• Griffin s Pub Balzers 01
    Läuft: Das Pub der Balzner Kumpels ist bei einem Augenschein letztes Wochenende gut besetzt. Bild: Rudi Schachenhofer

Aus einer Bieridee entstand ein Pub

In Balzers wurde vor mehr als einem Jahr aus einer Bieridee ein Irish Pub. Elf Freunde aus dem Dorf haben sich ihren Traum erfüllt und das Griffin's Pub eröffnet.
«Ein Pub in Balzers hat mir und meinen Kollegen schon lange gefehlt», sagt Mario Vogt. Irgendwann sei die Idee entstanden, selber eines zu eröffnen. Als ein passendes Lokal zur Pacht frei war, machten Vogt und zehn Balzner Kollegen Nägel mit Köpfen. Sie schrieben einen Businessplan und legten zusammen, um das Grundkapital für das Irish Pub zu stemmen.

Anfang März 2017 war es so weit. Das Griffin's Pub eröffnete. Der Name ist an das Balzner Wappentier, den goldenen Greif mit Zunge, angelehnt.

Kein Irish Pub ohne Guinness

Standesgemäss wird im Pub das dunkle Guinnessbier und Magners Irish Cider vom Fass angeboten. Ausserdem gibt es 15 weitere internationale Biere wie Kilkenny oder Victoria Bitter im Angebot. Aber auch regionale Biere wie Appenzeller Quöllfrisch im Offenausschank und das hauseigene Griffin's Bier, welches von der Balzner Brauerei Prinzenbräu gebraut wird, sind im Angebot. «Es ist wichtig, in einem Pub neben lokalen Bieren auch internationale Biere anzubieten», sagt Vogt. Sie hätten zuerst gezweifelt, ob für Guinness-Offenaussschank genügend Nachfrage bestünde. Doch sie seien überrascht worden, das dunkle Bier sei sehr beliebt, sodass die 30-Liter-Fässer jeweils rasch leer seien und gewechselt werden müssen. «Von uns elf Kompagnons ist keiner Gastronom. Wir sind Banker, Handwerker, Treuhänder und so weiter.» Gastrokenntnisse eigneten sie sich mehr oder weniger durch «Learning by doing» an und führen das Pub quasi als Hobby nebenbei. «Ich habe das Wirtepatent erlangt und mache zusammen mit Stefan Frick die Geschäftsführung,» so Vogt, der hauptberuflich als Versicherungsberater tätig ist.

Den täglichen Betrieb halten 13 Angestellte mit kleinen Teilzeitpensen am Laufen. Fällt mal jemand aus, ist das kein Problem. «Alle elf Teilhaber können Bierzapfen.» Auch wenn mal ein grosser Ansturm an die Bar kommt, können die Teilhaber, von denen oft einer im Lokal ist, kurz Einspringen und das Stammpersonal unterstützen. «So können wir das Pub mit möglichst tiefen Personalkosten am Laufen halten.» Die Kosten seien wohl die grösste Herausforderung beim Projekt gewesen.

Um die Ausgaben und Einnahmen ins Gleichgewicht zu bringen, mussten nach dem Start immer wieder Anpassungen vorgenommen werden. «Jetzt haben wir die Kosten im Griff und können den Betrieb kostendeckend führen», so Vogt. Das liege aber auch daran, dass die Teilhaber auch mal Gratisarbeit verrichten und das Personal flexibel einsetzbar ist. «Ich habe einen Heidenrespekt vor jedem, der sich in der Gastronomie selbstständig macht und das ganze Risiko selber tragen muss», so der 40-Jährige.

Regelmässige Events und TV-Übertragungen

Um Publikum ins Lokal zu locken, finden regelmässig Events statt. So wird etwa der St. Patrick's Day gefeiert und jeden letzten Samstag im Monat gibt es Livemusik im Pub. Ab dem 5. Mai wird auch der Garten wieder geöffnet sein und während der Fussballweltmeisterschaften werden auf zwei grossen Bildschirmen alle Spiele live im Garten gezeigt werden. Der Biergarten sei ein grosser Anziehungspunkt. «Dank dem Garten können wir den Umsatz im Sommer halten», sagt Vogt.

Liest man die Rezensionen zum Griffin's im Netz durch, werden etwa die Sportübertragungen gelobt. Auf vereinzelte Kritik stösst die Raucherpolitik des Lokals. Im Pub darf geraucht werden. «Wir Teilhaber waren uns zu Beginn nicht einig, ob wir ein Raucher-oder ein Nichtraucherlokal betreiben möchten. Also haben wir, wie üblich in solchen Fällen, darüber abgestimmt.» Eine Mehrheit habe sich für das Raucherlokal entschieden.

«Die Leute schätzen es, wenn sie Sport schauen und dazu rauchen dürfen», so Vogt. Auch seien viele andere Lokale ja rauchfrei. Der Hauptteil der Gäste sind denn auch Raucher. Dass man sich für das Rauchen entschieden habe, bringt auch Vorteile für die Nachbarn. «Wenn wir ein Nichtraucherlokal wären, würden wohl ständig Leute vor dem Lokal stehen und rauchen.» Das würde zu Lärmemissionen führen, die zu Problemen werden könnten, da das Pub mitten in einem Wohnquartier steht.

Entscheidungen per Handzeichen

«Dass strategische Entscheidungen per demokratischen Abstimmungen getroffen werden, haben wir von Beginn weg so festgelegt. So ist es möglich, das Unternehmen zu elft zu führen.» Die Abstimmungsergebnisse werden danach von allen Teilhabern mitgetragen. Sitzungen der elf Hobby-Pub-Besitzer finden alle zwei Monate statt. «Denn auch wenn das Geschäft seit Kurzem kostendeckend betrieben werden kann, so sind nach wie vor regelmässig Feinjustierungen nötig», sagt Vogt. Für die Balzner Freunde, die aus einer Bieridee ein Pub realisiert haben, wird das Griffin's also nicht zum teuren Hobby. Doch auch auf die andere Seite werde es wohl nicht ausschlagen. «Reich werden wir damit wohl nie», sagt Vogt lachend. «Wenn alles gut läuft, erwirtschaften wir in den nächsten Jahren unser eingesetztes Kapital und können das ausschütten oder weiter investieren.»

(Jeremias Büchel)

14. Mai 2018 / 16:44
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