Promotion
«Klettern mit schönstem Panoramablick auf das Drei-Schwestern-Massiv»
Herr Wille, Sie waren als Projektverantwortlicher für die Bauleitung am Bau des Rhiblok beteiligt. Was waren die grössten Herausforderungen bei diesem Projekt im Vergleich zu anderen Gewerbe- oder Sportbauten?
Silvio Wille: Ich bin Bauingenieur und war vom ersten Entwurf in dieses Projekt involviert und habe die Bauleitung übernommen. Bei der Baueingabe hat uns zusätzlich ein Architekt unterstützt. Besonders im Vorfeld war es schwierig und ein langjähriger Prozess, bis wir die Subventionen für den Bau bekommen haben. Alle waren uns zwar wohlgesonnen, aber es ging sehr lange, bis wir die Kletterhalle realisieren konnten. Der Rest der Vorarbeit ist in meinem Büro passiert. Daher gab es für mich nicht sehr viel zu koordinieren. Beim Rohbau selbst handelt es sich um einen herkömmlichen Gewerbe- beziehungsweise Industriebau.
Eine Kletterhalle baut man nicht jeden Tag. Es handelt sich um eine klassische Hochbauarchitektur mit spezialisiertem Kletterwandbau. Wie sind Sie da vorgegangen?
Die Errichtung der Kletterhalle hat uns selbstverständlich vor ein paar spezielle Anforderungen gestellt. Angefangen bei der Sicherheit bis hin zu den Kletterwänden und die speziell «sanften» Böden, die von einer Spezialfirma angefertigt wurden. Da ist es klar, dass man sich zuerst einmal ein bisschen informieren und sich anderweitig umsehen muss. So habe ich in den vergangenen Jahren jeweils in den Ferien einige Kletterhallen besucht und genau hingeschaut, wie diese konzipiert sind.
Sie haben gerade die Sicherheit angesprochen, was mussten Sie bei der Kletter- und Boulderhalle diesbezüglich berücksichtigen?
Wir haben bei diesem Projekt mit Firmen zusammengearbeitet, die sehr grosse Erfahrung beim Errichten von Kletterhallen haben. Für den Bau haben wir aus diesem Grund eine Firma aus Bulgarien beauftragt, die weltweit Kletterwände baut und sehr erfahren ist. Der Kletterwandbauer hat sämtliche Sicherungspunkte so gesetzt, dass sie auch halten. Wir haben geschaut, dass alle Sicherheitskriterien jederzeit und optimal erfüllt werden. Man kann Unfälle nicht hundertprozentig verhindern, aber da wird auch der Pächter
Augen und Ohren offenhalten und die Sportlerinnen und Sportler gut instruieren und schulen.
Weshalb hat eine Firma aus Bulgarien den Auftrag erhalten?
In Ost- und Nordeuropa werden vor allem die verleimten Platten, das sind Dreischicht- und Sperrholzplatten, hergestellt, die für eine Kletterwand erforderlich sind. Die Mitarbeiter dieser Firma, die diese Kletterwände produziert, sind Profis in ihrem Metier und arbeiten ausschliesslich mit diesen Materialen. Ausserdem arbeiten sie weltweit. Die nächste Kletterwand werden sie beispielsweise in den USA errichten.
Konnten Sie Wünsche anbringen, wie die Kletterwand gestaltet werden soll?
Ja. Zusammen mit dem Kletterwandhersteller haben wir definiert, welche Neigungen und Geometrie die Wände aufweisen sollen. Wie viele Überhänge benötigt werden, wie viele Anfängerrouten es geben soll, wo sie angebracht werden sollen und wo die schwierigeren Routen gesteckt werden können. Anschliessend können der Hallenbetreiber und Pächter selbst Routen schrauben. In unserem Team haben wir einen professionellen Routenschrauber mit sehr viel Erfahrung. Er kennt andere Routenschrauber aus der ganzen Region. Ziel ist es, jede Woche zehn neue Routen für die Kletterer und Boulderer zur Verfügung zu stellen, damit sie Abwechslung haben und verschiedene Schwierigkeitsgrade testen können. Der Rhiblok besticht durch rund 3000 m2 Kletterwand.
