• Restaurant PUR in Schaan
    Die Schutzmassnahmen in Gastrobetrieben bleiben bestehen. Das heisst: Nicht mehr als vier Personen an einem Tisch – ausser alle leben im selben Haushalt.  (Daniel Schwendener)

Nicht alle Gäste halten sich an Schutzkonzept

Inspektionen zeigen: Die Gastbetriebe setzen das Schutzkonzept vorbildlich um, doch die Gäste halten sich nicht immer daran.

Seit dem 15. Mai dürfen die Gastronomiebetriebe wieder geöffnet haben. Bekanntlich unter Einhaltung eines per Verordnung auferlegten Schutzkonzepts. Das Amt für Lebensmittelkontrolle und Veterinärwesen ist für die Kontrolle in den Betrieben zuständig.  Wie Abteilungsleiter Wolfgang Burtscher sagt, sind alle Inspektoren mehrheitlich für CovidKontrollen im Einsatz. Bis vergangenen Freitag wurden zwölf Inspektionen durchgeführt. «Insgesamt gesehen sind wir aus heutiger Sicht sehr zufrieden und können den Wirten ein gutes Zeugnis ausstellen», so Burtscher. 

Als Hauptmangel hat sich der Mindestabstand zwischen den Tischen herauskristallisiert. Dabei habe es sich aber lediglich um geringfügige Unterschreitungen des Mindestabstandes gehandelt, was vor Ort geklärt werden konnte. Bei allen anderen Mängeln habe es sich um Einzelfälle gehandelt, die ebenfalls nicht schwerwiegend waren. Verwarnungen oder Sanktionen mussten noch keine ausgesprochen werden. Bei den Kontrollen habe sich das Amt bisher auf die Gastbetriebe und noch nicht auf die Bars konzentriert.

Wirte möchten Gastgeber und nicht Polizisten sein

Das Fazit nach der ersten Woche: «Die Wirte geben sich Mühe und haben Mühe», sagt Burtscher. Die Schwierigkeit habe sich darin gezeigt, dass  die Gäste teilweise das Schutzkonzept nicht eingehalten hätten. Beispielsweise sei es in einem Betrieb zu einer Vermischung einer Gästegruppe gekommen, weil sie sich gegenseitig gekannt hatten. Einzelne Restaurants hätten auch Mühe mit der Platzierung der Gäste gehabt. «Es kam vor, dass Gästegruppen mit mehr als vier Personen, die nicht in einem Haushalt leben, an einem Tisch sitzen wollten», so der Abteilungsleiter zu den Rückmeldungen von mehreren Gastronomiebetrieben. 

Dieses Verhalten bringt die Wirte in ein Dilemma, die in erster Linie gute Gastgeber sein wollen und keine Polizisten. Doch der Gastronom ist verpflichtet, das Schutzkonzept umzusetzen und muss deshalb den Gast bei einem Fehlverhalten darauf hinweisen. Hat der Gast keine Einsicht, müsste er ihn sogar aus dem Betrieb weisen oder zur Unterstützung die Polizei anfordern.  Wolfgang Burtscher ist so ein Fall aber bisher nicht bekannt. «Doch so eine Situation ist schwierig für den Wirt. Einige haben sich deshalb eine Argumentationrichtlinie zusammengestellt.»

Schutzmassnahmen bleiben bestehen

Wolfgang Burtscher appelliert deshalb an die Bevölkerung, den Vorschriften in der Gastronomie Folge zu leisten. «Halten sich die Gäste nicht an die Anweisungen, setzt dass die Gastwirtschaft noch mehr unter Druck.»  Es sei wichtig, die Schutzmassnahmen weiterhin einzuhalten. Ist die Gruppe beispielsweise grösser als vier  Personen und stammen die Personen aus unterschiedlichen Haushalten, müssen mehrere Tische belegt werden. «Bei dieser Massnahme geht es darum, mögliche Folgeinfektionen zu vermeiden. Denn dadurch wir das Infektionsrisiko statistisch dezimiert», hält der Abteilungsleiter fest. 

Keine Bussen in Liechtenstein

Schwieriger scheint es, das Schutzkonzept in den Bars umzusetzen. In Oberriet wurde eine Bar mit einer Busse von 20 000 Franken belegt und hat nun ihre Türen wieder geschlossen. Auch in Liechtenstein stellte die Landespolizei Samstagnacht einen Verstoss gegen das Schutzkonzept in einer Bar in Schaan fest. Beim Amt für Lebensmittelkontrolle und Veterinärwesen ist allerdings noch keine Meldung eingegangen, wie Burtscher sagt.  Bussen sind in Liechtenstein keine vorgesehen. «Das würde der Sache nicht dienen», so der Abteilungsleiter. Allerdings können bei vorsätzlicher beziehungsweise grobfahrlässiger Missachtung des Schutzkonzeptes Sanktionen bis hin zur Betriebsschliessung ausgesprochen werden. (manu)

26. Mai 2020 / 07:00
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