• SCHWEIZ LESHOP.CH
    Der Migros-Lieferdienst Leshop hat wochenlange Wartezeiten, weil er logistisch an seine Grenzen stösst.  (GAETAN BALLY)

Kunden überrennen Lieferdienste

Die grossen Online-Supermärkte stossen an ihre Grenzen, während Geschäfte im Land zum Teil täglich liefern.
 
Der Ansturm auf die Online-Warenhäuser von Coop und Migros sind derart gross, dass die Warteschlangen lang sind. «Nächster Liefertermin am 14. April», heisst es etwa bei der Migros-Tochter Leshop für eine Lieferung nach Triesen. Das bedeutet, dass Onlinekäufer mehr als zwei Wochen warten müssen, bis ihre Lebensmittel vor der Haustür stehen. Weil so viel Geduld wohl kaum jemand aufbringen will, versuchen die Lieferdienste, ihre Kapazitäten nach oben zu schrauben. Doch anstatt kürzerer Lieferzeiten werden diese immer länger.  Coop und Migros haben in der Schweiz und in Liechtenstein seit Wochen ein Problem mit der Logistik. Beide arbeiten zwar unter Hochdruck an einer Lösung, um die Wartezeiten zu verkürzen, doch der Ansturm bleibt durch die Ausbreitung des Coronavirus enorm hoch. 
 
Liechtensteiner Läden liefern täglich
 
Lebensmittelhändler in Liechtenstein, die ihr Geschäft nicht schliessen mussten, ergreifen die Initiative. Sie kämpfen mit den Grosshändlern um Marktanteile, wollen aber auch Personen aus der Risikogruppe unterstützen. Albert Ospelt von Ospelt Metzgerei- und Genussmarkt in Schaan liefert neuerdings auch. «Wir erleben gerade eine enorme Nachfrage», betont der Unternehmer. Bis zu 70 Lieferungen von Lebensmittelpaketen sind es pro Tag. Geliefert wird nämlich täglich, wenn Kunden bis spätestens 14 Uhr bestellen. «Es sind genug Kapazitäten vorhanden, um noch mehr Bestellungen entgegenzunehmen», betont Ospelt weiter. Bei wenigen Produkten gebe es derzeit Lieferengpässe – vorübergehend seien die Lieferketten das Problem. 
 
Ein weiteres Beispiel ist die Bäckerei Balu in Vaduz. «Wir sind parat», sagt Peter Thöny auf Anfrage. Täglich liefert er mit seinen Chauffeuren Produkte an seine Kunden. Beim Sortiment setzt er nicht nur auf Brot und Konditoreiwaren, sondern auf Produkte aus der Region. Eier und Käse vom Bangshof, Schinken von Malbuner und Salatsaucen von Kapuziner in Triesen. Handgemachte Pasta und italienische Spezialitäten dürften das Ausharren daheim erträglicher machen. Bestellungen nimmt Thöny telefonisch oder per E-Mail entgegen. Auch der «Gmüeslada» in Vaduz liefert derzeit sowie etliche Hofläden im ganzen Land. Bei der Auswahl von unterschiedlichen Lieferdiensten und Möglichkeiten, die Liechtenstein bietet, müssen die meisten nur für die nötigsten Dinge aus dem Haus. Gerade Risikogruppen sollten derzeit das Haus nicht verlassen, selbst für Einkäufe.
 
Hunderte Freiwillige  helfen bei den Einkäufen 
 
Seit Dienstag sind in jeder Gemeinde des Landes zudem spezielle Corona-Hilfe-Telefone eingerichtet. Menschen, die einer Risikogruppe angehören, erkrankt oder in Quarantäne sind, finden dort eine Anlaufstelle. Wer zum Beispiel Hilfe beim Einkaufen braucht, kann sich bei der Gemeinde melden. Über 500 Freiwillige zeigen sich solidarisch und haben sich online für das Projekt «Corona Hilfe Liechtenstein» registriert. Die Gemeinden können auf diese Datenbank zugreifen und Helfer vermitteln. 
 
Die Zeit bis Mitte April – bis Leshop dann endlich wieder liefern kann– lässt sich also gut überbrücken. Oder vielleicht bleiben einheimische Lieferdienste dann die Nummer eins. (dal)
25. Mär 2020 / 23:22
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