• SWISS, SWISS INTERNATIONAL AIR LINES, FLUGGESELLSCHAFT,
    Kunden warten lange auf Rückzahlungen der Swiss.  (STEFFEN SCHMIDT)

Annullierte Tickets: Keinen Rappen bekommen

Viele Airlines wie etwa Swiss oder Lufthansa zahlen ihren Gross- und Privatkunden Geld für annullierte Tickets nicht zeitnah zurück. Der Ärger darüber ist gross.

Tausende Direktkunden der Swiss und unzählige Reisebüros müssen sich in Geduld üben. Die Airline bezahlt das Geld für stornierte Tickets aufgrund der Covid-19-Pandemie nicht umgehend oder in kurzer Zeit  zurück. Bei vielen ist der Geduldsfaden gerissen, zum Beispiel bei Hotelplan-Chef Thomas Stirnimann. Es sei unglaublich, was sich die Swiss erlaube, so der CEO der Migros-Tochter Hotelplan (siehe Seite 17). Die Airline habe einseitig im System die Rückerstattung der Kundengelder blockiert. Anders läuft es für die Reisebüros ab, wenn sie für ihre Kunden einen Flug buchen: Dann wird der Betrag gleich eingezogen. Laut Stirnimann drängt die Fluglinie mit ihrem Verhalten die ganze Branche an den Abgrund und sorge bei unzähligen Kunden für grosse Verärgerung.

Auch Reisebüros und Veranstalter aus der Region sind betroffen. «Von der Swiss und der Muttergesellschaft Lufthansa haben wir bislang noch keinen Rappen zurückerstattet bekommen», sagt Nicole Ercin vom Reisebüro Traveller in Vaduz. Das sei ärgerlich, da das Reisebüro den Kunden das Geld gerne zurücküberweisen würde. Doch das sei nicht möglich, solange die Airline das Geld ihrerseits nicht an die Reisebüros zurückzahlt. «Wenn wir das Geld vorschiessen würden, dann gäbe es uns bald nicht mehr», mutmasst Ercin. Denn die Lufthansagruppe, zu der beispielsweise die Swiss, Edelweiss und Austrian Airlines gehöre, sei bei Weitem nicht die einzige, welche das Geld für annullierte Tickets nicht zurückerstattet. «Emirates und Qatar haben vereinzelt Geld zurückzahlt», so Ercin. Und erfreulich: Die grosse Ausnahme bei den Airlines kommt aus der Region: «Die Peoples aus Altenrhein hat das Geld für annulierte Tickets innert wenigen Tagen zurückbezahlt», sagt Ercin. Neben der Rückerstattung gibt es üblicherweise die Möglichkeit, die Reise kostenlos umzubuchen oder allenfalls gegen einen Gutschein zu tauschen. Doch das würden die Wenigsten nutzen. «90 Prozent der Kunden möchten das Geld zurück», sagt Ercin. Das sei auch verständlich, da oft nicht klar sei, wann wieder gereist werden kann und wie die Bedingungen und Angebote vor Ort aussehen. Keine Probleme gibt es bei den Rückerstattungen von Pauschalreisen von Reiseveranstaltern. Es brauche zwar etwas Geduld, doch innerhalb eines Monats sei mit der Gutschrift zu rechnen.

Weniger Probleme bei Charterflügen
Einer dieser Veranstalter ist Universal Travel aus Vaduz. Der Mallorca-Spezialist wickelt einen Grossteil der Reisen über eigene Charter ab. «Charterflüge werden vom Veranstalter meist erst einige Wochen vor Abflug bezahlt, somit müssen wir bei diesem Segment nur bedingt auf Rückerstattungen warten», sagt Silvia Schembri, Managing Director bei Universal. «Zudem bestehen mit unseren Partnerairlines langfristige Verträge und Partnerschaften, sodass wir Lösungen fanden.» Klar sei jedoch, dass Universal das Geld für abgesagte Reisen den Kunden zurückzahlen müsse. So ist es im Pauschalreisegesetz festgeschrieben. Doch nicht alle Reisen zur Baleareninsel werden mit Charterflügen organisiert. «Bei abgesagten Linienflügen zwischen März und Juni warten wir wie viele andere Veranstalter, Reisebüros und Kunden ebenfalls noch auf die Rückzahlungen der Airlines», so Schembri.

Immerhin gibt es bezüglich der Sommerferien Licht am Ende des Tunnels. Sie sei zuversichtlich, dass Reisen nach Mallorca ab Juli wieder möglich sein werden. «Die Insel war zum Glück wenig von Covid-19 betroffen», sagt sie. Die Strände seien für die Einheimischen bereits wieder geöffnet. Trotzdem sei klar, dass es ein schwieriges Geschäftsjahr werde, da während rund drei Monaten keine Reisen durchgeführt werden konnten und in der wichtigen

Buchungszeit im Frühling kaum Neubuchungen eingegangen seien. Universal organisiert aber nicht nur Reisen nach Mallorca, das Unternehmen aus Vaduz betreibt auch über ein Dutzend Hotels auf der Insel. Das könnte nun ein Vorteil sein. «Wir können bei unseren Hotels die Schutzkonzepte nach Vorgaben der Behörden selbst gestalten und so dem Kunden klar kommunizieren, welche Sicherheitsmassnahmen in der Unterkunft umgesetzt werden», sagt Schembri.

