• Die Finanzmarktaufsicht führt derzeit vertiefte Abklärungen bei der Sigma Bank durch.  (Tatjana Schnalzger)

Sigma Bank gerät ins Visier der Aufseher

Eine Strafanzeige gegen den bisherigen CEO ruft die FMA auf den Plan.

Im März des vergangenen Jahres übernahm die heimische Sigma Kreditbank die Volksbank in Schaan. Das erste Jahr mit einer vollständigen Banklizenz schien zunächst von Erfolg gekrönt zu sein für den neuen Eigentümer, den österreichischen Milliardär und Geschäftsmann Martin Schlaff. Doch vor zwei Wochen trennte sich die Sigma fristlos vom bisherigen CEO Stefan Wolf und erstattete Strafanzeige, wie Staatsanwalt Robert Wallner diese Woche auf Anfrage bestätigte. Die Bank hatte erhebliche Mängel bei der Compliance festgestellt.

Das bedeutet nichts anderes, als dass die Volksbank Kunden akzeptierte, die andere Banken heutzutage nicht mal mehr mit der Beisszange anfassen würden. Unbestätigten Informationen zufolge geht es um den Verdacht der Geldwäsche, aber auch kriminelle Kunden rutschten angeblich durch die Compliance. Jene Abteilung der Bank, die genau das verhindern soll. Davon will die neue Eigentümerin nichts gewusst haben und sucht die Schuld bei der Volksbank Vorarlberg als Verkäuferin sowie dem übernommenen Management. Wie ein Mitarbeiter der Sigma in Schaan gegenüber «Wirtschaft regional» erklärt, werde die Bank kommende Woche auf Herz und Nieren von der Finanzmarktaufsicht geprüft.

FMA hat erste Massnahmen bereits getroffen
Die FMA bestätigt auf Anfrage, dass sie tatsächlich vertiefte Abklärungen durchführt und erste Massnahmen bereits getroffen hat. Einen Zeithorizont nannten die Aufseher aber nicht. Für den jetzigen Eigentümer, den zweitreichsten Mann Österreichs, erfolgte damit ein böses Erwachen. Dabei verlief der Start für die Bank eigentlich positiv. Wie aus dem Geschäftsbericht aus dem Jahr 2019 hervorgeht, erwirtschaftete sie per Ende des Jahres einen Gewinn von knapp acht Millionen Franken und steigerte sich damit deutlich um 2,5 Millionen Franken im Vergleich zum Vorjahr – obwohl der Geschäftsaufwand angestiegen ist. Das zeigt: Operativ lief es im vergangenen Jahr gut für die Bank.

Mehrere Institute in Liechtenstein haben zu kämpfen
Die Sigma ist nicht die einzige Bank, die in unruhiges Fahrwasser geraten ist. Turbulente Zeiten erlebt auch die VP Bank: Der Finanzchef Siegbert ­Näscher und Risikochefin Monika Vicandi mussten im Juni per sofort gehen. Damit zog sie die Konsequenzen aus einer Wertberichtigung in Höhe von 20 Millionen Franken – gut ein Viertel des Jahresgewinns 2019. Auch die Mason Privatbank in Vaduz erlebt keine einfache Zeit. Verkaufsgespräche sollen bereits im Gange sein, die Bank wollte dies auf Anfrage allerdings nicht bestätigen. (dal)

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30. Jul 2020 / 22:12
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