• Patrick Foser (19)

Das Selfie-Porträt: Lieber Lehrer statt Vorsteher

Patrick wollte grad zocken, da sieht er den Anruf in Abwesenheit und ruft zurück. Er war Vorsteher-Kandidat an der Jungbürgerfeier in Balzers und steht kurz vor der Matura.

«Ich gehe ins Gymnasium und bin gerade im Maturajahr, Profil Naturwissenschaften. Danach möchte ich auf eine Padägogische Hochschule, um zu studieren und Lehrer zu werden. Es gibt verschiedene Fächer, die kombiniert werden können. Für mich kommen beispielsweise Biologie, Chemie, Physik, Geschichte, Geographie, Kunst oder Englisch infrage. 

Wie ich Vorsteher-Kandidat an der Jungbürgerfeier wurde? Weder meine Gegenkandidatin Chiara Putzi noch ich konnten viel dafür, wir wussten beide nichts davon. Beim Apéro hat Vorsteher Hansjörg Büchel erklärt, wie eine Gemeindewahl abläuft. Die Idee war, eine Vorsteherwahl zu simulieren. Dazu wurden im Voraus zwei Kandidaten ausgewählt: Chiara und ich. 

Ich hatte kein wirkliches Wahlprogramm. Ich habe einfach gegen Chiaras Idee des Badesees geredet, habe in der Frage-Antwort-Runde reagiert und gesagt, was mir als Vorsteher wichtig wäre: die Zusammenarbeit mit allen, Transparenz und so weiter. Etwas halt, das sich schlau anhört. Fast wie im echten Leben. Es war ja keine allzu ernste Debatte und hat Spass gemacht. 

Jetzt denke ich noch nicht darüber nach, aber später, wenn ich auf den eigenen Beinen stehe und mir etwas aufgebaut habe, könnte ich mir schon vorstellen, mich politisch zu engagieren. Jetzt stehe ich vor dem Studentenleben, da gelten andere Prioritäten. Selbstverständlich werde ich an den nächsten Abstimmungen und Landtagswahlen teilnehmen. 

Im Gymnasium hatten wir Politik als Wahlpflichtfach. Dort gab es die Möglichkeit, mit Gemeinderatskandidaten zu sprechen. Auch der Jugendrat ist gekommen, und von der Initiative Hoi Quote hatten wir auch Besuch. 

Was ich an Liechtenstein unbedingt verbessern würde? Gute Frage. Spontan kommt mir nichts in den Sinn, ausser dass vielleicht Jung und Alt ein bisschen näher zusammenkommen sollten, damit keine Generationen-Lücke entsteht. Es wird viel über junge Leute gesprochen, aber der echte Austausch zwischen Jung und Alt fehlt manchmal. 

Ich bin ein waschechter Balzner, ging hier in die Primarschule, war im Skiclub, spielte Tennis. Seit ich laufen kann, war ich im Fussballverein. Jetzt musste ich aufhören, weil ich die Zeit zum Lernen brauche.» (db)

26. Apr 2020 / 21:38
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