Wenn aus Begegnung Freundschaft wird
Manchmal beginnt Veränderung ganz leise, mit einem Besuch an der Haustür, einem Spiel auf dem Teppichboden und einem Kind, das sich zunächst hinter den Eltern versteckt.
Genau hier setzt das Hausbesuchsprogramm «schritt:weise» an. Vom Eltern Kind Forum geschulte Hausbesucherinnen besuchen Familien regelmässig zu Hause und bringen einfache Spielideen sowie ausgewählte Materialien mit. Gemeinsam mit den Kindern wird gespielt, entdeckt und ausprobiert. Gleichzeitig erhalten Eltern Anregungen, wie sie ihre Kinder im Alltag fördern können. So entstehen Vertrauen, Austausch und neue Kontakte.
In ihrer Arbeit erlebt die Hausbesucherin immer wieder, wie kleine Schritte grosse Veränderungen bewirken können. Bei einer Familie lernte sie ein dreijähriges Mädchen kennen, das anfangs sehr zurückhaltend war und in neuen Situationen stark die Nähe seiner Eltern suchte. Die Familie meistert ihren Alltag, obwohl Sprachbarrieren und gesundheitliche Einschränkungen der Eltern zusätzliche Herausforderungen darstellen. Sprechen gelernt hatte das Mädchen vor allem durch den Kontakt zu den Grosseltern.
Die Besuche der Hausbesucherin wurden von den Eltern von Anfang an mit grosser Dankbarkeit aufgenommen. Auch wenn die Verständigung teilweise über Übersetzungsapps lief, beschreibt die Hausbesucherin die Zusammenarbeit als offen und kooperativ. Mit jedem Treffen wuchs das Vertrauen. Das Mädchen begann sich zu öffnen, zuerst vorsichtig beim Spielen, später immer neugieriger und mutiger. Auch sprachlich machte sie Fortschritte und begann zunehmend Deutsch zu sprechen.
Entwicklung Schritt für Schritt begleiten
Zur gleichen Zeit begleitete die Hausbesucherin einen anderen Dreijährigen. Der Junge brachte viel Energie mit und tat sich anfangs schwer, sich länger auf ein Spiel einzulassen. Die ersten Treffen waren herausfordernd. Geduld spielt in solchen Situationen eine zentrale Rolle. Oft sind es kleine Erfolgserlebnisse, die Veränderungen möglich machen. Mit der Zeit entdeckte auch dieser Junge die Freude am gemeinsamen Spielen und konnte sich immer besser auf Aktivitäten einlassen.
Beide Familien lebten eher zurückgezogen. Kontakte zu anderen Familien waren selten, unter anderem aufgrund sprachlicher Barrieren und kultureller Unterschiede. Ein wichtiger Bestandteil von «schritt:weise» ist deshalb die Vernetzung zwischen Familien. Die Hausbesucherin organisierte ein erstes Treffen zwischen den beiden Familien. Die Kinder begegneten sich zunächst vorsichtig. Beim gemeinsamen Spielen entstand jedoch Vertrautheit. Ein Moment ist der Hausbesucherin besonders in Erinnerung geblieben. Der ältere Bruder des Jungen nahm das Mädchen an der Hand. Kurz darauf sagte der Junge stolz: «Das ist meine Freundin.» Aus Unsicherheit wurde ein kleines Stück Freundschaft. Auch zwischen den Eltern entwickelte sich langsam ein Austausch und sie kamen miteinander ins Gespräch.
Warum Vernetzung so wichtig ist
Rückblickend beschreibt die Hausbesucherin diese Entwicklung als einen besonders berührenden Moment. Solche Begegnungen zeigen, wie wichtig Austausch für Familien sein kann, besonders für jene, die sonst wenig Möglichkeiten zur Vernetzung haben. Zu Beginn sei vieles offen gewesen. Mit Geduld und vielen kleinen Schritten entstand jedoch eine sehr positive Entwicklung. Für die Hausbesucherin ist die Mitarbeit im Hausbesuchsprogramm eine grosse Bereicherung. Die Arbeit mit den Kindern bringt immer wieder neue Erfahrungen und Perspektiven mit sich.
Ausserdem liegt die Stärke des Programms im familiären Miteinander. Jede Familie steht mit ihren individuellen Bedürfnissen im Mittelpunkt. Niederschwellige Zugänge, einfache Materialien, persönliche Begegnungen und kleine gemeinsame Schritte machen das Hausbesuchsprogramm für viele Familien erreichbar. Gerade für Familien mit wenigen sozialen Kontakten oder sprachlichen Barrieren entstehen so neue Möglichkeiten der Begegnung.
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