• Gemeinsam mit seinem Vater absolvierte der Balzner Skiprofi Nico Gauer die rund 230 Kilometer lange «Ronde van Vlaandern».
    Gemeinsam mit seinem Vater absolvierte der Balzner Skiprofi Nico Gauer die rund 230 Kilometer lange «Ronde van Vlaandern».

Gauer bezwingt die «Ronde van Vlaandern»

Der Balzner Skiprofi Nico Gauer sucht nach seiner Knieverletzung etwas Abwechslung während seiner Reha, nimmt am «Jedermannrennen» der Flandern-Rundfahrt teil und bezwingt gemeinsam mit seinem Vater das 230 Kilometer lange Radrennen.
Rollenwechsel. 

Es ist eines der berühmtesten Eintagesrennen im Radsport, gehört zu den legendären Frühjahrsklassikern und wird in Belgien wie ein Nationalfeiertag gefeiert: die Flandern-Rundfahrt. Am vergangenen Wochenende fand die «Ronde van Vlaanderen» bereits zum 103. Mal statt. Während jeweils am Sonntag die Profis um den Sieg kämpfen, wird tags zuvor ein Rennen für Hobbyfahrer auf derselben Strecke ausgetragen. Und bei diesem «Jedermannrennen» war in diesem Jahr auch der Balzner Skiprofi Nico Gauer am Start. Und das trotz seiner schweren Knieverletzung vor vier Monaten.

«Die Reha läuft nach Plan»

Rückblende: Anfang Dezember des letzten Jahres reisst sich Nico Gauer nach vielversprechendem Start in die neue Saison das vordere Kreuzband im rechten Knie. Hinzu kommt ein Riss im Meniskus und ein Knorpelschaden. Die Saison ist kurz nachdem sie begonnen hat bereits wieder zu Ende, und während seine Teamkollegen Rennen bestreiten, beginnt für den Balzner ein langer Weg der Genesung.

Heute, rund vier Monate später, hat Nico Gauer den grössten Teil seiner Reha-Phase bereits hinter sich. «Die Reha läuft nach Plan. Die Ärtzte sind sehr zufrieden mit dem Fortschritten, die ich mache. Ich hatte seit der OP nie Komplikationen und jetzt darf ich eigentlich so ziemlich alles machen. Ausser Skifahren», sagt Gauer. Nun geht es für ihn mit der normalen Saisonvorbereitung los, ehe er Mitte Juli erstmals nach seiner Verletzung auf den Schnee zurückkehren kann.

Auf den Engadiner folgt die Flandern-Rundfahrt

Während der Zeit ohne Skisport bleibt dem Balzner für einmal Zeit für anderes. Zeit für neue Herausforderungen. «Als ich mich vor drei Jahren am Knie verletzt hatte und nicht Skifahren konnte, lief ich beim Engadiner Skimarathon mit. Ich mag es sehr, so kleine Herausforderungen zu machen, wenn ich nicht Skifahren kann», erzählt Gauer. Daher war es für den 23-Jährigen klar, dass er sich auch nach dieser Verletzung wieder so einer Herausforderung stellen möchte.

Aber wie kommt man auf die Idee, ein über 200 Kilometer langes Radrennen zu bestreiten? «Ich bin eigentlich schon von klein auf vom Radsport begeistert und war schon bei einigen Rennen, wie zum Beispiel bei der Tour de France, beim Giro oder auch bei der Tour de Suisse als Zuschauer dabei», erklärt der Balzner. 

Doch eines fehlte bisher in seinem Palmares. «Bei einem der grossen Frühjahrsklassiker zuschauen war schon immer ein Traum von mir. Im Januar beschlossen mein Vater und ich, ihn zu erfüllen.Dabei habe ich entdeckt, dass einen Tag vor dem Profirennen ein ‹Jedermannrennen› stattfindet», sagt Gauer und ergänzt: «So entschieden wir uns, da teilzunehmen, um die Strecke fahren zu können und das Feeling der Profis zu erleben.»

«Habe mit meinen 100 Kilo keine Radfahrerpostur»

Am Samstag war es dann so weit und bereits um 7.30 Uhr ging es für den Balzner und seinen Vater beim Start in Antwerpen los. Von da an über 230 Kilometer bis ins Ziel nach Oudenaarde. Wie für die meisten Teilnehmer stand auch für Gauer das Erlebnis bei diesem «Jedermannrennen» im Vordergrund und nicht die Zeit. «Für uns war es nicht ein richtiges Rennen, sondern mehr ein Erlebnis, die Strecke fahren zu dürfen. Es war ein riesiges Volkfest und machte irrsinnig Spass. Ausserdem habe ich mit 100 Kilogramm nicht gerade eine Radfahrerpostur», scherzt der Balzner. 

Trotzdem erreichten die beiden Liechtensteiner nach rund acht Stunden das Ziel. «Es waren harte acht Stunden, aber es hat sich gelohnt. Nun hat man noch viel mehr Respekt vor der brutalen Leistung, welche die Profis erbringen», so Gauer abschliessend.

Zum Schluss bleibt noch eine Frage: Wie geht es dem verletzten Knie nach über 200 Kilometern Rad fahren? «Dem Knie ging es super, ich hatte die gesamte Stecke keine Schmerzen oder Probleme.» (rb)

10. Apr 2019 / 17:30
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