• Gerichtsgebäude
    Auch Intark Invest in Mauren soll Gelder in Millionenhöhe veruntreut haben.  (Elma Korac)

Verdacht auf Millionenbetrug

Es muss eine Hiobsbotschaft für die Anleger der Autark Invest sein. Gegen den deutschen Firmenchef läuft ein Verfahren wegen Veruntreuung und Geldwäsche in Liechtenstein.
Vaduz/Mauren. 

Weltweit gibt es immer wieder Fälle von Unternehmern, Finanzmanagern und Vermögensverwaltern die Kundengelder veruntreuen. Letztes Jahr behandelten Schweizer Gerichte zum Beispiel 59 Fälle von Wirtschaftskriminalität. Das Schadensvolumen belief sich auf 426 Millionen Franken. Das zentrale Motiv ist laut KPMG sich zu bereichern, um einen aufwändigen Lebensstil oder die Tilgung von Schulden zu finanzieren. Zuletzt gab es auch einige Fälle in Liechtenstein, die für Aufsehen sorgten. In den Kreis der Selbstbedienungsläden reiht sich nun auch die Autark Invest AG mit Sitz in Mauren ein.

Kundengelder auf Privatkonto überwiesen
Der Firmeninhaber Stefan Kühn aus Deutschland und sein Partner sollten das Geld ihrer Kunden in Immobilien, Biogasanlagen und ein Theater investieren. Stattdessen besteht nun der Verdacht, dass die beiden Männer mithilfe der «Autark-Gesellschaften» Gelder von Anlegern zur Investition entgegennahmen, die Gelder jedoch absprachewidrig verwendeten – teilweise auch, um private Rechnungen zu bezahlen. 
Der Liechtensteiner Staatsanwalt Robert Waller bestätigt auf Anfrage: «In dieser Sache führen wir ein Strafverfahren gegen zwei Personen wegen Verdachts der Untreue, der Geldwäscherei und der Widerhandlung gegen Art 63 Abs 1 Bst b BankG». Derzeit wartet die Staatsanwaltschaft auf einen vom Untersuchungsrichter in Auftrag gegebenen Bericht der Landespolizei. «Wegen Überlastung des Kommissariats Wirtschaftskriminalität verzögert sich die Erledigung», erklärt Wallner auf Anfrage. Schwerpunktmässig untersucht in Deutschland die Dortmunder Staatsanwaltschaft den Fall. Gegen Stefan Kühn und seine Mitstreiter wird dort ermittelt und zwarnicht nur wegen Untreue, sondern wegen gewerbs­mässigen Betrugs. Die Rede ist von 50 Millionen Euro, die 3 600 Anleger an die Autark Invest AG bisher einge­zahlt haben und die versickert seien. Diese Summe kann weder die Staatsanwaltschaft in Liechtenstein, noch in Dortmund bestätigen. «Die Schadenssumme im hier anhängigen Verfahren bewege sich im Millionen-Bereich», heisst es bei der Dortmunder Staatsanwaltschaft auf Anfrage. Es gebe im dort laufenden Verfahren eine zweistellige Anzahl an Geschädigten. Es dürften aber weit mehr dazukommen. So vertritt ein Deutscher Anwalt beispielsweise 100 Geschädigte. 

Der Justiz bereits bekannt
In Deutschland befindet sich Inhaber Stefan Kühn nicht in Untersuchungshaft, wie die Staatsanwaltschaft in Dortmund auf Anfrage weiter bestätigt.  Laut Deutschem Verbrauchermagazin «Stiftung Warentest» ist der Mann kein Unbekannter für die Justiz. Er sass demnach bereits wegen unsauberer Finanz­geschäfte mit einer anderen Firma in der Schweiz zehn Monate in Unter­suchungs­haft – damals noch unter dem Namen Stefan Koschate. In Deutsch­land wurde er dem Magazin zufolge zu einer Haft­strafe von drei Jahren und zwei Monaten verurteilt. Diese Haftstrafe hat der kriminellen Energie aber offenbar kein Ende setzen können. Die Autark AG mit Sitz in Mauren ist inzwischen gelöscht worden. Das war aber nicht die einzige Gesellschaft des Verdächtigen. Die Kundengeschäfte wickelte er über die Autark Group AG in Berlin ab. Gegen den Liechtensteiner Treuhänder, der die Autark Invest verwaltete, läuft kein Strafverfahren. (dal)

19. Jul 2018 / 20:52
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