• Symposium «Money Talks 2011»
    Niki Lauda mit Money Service Group Käppchen. ...FOTOS UND COPYRIGHTS: DANIEL OSPELT  (Daniel Ospelt)

Millionen für die «Kapperlmiete»

Am Montag ist der mehrfache Formel-1-Weltmeister und Geschäftsmann Niki Lauda im Alter von 70 Jahren gestorben. Trotz 200 Millionen Vermögen vermarktete er sich auch selbst. Eine Kapperlmiete soll bis 1,2 Millionen Euro pro Jahr gekostet haben.

Niki Lauda verunfallte beim Grossen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring am 1. August 1976 schwer. In der Folge war sein Kopf teilweise entstellt. Deswegen – und zu Beginn, um die Bandagen zusammenzuhalten – trug Lauda immer eine Schildmütze. Seine «Kapperl» wurden zu seinem Markenzeichen – und auch zu einer Einnahmequelle. Zudem diente ihm das Kapperl als Schutz vor «ungenierten Blicken» auf seine Brandverletzungen an seinem Kopf. 

Seit 1977 hat Lauda die Front seiner Kappen an Sponsoren vermietet. Während vieler Jahre prägte der Schriftzug des italienischen Milchverarbeiters Parmalat die Kopfbedeckung Laudas. Diesem blieb der Weltmeister 25 Jahre lang treu. Ein Jahr nach Ablauf des Sponsoringvertrags musste Parmalat Insolvenz anmelden. In der Bilanz des Molkereiunternehmens fehlten 8 Milliarden Euro. 

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Niki Lauda
Symposium «Money Talks 2011»
Bulgaria Niki Lauda
FORMEL, 1, RENNFAHRER, CLAY, REGAZZONI, TRAUERFEIER, KIRCHE, BEGRAEBNIS
Niki Lauda gestorben

Lauda und Oerlikon passten gut zusammen
2002 wurde der deutsche Heiztechniker Viessmann Kapperl-Sponsor von Lauda. Der dreifache Formel-1-Weltmeister zähle zu den faszinierendsten Persönlichkeiten der Sport- und Wirtschaftswelt, begründete das Unternehmen damals das Sponsoring. Laudas hohe Sympathiewerte sowie seine Glaubwürdigkeit als Formel-1-Experte würden gut zu den Viessmann-Werken passen. Das Sponsoring dauerte fünf Jahre. 
Auch Oerlikon gehörte zu den Kapperl-Sponsoren von Lauda. Das Industrieunternehmen, welches auch einen Sitz in Balzers betreibt, bezahlte den Weltmeister von 2007 bis Ende 2010 dafür, dass er ein rotes Oerlikon-Käppli trug. 

Wie viel Geld das Unternehmen dafür auf den Tisch legte, wollte man bei Oerlikon auf Anfrage nicht sagen. Auch an Erlebnisse oder Anekdoten um den Mann der markanten Sprüche kann man sich bei Oerlikon nicht erinnern. Nur so viel: «Lauda und Oerlikon, das passte gut zusammen.» Der an Technik interes­sierte Österreicher und das Technologieunternehmen hätten sich gut ergänzt. 

Käppchen von Scheichs finanziert
Im September 2011 gab die Investmentgesellschaft Aabar aus Abu Dhabi bekannt, dass sie ein Sponsoring mit Lauda eingegangen sei. Die Gesellschaft gehört grösstenteils Abu Dhabis staatlicher International Petroleum Investment Company (IPIC). Deren Leiter , Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan, ist nicht nur an Formel 1 interessiert. Über die Mehrheitsbeteiligung an der City Football Group fördert der Staatsfonds Fussballclubs wie Manchester City und den New York City FC. 

«Dem Seidl hätte Lauda am liebsten eins rübergehaut»
Vor dem solventen Staatsfonds ging ein Sponsoring in die Hose. Nach der roten Kappe von Oerlikon setzte sich Lauda ein blaues Käppchen der liechtensteinischen Money Service Group von Finanzmanager Michael Seidl auf. Dieser soll ein Sponsoring für 1,2 Millionen Euro mit Lauda abgemacht haben. 

Die Money Service Group erfüllte ihren Teil der Abmachung jedoch nicht vollumfänglich, denn Seidls Schneeballsystem brach 2011 zusammen. Seidl wanderte darauf ins Gefängnis. Das Kriminalgericht verurteilte ihn im Oktober 2012 zu neun Jahren Haft, in der Berufung reduzierte das Obergericht die Strafe auf sieben Jahre.

Seidl schuldete Lauda noch Geld für das Käppchen-Sponsoring. Der Ex-Formel-1-Pilot habe von den versprochenen 1,2 Millionen Euro lediglich eine erste Rate von 400000 Euro erhalten. Mehr noch: Lauda habe zudem rund eine halbe Million Euro mit Anlageprodukten von Seidl verloren. Das sagte Lauda 2012 vor dem Liechtensteiner Kriminal­gericht aus. Und: «Ich bin noch nie von einem Menschen so getäuscht worden. Ich hätte ihm am liebsten eins rübergehaut, um es auf den Punkt zu bringen.»


Mit Novomatic Glücksspiel auf dem Kopf
Zuletzt trug Lauda ein Käpperl von Novomatic. Der Glücksspielkonzern ist hierzulande kein Unbekannter. Novomatic ist Europas grösster Gaming-Technologiekonzern. Ihm  gehört Admiral Casinos, welche das Casino in Ruggell betreibt. Zudem ist der Konzern an Casinos Austria AG be­teiligt, welcher das Casino in Schaanwald betreibt, sowie künftig dasjenige in Balzers , sollte dieses alle Hürden wie Baubewilligungen und so weiter meistern («Wirtschaft regional» berichtete). 

Lauda wurde wegen des Novomatic-Sponsorings gefragt, ob er gerne ins Casino gehe. Darauf antwortete er: «Mein ganzes Leben war so etwas wie ein Spiel. Ich bin immer Risiken eingegangen, da brauche ich keine Glücks­spiele.»

(jeb)

 

22. Mai 2019 / 08:23
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