­
­
­
­

Gleiche Chancen für Frauen und Männer

Lisa und Max bekommen ihr erstes Kind. Ihre Entscheidung, wie sie die gemeinsamen Aufgaben aufteilen, ist nicht nur von ihren Wünschen abhängig, sondern auch davon, was die Politik für richtig hält.
Autor
Eine Stellungnahme von Andrea Matt und Harry Hasler, Landtagskandidaten der Freien Liste (Wahlkreis Unterland)

Heute sind Frauen gleich gut ausgebildet wie Männer. Sie sind berufstätig, allerdings oft in Teilzeit und in Jobs, für die sie überqualifiziert sind. Frauen machen deshalb nicht nur seltener Karriere als Männer, sie verdienen auch weniger. Diese Lohnlücke ist ungerecht. Besonders kritisch ist, dass die Lücke die Lebenssituation junger Paare beeinflusst, sobald sie Eltern werden. Denn dann reduzieren sie für die Kinderbetreuung ihre Arbeit.

Auch wenn junge Eltern nach der Geburt eines Kindes die Aufgaben gleichmässig verteilen wollen, führt die finanzielle Situation meist dazu, dass der Elternteil mit dem grösseren Einkommen und den besseren Karrierechancen – also praktisch immer der Mann – Vollzeit berufstätig bleibt und die Frau die Kinderbetreuung mitsamt der unbezahlten Hausarbeit übernimmt. Damit das möglich ist, stellt die Frau auf Teilzeitarbeit um oder verzichtet sogar ganz auf ihre Berufstätigkeit. So führt die Lohnungleichheit dazu, dass auch junge Eltern, die eigentlich gleichberechtigt leben wollen, aus Vernunftgründen eine traditionelle Rollenverteilung leben.

Das hat jedoch Folgen, ganz besonders dann, wenn eine Ehe geschieden wird, was auch in Liechtenstein mindestens jeder dritten Familie passiert. Die Kinder leben dann meist bei ihren Müttern und verbringen weniger Zeit mit ihren Vätern, die weiter Vollzeit arbeiten. Den Müttern bleibt die Teilzeitarbeit. Sie erwirtschaften – auf das ganze Leben hinaus betrachtet – ein nur etwa halb so grosses Einkommen wie Männer. Als Alleinerziehende tragen sie ein höheres Armutsrisiko, auch im Alter, weil sie weniger in ihre Pensionskasse einzahlen. Wer das ändern will, muss für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sorgen und sich für Lohngleichheit einsetzen. Es braucht dazu ein Bündel an Massnahmen, zum Beispiel: Teilzeit und Jobsharing auf Führungsebenen; Homeoffice-Regelungen; flexible Arbeitszeitmodelle; Gehaltsgleichstellung; beruf - liche Weiterentwicklung auch in Teilzeit oder während der Elternzeit; bezahlte Elternzeit für Mütter und Väter; Akzeptanz mehrwöchiger Väterzeit; Förderung der Kinderbetreuung.

Erst wenn Frauen gleiche Chancen haben wie Männer, werden sich Lisa und Max tatsächlich frei entscheiden können, wie sie Kinderbetreuung, Haushalt und Arbeit unter sich aufteilen. Am Sonntag, 10.Januar, um 17 Uhr können Sie online mit uns sowohl über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf reden sowie auch über alle andere Themen, die Sie beschäftigen. Den Link zum Online-Zoom-Meeting erhalten Sie, wenn Sie sich per E-Mail direkt bei matt@andreamatt.li melden oder den QR-Code in der kommenden «Liewo» scannen.

Lädt

Schlagwort zu Meine Themen

Zum Hinzufügen bitte einloggen:

Anmelden

Schlagwort zu Meine Themen

Hinzufügen

Sie haben bereits 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

Entfernen

Um «Meine Themen» nutzen zu können, stimmen Sie der Datenspeicherung hierfür zu.

Zustimmen

Ähnliche Artikel

Anna Ospelt
Anna Ospelt ist die Initiantin des Jungen Literaturhauses Liechtenstein, kurz JuLi. Ihr erfolgreiches Projekt: Schreibnachmittage für Kinder. 
29.12.2020
Erfreulich, dass in der letzten Landtagssitzung des Jahres und der Legislaturperiode das Thema bezahlte Elternzeit im Rahmen einer entsprechenden ...
16.12.2020
Franziska Ledergerber in Sevelen
Dem roten Faden auf der Spur. Franziska Ledergerber, Biografiebegleiterin Imaginationstechnik, spricht über die spannendste Reise des Lebens.
28.03.2020
­
­