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    Viele Arbeitstätige in Liechtenstein müssen den Rappen zweimal umdrehen.  (mantosh)

Jeder Siebte verdient weniger als 3000 Franken

Viele Arbeitnehmer verdienen noch immer weniger als 3000 Franken.

2600 Franken Bruttolohn sind in Liechtenstein keine Seltenheit und nichts anderes als Lohndumping, wie der Liechtensteinische Arbeitnehmerverband (LANV) schon des Öfteren angeprangert hat. Betroffen sind gerade Jobs in der Gastronomie, aber nicht nur. Einer Liechtensteinerin mit abgeschlossener KV-Lehre wurde zum Beispiel ein Arbeitsvertrag vorgelegt, der 2600 Franken im Monat vorsah. Ein Blick in die aktuellste Lohnstatistik zeigt, dass 13,4 Prozent der Arbeitnehmer in Liechtenstein weniger als 3000 Franken monatlich verdienen. Auffallend ist, dass es sich dabei oft um Teilzeitstellen handelt. Hochgerechnet auf 100 Prozent kommen sie über ein Gehalt von 3000 Franken brutto nicht hinaus. Tendenziell sind es laut Lohnstatistik gerade Frauen, welche sich mit den tiefen Löhnen begnügen müssen. Viermal mehr Frauen als Männer schaffen es nicht über diese magische Lohngrenze hinaus. Nochmal zehn Prozent verdienen weniger als 4000 Franken. Damit verdient fast jeder Vierte weniger als 4000 Franken. Lohndumping werde laut LANV durch das Ausländer- und Passamt unterstützt, das für Grenzgängermeldebestätigungen Löhne ab 2600 Franken brutto akzeptiert. Das Amt führt keine Statistik dazu, wie viele Grenzgänger zu diesen Löhnen im Land angestellt sind. Daher lässt sich nicht sagen, ob vor allem Pendler von tiefen Löhnen betroffen sind. Aus der Lohnstatistik geht aber hervor, dass Zupendler insgesamt sogar leicht mehr verdienen. Der Medianlohn der erwerbstätigen Bevölkerung in Liechtenstein lag im Jahr 2018 insgesamt 1,7 Prozent tiefer als derjenige der Zupendler.

 

Die tiefsten Löhne zahlt das Gastgewerbe

Aufgeteilt nach Branchen finden sich die tiefsten Löhne in der Forst- und Landwirtschaft (3679 Franken) sowie im Gastgewerbe (4353 Franken), während Angestellte im Finanzbereich (8943 Franken) sowie das Erziehungswesen (8991 Franken) zu den Spitzenreitern gehören. Der höchste und tiefste Medianlohn weichen um 5264 Franken voneinander ab, womit sich die Lohnschere gegenüber 2016 um drei Prozent vergrössert. Gegenüber 2016 hat der Lohnunterschied zwischen gros­sen Unternehmen und kleinen Unternehmen mit bis zu 9 Beschäftigten deutlich zugenommen. Im Jahr 2016 hatte der Medianlohn der grossen Firmen noch 23 Prozent über dem Medianlohn der kleinen Unternehmen gelegen. Im Jahr 2018 stieg dieser Lohnunterschied auf 29 Prozent an, wie aus der aktuellen Statistik hervorgeht. (dal)

22. Mai 2020 / 09:31
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