiel den Parkplatz bei der Kirche, der zu einem Park umgebaut werden hätte sollen, bewusst gemieden.» (jka) 

Einige Projektdaten
• Die freie unbebaute Fläche des Dorfplatzes beträgt 48 x 28 Meter.
• 58 Bäume umrahmen den Platz.
• Oberirdisch gibt es 10 Parkplätze und 142 überdachte Veloabstellplätze.
• 3 Toilettenanlagen sowie eine Buvette sind vorgesehen
• Die Tiefgarage bietet Platz für 104 Autos und 23 Motorräder.

29. Apr 2020 / 21:26
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