Inseln wenig von Corona betroffen
Auch bei High Life Reisen freut man sich über die Grenzöffnungen und Möglichkeiten der Auslandreisen und ist zuversichtlich, dass das Sommerprogramm nach Sardinien, nach Mallorca und Istrien durchgeführt werden kann. Derzeit laufen laut Geschäftsführer Michael Nachbaur die letzten Abklärungen. Grundsätzlich sehe es gut aus, gerade auch weil die Destinationen von High Life keine Corona-Hotspots sind oder waren. So habe sich die Mittelmeerinsel Sardinien klar vom italienischen Festland abgeschottet. Nur ein Inlandflug pro Tag landete auf der Insel, mit Fähren durften nur Güter zur Insel transportiert werden. Auch in Mallorca seien die Fallzahlen – anders als auf dem spanischen Festland – immer tief geblieben. Auch Istrien in Kroatien sei von Covid-19 verschont geblieben. Nun sei man beim regionalen Reiseveranstalter damit beschäftigt, möglichst sichere Reisen mit Abflug in Altenrhein zu organisieren. Man wolle die Vorteile des kleinen Flugplatzes nutzen, wo sich keine Menschenmassen ansammeln würden und Schutzmassnahmen gut umsetzbar seien. Dabei könne man auf die langjährige Zusammenarbeit mit Peoples aufbauen. Wie Ercin machte Nachbaur gute Erfahrungen mit der Abwicklung von Rückzahlungen durch Peoples. «Bei anderen Airlines warten wir immer noch auf die Rückerstattung von Kundengeldern. Bei Peoples ist das nicht der Fall.»

Bald wieder ab Altenrhein nach Wien
Darauf ist man bei Peoples stolz. Die regionale Fluglinie mit Basis am Flugplatz Altenrhein handhabt die Rückzahlungen vorbildlich, wie sie selber sagt. Die Kunden von gestrichenen Flügen können wählen, ob sie umbuchen, einen Gutschein oder eine Rückzahlung wollen. «Wir bearbeiten die Anträge der Kunden laufend und sind à jour», sagt Pressesprecher Thomas Mary. Man habe dafür extra mehr Mitarbeiter eingesetzt.

Ab 15. Juni plant die Airline wieder Linienflüge nach Wien. Vorerst wird nur ein Flug pro Werktag angeboten. «Sobald die Auslastung auf den Flügen steigt, werden wir wieder zwei Flüge pro Tag, einen am Morgen und einen am Abend, anbieten», sagt Mary. Wann das sein wird, sei noch unklar. Doch seit Bekanntgabe der Wiederaufnahme der Linien seien laufend Buchungen getätigt worden. Bei den Charterlinien ans Mittelmeer werden die Veranstalter entscheiden, wann diese wieder abheben werden. Der Buchungsstand sei gut, somit schaue man positiv auf die Sommerferien. Entscheidend sei neben den Entschlüssen der Veranstalter auch die Auflagen der Zielländer bezüglich der Einreisen von Touristen. (jeb)

29. Mai 2020 / 09:53
Geteilt: x
2 KOMMENTARE
Wer fliegt den überhaupt noch Schweissluft und Schutthansa
Dies beiden Gesellschaft habe ich schon seit 10 Jahren auf meiner persönlichen Sperrliste.

- Für Zentral und Südamerika > Iberia (business upgrade am Schalter nachfragen, erhältlich für 300 bis 500 Dollar)
- Für Nordamerika > Delta oder American
- Für alles andere > Qatar, Emirates, Etihad, Singapur Airlines, Quantas in dieser Reihenfolge.
Für Europa, etwas mehr Zeit für den Zug, 1. Klasse und gutes Hotel wenn es nicht reicht in 12 Stunden.
Die die hier einwerfen möchten dies sei zu teuer sollen 3 von 4 Reisen canceln und die 4. entsprechend buchen. Schöne Ferien
Die Lufthansa wird zusammen untergehen mit Austria und Swiss. der service ist schlecht die Preise hoch und für Verspätungen sind sie nie haftbar, das wissen aber viele schon länge nicht erst seit heute.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 03.06.2020 Antworten Melden
Nächste Reisebuchung
Aufgrund der Hinhaltetaktik ausstehenden der Swiss/Star Alliance-Rückvergütung frage ich mich ob wir künftig nur noch bei anderen Fluggesellschaften buchen werden
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 01.06.2020 Antworten Melden

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