• Demmel Kaffee
    Peter Demmel hat einen Exportscheck genutzt und exportiert inzwischen erfolgreich nach Deutschland.  (Daniel Schwendener)

Wie KMU neue Märkte erobern

Die Corona-Krise hemmt Firmen in Liechtenstein derzeit, Exportstrategien zu entwickeln. Finanzielle Mittel liegen damit brach.

Die Corona-Pandemie hat die Nachfrage bei vielen Unternehmen einbrechen lassen. Die Unsicherheit ist auch bei den KMU in Liechtenstein gross, wie sich anhand der Exportschecks deutlich zeigt. Die Nachfrage ist stark zurückgegangen, teilweise werden sie sogar zurückgegeben, weil Unternehmen ihre Pläne entweder auf Eis legen oder geplante Messen ins Wasser fallen. So beschreibt Margarethe Hoch vom Amt für Volkswirtschaft die derzeitige Lage. «Für unsere KMU ist die Zeit jetzt aber günstig, um sich für neue Märkte zu interessieren und gezielt Informationen einzuholen», erklärt sie. 

 

10 000 Franken für  den Export

Mit dem Exportscheck soll kleineren und mittleren Unternehmen in Liechtenstein der Einstieg ins Exportgeschäft erleichtert werden. Das Amt für Volkswirtschaft hat im Auftrag der Regierung mit Switzerland Global Enterprise (S-GE) eine Leistungsvereinbarung bis Ende 2021 abgeschlossen. So werden weiterhin Exportschecks vergeben. Pro Unternehmen stehen genau 10 000 Franken zur Verfügung. Das Budget liegt insgesamt bei 400 000 Franken, wobei dieses auch Innovationsschecks umfasst, die für die Zusammenarbeit mit bekannten Forschungseinrichtungen wie Innosuisse genutzt werden können.  Als erste Anlaufstelle für Internationalisierung unterstützt S-GE im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) Schweizer und Liechtensteiner KMU, die Waren oder Dienstleistungen exportieren möchten. «Jährlich werden nur 15 bis 20 Exportschecks an heimische KMU vergeben», erzählt Hoch. Sie nutzen die finanzielle Unterstützung, um ihre Produkte im Ausland zu vermarkten – zum Beispiel auf Messen – oder sie nutzen eine Exportberatung bei S-GE. Auf diese Weise haben etliche Unternehmen in den vergangenen Jahren den Schritt ins Ausland gewagt. «Nicht ­immer wird der Versuch, ausländische Märkte zu erobern, mit Erfolg gekrönt», sagt Hoch. Für manche Produkte sei es in manchen Ländern  schwer, wirklich Fuss zu fassen. «Die Exportberatung ermögliche es, die richtigen Märkte zu finden», betont Hoch. Auch wenn das manchmal bedeutet, sich von einer Idee verabschieden zu müssen. 

Die Firmen, welche Exportschecks in Liechtenstein bisher nutzten, sind über alle Branchen verstreut. Auch Kleinstunternehmen gehören zu den Betrieben, die davon profitieren können, wie sich am Beispiel von Peter Demmel aus Schaan zeigt. Mit seiner Kaffee-Rösterei hat er inzwischen eine kleine Produktion aufgebaut. Mithilfe eines Exportschecks konnte er neue Märkte ausloten. «Auch das Export-Seminar mit einem Workshop hat mir geholfen», berichtet er über seine Erfahrung. Für ihn sei dieses hilfreicher gewesen als die Exportberatung von SG-E. «Im Seminar habe ich erfahren, welche Möglichkeiten es gibt. Ich kam nämlich mit der Einstellung, dass es fast unmöglich sei, Waren preiswert in die EU zu schicken», erzählt er. Doch mit der liechtensteinischen Post ist er schliesslich fündig geworden. Denn die Schwierigkeit für Demmel ist, dass der Warenwert einer Bestellung oft gering ist mit 26 Franken. «Wenn wir ein Paket mit DPD nach Deutschland direkt an den Kunden versenden, ist es zwar am nächsten Tag dort. Aber der Preis dafür übersteigt den Warenwert und daher lohnt es sich erst gar nicht», erzählt er. Nach Nordamerika verschicke er zwar über Fedex, doch dort sei das Konzept anders. Durch einen lokalen Händler kann er grössere Mengen auf einmal senden, der es dann an Kunden verteilt. Der Anteil der Bestellungen aus dem Ausland wächst bei Peter Demmel von Jahr zu Jahr.

Auch andere Unternehmen haben die Exportseminare oder Schecks in den vergangenen Jahren in Liechtenstein in Anspruch genommen. So zum Beispiel die Ludwig Elkuch AG, die unter anderem Öltanks herstellt, um an Messen international vertreten zu sein. Zuletzt hat eine Jungunternehmerin einen Exportscheck genutzt. Die Designerin hat ein eigenes Label gegründet und will nun auch Märkte ausserhalb Liechtensteins und der Schweiz ausloten. Für viele kleine Firmen ist es auch eine gute Option, um E-Commerce-Lösungen zu finden. 

 

Export-Help

Die Hotline (236 69 05) mit Spezialisten beim Amt für Volkswirtschaft nimmt Fragen zum Export entgegen und hilft innerhalb 24 Stunden mit ersten Lösungsansätzen weiter. 

22. Mai 2020 / 11:09
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