• LANV Lohngleichheit, Schaan
    Bea Gabathuler, Leiterin Personal, Roland Seger, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Post, Martina Haas, stellvertretende Geschäfts­führerin des LANV, und Michael Lampert, Präsident der Betriebskommission.  (Tatjana Schnalzger)

Post merzt Lohnunterschiede aus

Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit? Das wollen alle. Die Liechtensteinische Post hat leichte Lohnunterschiede nahezu behoben.

Frauen verdienen in Liechtenstein 15,2 Prozent weniger als Männer. Allerdings lassen sich  fast die Hälfte davon mit Fak­toren wie beruflicher Stellung, Erfahrung oder Ausbildung begründen, berichten die Statis­tiker. Damit künftig der diskriminierende Teil dieser Lohndifferenz verschwindet, bat der Liechtensteiner Arbeitnehmerverband (LANV) Firmen, eine Lohnanalyse durchzuführen. Die Liechtensteinische Post AG kam diesem Wunsch nach und veröffentlichte am gestrigen 4. Lohngleichheitstag erstmals ihre Zahlen zu ungerechtfertigten Lohnunterschieden.

Lohndifferenzen bei der Post gering
Der aktuell im Januar 2020 errechnete Wert von 2,4 Prozent konstatiert, dass der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern unter der Toleranzschwelle von 5 Prozent liegt, den das eidgenössische Büro für Gleichstellungsfragen de­finiert hat. Seit drei Jahren führt die Post basierend auf dessen Lohngleichheitstest solche Analysen durch. Doch nicht auf Anhieb entsprach das Ergebnis den Erwartungen. Massnahmen in den vergangenen Jahren folgten, und so gelang es dem Unternehmen, die nicht gerechtfertigten Differenzen von 6,6 Prozent auf 2,4 Prozent zu senken. Robert Seger, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Post, zeigte sich überrascht, dass es doch 6,6 Prozent waren. Zum Teil liege das an den langjährigen Mitarbeitern, die schon seit 30 Jahren für die Post tätig sind. «Nachdem wir durch die Kampagne des LANV zu diesem Thema sensibilisiert wurden, war es unser Ziel, ungerechtfertigte Lohnunterschiede innerhalb eines kurzen Zeitrahmens weitestgehend zu eliminieren. Gleiche Leistung soll auch bei der Liechtensteinischen Post AG geschlechtsunabhängig mit gleichem Lohn gewürdigt werden», betonte Roland Seger.

Mit dieser ge­ringen Lohnunterschiedsquote liegt die Post sehr deutlich unter dem Durchschnitt Liechtensteins und der Schweiz. «Wir sind stolz, dieses Ziel in so kurzer Zeit erreicht zu haben.» Die Post beschäftigt insgesamt 273 Mitarbeiter, aktuell genauso viele Frauen wie Männer und bietet überdurchschnittlich viele Teilzeitstellen an. In anderen Branchen sieht es derweil weniger gut aus. Besonders ausgeprägt ist der Unterschied im Finanzsektor, wo die Saläre der Frauen um rund ein Drittel ­tiefer liegen. «Die Gründe für die immer noch bestehenden Unterschiede liegen einerseits in der Politik», betonte Martina Haas, stellvertretende Geschäftsführerin des LANV. Auf der anderen Seite liege es an der Kultur der Firmen im Land.  Laut Haas nehmen die Löhne der Frauen ab dem Alter von 35 Jahren deutlich geringer zu als jene ihrer männlichen Kol­legen. 

Lohngleichheitstag soll wachrütteln 
Dass die Post und der LANV gestern vor die Presse traten, ist kein Zufall. Das Datum des Lohngleichheitstages ändert sich von Jahr zu Jahr, denn es verdeutlicht den Unterschied. Während ein Mann ab dem 1. Januar 2020 sein Gehalt bekommt, «muss eine Frau 56 Tage lang gratis arbeiten», wie Martina Haas anprangert. Von Gesetzes wegen seien die Arbeitgeber in der Pflicht, Lohngleichheit zu gewährleisten. Der Tag der Lohngleichheit soll das Thema einmal mehr auch in Liechtenstein aufs Tapet bringen. 

Umfragen legen dabei nahe, dass Frauen Potenzial bei Gehaltsverhandlungen hätten. In einer repräsentativen Umfrage hat die Hochschule Luzern ermittelt, dass knapp sechs von zehn Männern und fünf von zehn Frauen schon einmal über ihren Lohn verhandelt ­haben. Männer waren dabei ­erfolgreicher: Sie erhielten in 60 Prozent der Fälle eine Lohnerhöhung, bei Frauen waren es 47 Prozent. (dal)

26. Feb 2020 / 10:13
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