So viel verdienen die Chefs der Staatsbetriebe

Die GPK hat eine Liste mit den Löhnen all jener bestellt, die in den Geschäftsleitungen der Staatsbetriebe sitzen. Die FMA-Führung verdient im Jahr zum Beispiel mehr als die Regierungsräte, wie Thomas Rehak bereits kritisierte. Ein Überblick.

Bei den Löhnen in der Geschäftsleitung der Finanzmarktaufsicht müsse eine rote Linie gezogen werden, forderte der Landtagsabgeordnete Thomas Rehak vergangene Woche. Eigentlich sollte es im Landtag um den FMA- Staatsbeitrag in Höhe von fünf Millionen Franken jährlich gehen, doch die Debatte schweifte ab. Der Grund: Rehak empfindet es als stossend, dass die Geschäftsleitungslöhne der FMA jene der Regierung übersteigen. Die Regierungsräte verdienten weniger als 300 000 Franken und der Regierungschef liege knapp darüber, wie Rehak auf Anfrage weiter klarstellte. Das will der NF-Abgeordnete aber nicht auf sich sitzen lassen. Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Landtags, zu welcher auch Rehak gehört, hat bei der Regierung eine Liste aller Löhne von Geschäftsleitungsmitgliedern der öffentlich-rechtlichen Unternehmen im Land angefordert.

1,8 Millionen Franken für Löhne

Gerade die FMA sei grosszügig mit ihren Löhnen. Die Bruttobezüge der Mitglieder der Geschäftsleitung im Geschäftsjahr 2018 beliefen sich auf 1,87 Millionen Franken – ohne Sozialaufwand. Sechs Mitglieder gibt es, die durchschnittlich also über 300 000 Franken verdienen. Im Vergleich dazu: Der Chef der Schweizer Finanzmarktaufsicht, Mark Branson, verdient im Jahr 552 510 Franken. 
Für Thomas Rehak sei das aber keine Legitimation dafür, dass die Löhne der FMA-Leitung in Liechtenstein ebenfalls so hoch sind. «In der Schweiz verdienen auch die Bundesräte fast doppelt so viel», betont er. Liechtenstein spiele hier in einer anderen Liga. Für Rehak stellt sich die Frage, eine Deckelung einzuführen und zum Beispiel die gleiche Lohnklasse einzuführen wie bei der Verwaltung. Den Einwand, dass qualifiziertes Personal auch etwas kostet, lässt er nicht gelten. «Die FMA findet auch hervorgegangenes Personal mit einem Jahreslohn unter 300 000 Franken», sagt er. Zudem sei eine solche Position nicht mit der Privatwirtschaft zu vergleichen, bei der Führungskräfte oft von heute auf morgen auf die Strasse gestellt werden. Im Gegenteil: Die Jobs bei der FMA seien sehr sicher für Arbeitnehmer. Auch VU-Fraktionssprecher Günter Vogt empfindet es als störend, dass die FMA-Geschäftsleitung mehr verdient als die Regierung. Er empfahl in einer Sitzung des Landtages vergangenen Freitag, die Eignerstrategie anzupassen. Wie es bei den Staatsbetrieben des Landes genau aussieht, das darf mit Spannung erwartet werden. 

Post-Chef verdient mehr als 300 000 Franken

Ein Blick in die Geschäftsberichte der Staatsbetriebe zeigt aber bereits, dass die Löhne hier sehr unterschiedlich ausfallen. Die Gesamtbezüge des Geschäftsleiters der Liechtensteinischen Post, Roland Seger, betrugen im vergangenen Jahr 309 000 Franken. Bei der Telecom hingegen sieht es etwas anders aus. Die Geschäftsleitung zählte während des vergangenen Jahres fünf Mitglieder. «Deren Gesamtbezüge für 2018 betragen 1,1 Million Franken», heisst es da im Geschäftsbericht der Telecom. Das wären pro Mitglied durchschnittlich nur knapp 220 000 Franken. Wobei der Lohn des Geschäftsführers – wie bei allen Betrieben – wohl deutlich nach oben ausschlagen dürfte. 

LLB als Spitzenreiter

Die Geschicke der LKW leiten fünf Mitglieder der Konzernleitung. Sie haben alle zusammen im vergangenen Jahr 954 025 Franken verdient. Das Gefälle unter den Staatsbetrieben ist aber gross. Die Gesamtbezüge der Geschäftsleitung der Liechtensteinischen Gasversorgung liegen zum Beispiel bei 571 800 Franken, die sich die drei GL-Mitglieder aufteilen müssen. Ganz anders sieht es bei der LLB aus. In der Finanzbranche sind die Löhne bekanntlich deutlich höher. So verwundert es wohl kaum, dass die Konzernleitung der Landesbank für das Geschäftsjahr 2018 eine fixe Vergütung in Höhe von 3,2 Millionen Franken und eine variable in Höhe von 2,6 Millionen Franken erhielt, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. (wr)

14. Jun 2019 / 18:19
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistgelesen
11. Dezember 2019 / 20:22
11. Dezember 2019 / 15:15
12. Dezember 2019 / 05:00
Meistkommentiert
29. November 2019 / 13:35
27. November 2019 / 21:19
19. November 2019 / 05:00
Aktuell
12. Dezember 2019 / 07:00
12. Dezember 2019 / 05:00
12. Dezember 2019 / 04:06
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
Pizol
Zu gewinnen 1 Saisonkarte vom Skigebiet Pizol.
05.12.2019
Facebook
Top