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Moderne Desinformation

Kommentar: «Coronaskeptiker als Hätschelkinder der Geschichte» «Vaterland», 31. August (S. 21). Zu Lebzeiten war Hans Joachim Friedrichs ohne Zweifel einer der populärsten Journalisten in Deutschland.
Autor
Hans Mechnig, Schaan

Von ihm stammt der Satz: «Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache.» In den knapp 25 Jahren seit seinem Tod haben sich die Verhältnisse jedoch um 180 Grad gedreht. Heute sind ein Grossteil der «Journalisten» Ideologen. Damit einher geht verheerender Weise die Überzeugung, es gehe in erster Linie darum, «Haltung» zu zeigen; alles andere sei bestenfalls zweitrangig. Einer dieser «Haltungsjournalisten» ist Herr Samuel Schumacher. Leider werden Artikel von ihm im «Liechtensteiner Vaterland» publiziert. So z. B. auch am vergangenen Montag auf Seite 21 unter dem Titel «Coronaskeptiker als Hätschelkinder der Geschichte». Samuel Schumacher nutzt dort die Möglichkeit, den Lesern des «Vaterlands» seine moralisch überlegene Haltung und Gesinnung zu demonstrieren. Er tut das, indem er erst einmal alle und jeden verunglimpft und diffamiert, der sich verdächtig gemacht hat, nicht den Idealen von Samuel Schumacher zu huldigen. Entsprechend sind für ihn die Teilnehmer der Demonstration in Berlin am vergangenen Wochenende «ein kunterbunter Haufen von Besorgten und Deprimierten, von Verwirrten, Esoterikern und Rechtsextremen, die mit der Coronarealität nicht mehr umgehen können». Deprimierte, Verwirrte, Esoteriker und Rechtsextreme können natürlich auch niemals ein legitimes Anliegen vertreten. Sollten sie es – zumindest in Teilen – doch getan haben, ist das natürlich zu unterschlagen und totzuschweigen. Notfalls gestattet es die eigene, überlegene Haltung und Gesinnung durchaus auch irgendetwas zu erfinden. In diesem Sinne unter - stellt Herr Schumacher den Demonstrationsteilnehmern beispielsweise eine völlig absurde Wissenschaftsfeindlichkeit. Eine Art bösartiges Dankbarkeitsdefizit?! Was für ein Unsinn! Schon wie er das herleitet, ist schlicht atemberaubend. Ein weiteres «Stilmittel», Haltung und edle Gesinnung zu demonstrieren, ist und bleibt die simple, einfache Lüge. Herr Schumacher macht auch davon Gebrauch. Wer demonstriert, «darf nicht vergessen, dass das System, das er in Frage stellt, ihm überhaupt erst möglich macht, seine Überzeugung ungestraft zum Ausdruck zu bringen», schreibt er. Fakt ist, dass der Vertreter des Systems in diesem Falle, der Berliner Innensenator Geisel, einen behördlichen Amok lief, um die Demonstration zu verhindern. Es bedurfte zweier Verwaltungsgerichtsentscheide, um «das System» zu stoppen! Und dafür muss man dankbar sein, Herr Schumacher?

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