Welche technischen und infrastrukturellen Lösungen wurden im Rhiblok umgesetzt,
um ein optimales Hallenklima zu sichern?
Da es sich bei diesem Gebäude um eine Halle mit Kletterwänden handelt, haben wir praktisch keine Fenster verbaut. Somit war es prädestiniert, an der Fassade und auf dem Dach möglichst viel Photovoltaik zu realisieren. Nun haben wir eine riesige Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 275 kWp sowie einen grossen Speicher. Dadurch können wir die Halle praktisch autark betreiben und zudem Strom ins Netz einspeisen. Eine künstliche Belüftung gibt es in der Halle keine. Das Dach ist mit 24 Klappen bei den Oberlichtern im Dachraum ausgestattet, die sich elektrisch öffnen lassen. Wird da aufgemacht und das grosse Tor ist ebenfalls geöffnet, wird die Luft abgeführt und Frischluft zugeführt. Es gibt zwar eine kleine, spezielle Lüftung, aber die befindet sich im Schuhschrank, in dem die nicht so gut riechenden Klettermietschuhe aufbewahrt werden.
Gab es während der Bauphase kritische Momente im Terminplan und wo genau lagen diese?
Der Terminplan wurde jederzeit eingehalten und somit gab es auch keine kritischen Momente in der Bauphase. Da dürfen wir uns selber fast loben. (lacht) Wir haben exakt ein Jahr Bauzeit benötigt. Wir haben im September 2025 angefangen und im September 2026 eröffnen wir. Wir haben relativ früh alle Arbeitsgattungen offerieren lassen und die Unternehmer haben Bescheid gewusst, wann sie loslegen müssen. Das hat hervorragend geklappt. Daher kann ich nur ein grosses Kompliment an alle beteiligten Unternehmer machen.
Inwieweit spielten regionale Baumaterialien, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit eine Rolle bei der Materialwahl für den Bau?
Ein Detail, das zu Diskussionen geführt hat, ist die Fassade. Wir haben einen Gewerbebau und im Prinzip auch eine gewerbebaumässige Fassade, bestehend aus Stahlpaneelen. Wir vom Alpenverein haben uns überlegt, eine Holzfassade zu realisieren, haben uns aber dagegen entschieden, weil wir so viel günstiger bauen konnten. Zudem ist die PV-Anlage eine grosse Investition in die Nachhaltigkeit. Im Innenausbau haben wir jedoch auf Holz gesetzt. Sämtliche Holztüren und anderweitige Holzteile stammen aus heimischer Esche. Vor ein paar Jahren grassierte bei uns ein Eschensterben. Aus diesen Eschen haben wir nun alle Türen, Tische und weitere Bauteile und Möbel produzieren lassen.
Gibt es ein technisches Detail im Rhiblok, das auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, auf das Sie als Bauingenieur und Bauleiter aber besonders stolz sind?
Das ist ganz klar das grosse Tor. Es hat eine Grösse von sechs auf elf Meter und besteht aus Glas und Metall. Wenn man in der Halle steht, das ist zwar nicht bewusst geplant gewesen, aber wenn man hinausschaut, sieht man den Wald und dahinter das Drei-Schwestern-Massiv und die ganze Bergkette. Es schaut fast so aus, als würde man ein Gemälde betrachten.
Am 26. September erfolgt die feierliche Eröffnung des Rhibloks. Haben Sie ein spezielles Programm für den Tag vorbereitet?
Am Vormittag feiern wir die Eröffnung mit einem kleinen Anlass für geladene Gäste. Wir dürfen auf relativ viele Sponsoren zählen. Auch die Politik hat uns unterstützt sowie alle Gemeinden und das Land. Auch unser Hauptsponsor, die Liechtensteinische Landesbank, wird bei uns zu Gast sein. Am Nachmittag sind dann alle im Rhiblok herzlich willkommen. Welche Attraktionen es geben wird, soll noch nicht verraten werden, aber es wird diverse Show-Klettern geben. Selbstverständlich haben wir auch für die kleinen Gäste etwas Besonderes vorbereitet.
Copyright © 2026 by Vaduzer Medienhaus
Wiederverwertung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung.







