• Gerichtsgebäude in Vaduz
    Erneut wird gegen einen Treuhänder in Liechtenstein ermittelt.  (Daniel Schwendener)

Strafermittlungen gegen Vaduzer Treuhänder

Im Raum steht offenbar erneut Betrug. Der Verdächtige bestreitet alle Vorwürfe.

Die Gerüchteküche brodelt seit Längerem. Gemäss unbestätigten Informationen soll erneut ein Treuhänder und Rechtsanwalt, mit einem kleinen Büro in Vaduz, Kundengelder in Millionenhöhe veruntreut haben. Der entscheidende Tipp für die Ermittlungen soll von seiner Bank gekommen sein. Sicher ist, dass es in diesem Zusammenhang beim Treuhänder in den letzten Tagen zu einer Hausdurchsuchung gekommen ist. Und der Geschäftsführer der Liechtensteinischen Treuhandkammer, Ivo Elkuch, bestätigt auf Anfrage: «Die Disziplinarorgane der Treuhandkammer untersuchen in diesem Fall.» Für weitere Auskünfte verweist Elkuch auf die Staatsanwaltschaft. Diese will aber zum Verfahren im Moment keine Auskunft geben und «erst zu gegebener Zeit informieren». Der Beschuldigte ist jedoch auf freiem Fuss und nicht in Untersuchungshaft. Sein Anwalt teilt auf Anfrage schrift­lich mit: «Gegen meinen Mandanten liegt keine Anklage vor, sämtliche Vorwürfe gegen meinen Mandanten sind haltlos, was das Ermittlungsverfahren auch ergeben wird.»

Es wäre der dritte Fall innert kurzer Zeit

Sollte sich der Verdacht erhärten, dann wäre dies erneut ein schwerer Imageschaden für die Treuhandbranche. Es wäre bereits der dritte publik wer­dende Fall in den letzten Jahren. 2018 wurde ein 70-jähriger Treuhänder und Rechtsanwalt zu acht Jahren Haft wegen Untreue, schweren Betrugs und Geldwäsche verurteilt. Insgesamt ging es dabei um eine Deliktsumme von  40 Millionen Franken. Und im Fall «New Haven» musste im Juli 2019 ein Treuhänder wegen der Veruntreuung von Kundengeldern mit einem Schaden von 30 Millionen Franken für sechs Jahre und sechs Monate hinter Gitter. Sein Geschäftspartner wurde zu 2,5 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Seit diesen Fällen ist auch eine politische Diskussion entbrannt. Es wird vermehrt gefordert, dass die Treuhandbranche stärker beaufsichtigt und die Treuhandkammer zurückgebunden wird. Sollte hier ein erneuter Fall vorliegen, werden diese Stimmen weiter Auftrieb erhalten. (sap)

29. Mai 2020 / 00:27
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1 KOMMENTAR
Eine Krähe hackt der anderen
kein Auge aus. So oder so ähnlich heisst ein bekanntes Sprichwort. Wenn die Treuhandkammer hier die Ermittlungen führt darf sich der beschuldigte Treuhänder wohl in Sicherheit wiegen. Aber immerhin ermittelt mal jemand. Ich hätte mir beispielsweise ein aktives Eingreifen der Finanzmarktaufsicht erwartet. Aber die dürfte ja wie üblich nicht zuständig sein und sich lieber mich noch mehr Regulierung und Aufblähung des Wasserkopfes beschäftigen....
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 02.06.2020 Antworten Melden

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