Müller zieht nach Vaduz

Eines vorweg: Es ist keine Filiale, die in Vaduz eröffnet. Der Eigentümer der Drogeriekette Müller hat aufgrund des anstehenden Brexit eine Gesellschaft in Vaduz gegründet, die in Zukunft als Holding fungieren soll.

Erwin Franz Müller ist der Besitzer die Drogeriekette Müller mit über 750 Filialen in ganz Europa. Das Vermögen des Drogeriekönigs, der einst mit einem Friseurladen in Deutschland begann und ein Imperium aufbaute, wird von Forbes auf 3,3 Milliarden US-Dollar geschätzt. Der Unternehmer höchstpersönlich hat nun die MVG Beteiligungs -GmbH in Vaduz gegründet und fungiert als Geschäftsführer, wie aus dem Handelsregisterauszug hervorgeht.

Die Gesellschaft, die am 2. Februar  in Liechtenstein eingetragen wurde, ist als persönlich haftende geschäftsführende Gesellschafterin an der Müller Holding GmbH & Co. KG und Müller Grosshandels GmbH & Co KG mit Sitz Ulm beteiligt. Der Zeitpunkt für die Gründung der Gesellschaft in Vaduz ist kein Zufall. Wie die «Lebensmittelzeitung» in Deutschland berichtet, sei der Brexit der Grund dafür.

Der Brexit vertreibt Müller
Das zähe Ausscheiden der Briten aus der Europäischen Union vertreibe Erwin Müller aus Grossbritannien. Aus diesem Grund verlege der Drogerieunternehmer seine Holding nach Liechtenstein. «Damit ist auch Müller, der bislang eine Gesellschaftsform nach britischem Recht hatte, zum Brexit-Flüchtling geworden», berichtet die Zeitung weiter. Er habe seine Gesellschaft Muller Management Limited in London und weitere Ltds deaktiviert. Die Müller Holding Ltd. & Co. KG war bis dato ein in London eingetragenes Handelsunternehmen mit Hauptsitz in Ulm. Müller beschäftigt rund 30 000 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2017 setzte die Kette, die in Deutschland hinter DM und Rossmann die drittgrösste Drogeriekette ist, insgesamt rund 3,9 Milliarden Euro um.

Unternehmen ziehen ab
Viele Unternehmen beschäftigten sich seit geraumer Zeit mit den Auswirkungen des Brexit. Eine im Januar 2019 veröffentlichte Studie von Ernest & Young kommt zu dem Schluss, dass britische Finanzdienstleister bereits jetzt Vermögenswerte von über 930 Milliarden Euro aufs europäische Festland verlagert haben. Doch auch grosse europäische Industrieunternehmen finden am Brexit keinen Gefallen. Der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus hat für den Fall eines ungeregelten Brexits damit gedroht, seine Fabriken in Grossbritannien zu schliessen. Die Lieferkette werde massiv gestört. Der Zug der Karawane, die England verlässt, wird immer grösser.

Im August 2018 hat der japanische Elektronikkonzern Panasonic seinen Europasitz von Grossbritannien nach Amsterdam verlegt. Die Folgen eines möglichen harten Brexits veranlasste auch den Sony-Konzern, auf Ende März seinen Europasitz von London nach Amsterdam zu zügeln. Der Autobauer Honda will 2021 sein Werk in Swindon schliessen, die einzige Produktionsstätte im Königkreich. Bitter für die Briten: Gerade die ländliche Bevölkerung hat für einen EU-Austritt gestimmt. Selbst der britische Flugzeugturbinenbauer Rolls-Royce hat sein Designzentrum nach Deutschland verlegt. Die Liste geht weiter mit dem Konzern Philips, der seine Produktion abzieht, sie endet damit noch lange nicht. (dal)

 

19. Apr 2019 / 16:13
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