• Smiletogo, Vaduz
    Marketingleiter Philipp Foser und Geschäftsführer Christoph Appert wollen mit ihrem Unternehmen Foryoufirst bis Ende des Jahres an insgesamt 15 Standorten in Liechtenstein und der Schweiz vertreten sein.  (Tatjana Schnalzger)

Mehr Selbstvertrauen durch schöne Zähne

Das Liechtensteiner Start-up «Foryoufirst» hat sich auf kosmetische Zahnbehandlungen mittels «Aligner» spezialisiert.

Zahnkorrekturen, einfach und preiswert – das ist die Vision des Liechtensteiner Start-ups «Foryoufirst». Seit der Gründung im Herbst 2017 hat das Unternehmen in einigen Schweizer Städten eigene Praxen eröffnet und bietet seinen Kunden dort kosme­tische Zahnkorrekturen zum Pauschalpreis mit sogenannten «Aligner» an, also durchsichtigen Zahnspangen. «Die Methode war bis vor einigen Jahren von einem amerikanischen Unternehmen mit einem Patent geschützt. Als dieses Patent auslief, haben wir die Chance wahrgenommen und ein Startup gegründet, dass die Korrekturen preiswert und unkompliziert anbie­tet», erklärt Geschäftsführer Chris­toph Appert.

«Es geht auch um das eigene Selbstvertrauen»
Gründer Christoph Appert arbeitet seit über 30 Jahren in der Dentalbranche und weiss um den Zusammenhang von schönen Zähnen und Selbstvertrauen. «Schiefe Zähne können das Selbstbewusstsein beeinträchtigen – es gibt Personen, die aufgrund ihrer Fehlstellungen nicht einmal mehr gerne in den Spiegel schauen. Hier wollen wir helfen», sagt Appert. Die Behandlung beginnt mit einer Untersuchung und einem berührungsfreien digitalen Abdruck der Zähne, um die Fehlstellungen zu analysieren. In mehreren Schritten wird diese anschliessend korrigiert, sodass die Kunden nach vier bis neun Monaten ein völlig neues Lächeln besitzen. Alle zwei Wochen werden die durchsichtigen Zahnspangen ausgewechselt, jeweils mit einer kleinen Korrektur in die richtige Stellung. Die Patienten tragen die Schiene im Schnitt rund 22 Stunden pro Tag, ausser bei den Mahlzeiten. Hergestellt werden die Spangen am Standort in Vaduz und über externe Partnerunternehmen.

Bisher hat das Start-up über 6000 Kundenkontakte und mehr als 2500 Patienten behandelt. Gleichzeitig ist das Unternehmen von drei bis auf 20 Mitarbeiter angewachsen. Dane­ben wurde in den vergangenen Jahren auch das Angebot erweitert – Foryoufirst bietet neben den Zahnkorrekturen auch ein Bleaching der Zähne an. «Die beiden Schritte gehen Hand in Hand. Unsere Kunden bekommen das Bleaching-Gel und können dieselben perfekt passenden Spangen für das Aufhellen der Zähne nützen», so Christoph Appert.

Ein grosser finanzieller Rückschlag
Als die Anti-Corona-Massnahmen am 18. März in Kraft traten, wurden medizinisch nicht notwendige Behandlungen von einem auf den anderen Tag ausgesetzt. «Da es sich bei unseren Zahnkorrekturen um kosmetische Behandlungen handelt, wurde unserem Unternehmen durch die Massnahmen quasi über Nacht der Laden geschlossen», sagt der Gründer. Über 700 Kunden, die auf ihre Zahnspangen warteten oder bereits in Behandlung waren, konnten nicht mehr weiter betreut werden. «Wir haben für unsere Klienten andere Möglichkeiten gesucht, um diese weiterhin bei der Behandlung zu begleiten. Wir haben den Kontakt über Telefon und Videotelefonie aufrechterhalten und allfällige Ersatzteile direkt über die Post verschickt», ergänzt Marketingleiter Philipp Foser. Seit 27. April kann das Unternehmen seinen regulären Be­trieb wieder aufnehmen – es dauerte jedoch sechs Wochen, um lediglich die liegen gebliebene Arbeit aufzuholen. «Den finanziellen Schaden der vergangenen Wochen werden wir so schnell nicht wettmachen, auch wenn wir davon ausgehen, dass wir ab Herbst wieder schwarze Zahlen schreiben können», prognostiziert Appert.

Umstellung des Konzepts und neue Kooperationen
Während das Unternehmen zu Beginn eigene Praxen eröffnet hat, entstand im Herbst 2019 die Idee, Partnerschaften mit bereits bestehenden Zahnarztpraxen einzugehen. «Wir hatten bis zu 20 neue Kunden pro Tag, was für unser junges Unternehmen sehr erfreulich ist. Eine längerfristige Kundenbindung ist in unserem Gewerbe jedoch schwer – wenn die Zähne einmal korrigiert sind, ist die Behandlung abgeschlossen», so der CEO. «Neue Kunden zu akquirieren ist kosten- und zeitintensiv. Eine feste Partnerschaft mit einem Zahnarzt, der die Behandlung seinen Kunden anbietet, ist hingegen langfristig die bessere Lösung.»
Unter dem Namen «Smiletogo» vertreibt Foryoufirst ihre Aligner in einer eigenen Praxis in Zürich und arbeitet mit zertifizierten Dentalpartnern in Zürich, Bern, Lausanne, St. Gallen, Basel, Muttenz, Genf und Aarau zusammen. Zudem führt das Unternehmen auch Gespräche mit Zahnärzten in Liechtenstein und im Rheintal. «Unser Ziel ist es, weiter zu expandieren und bis Ende des Jahres an 15 Standorten mit eigenen Praxen oder einer Partnerschaft vertreten zu sein», so Foser. Ausserdem sollen die Produkte noch individueller gestaltbar werden. «Wir denken darüber nach, eine Sportlinie mit individualisierbaren Sportmundschutzen zu lancieren. Das ist bisher jedoch nur eine Idee von vielen», schliesst Christoph Appert ab. (lat)

30. Jul 2020 / 22:32
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