IWF-Beitritt würde rund eine halbe Million pro Jahr kosten

Dazu kommt eine Einlage in der Höhe von 100 Millionen Franken. Dafür winken viele Vorteile im Währungsfonds.
«Zur Verbesserung der Position Liechtensteins prüfen wir derzeit auch eine Mitgliedschaft beim Internationalen Währungsfonds (IWF)», erklärte Regierungschef Adrian Hasler bei der Präsentation des Umsetzungsstandes der Finanzplatzstrategie am Dienstag. Dazu würden im Moment noch vertiefte Abklärungen über einen möglichen Beitritt stattfinden. Ausserdem laufen bereits Diskussionen mit den politischen Entscheidungsträgern und Wirtschaftsverbänden. Für Regierungschef Hasler gibt es viele gute Gründe für den Beitritt in den IWF. Allerdings soll ein Beitritt breit abgestützt sein. «Damit wir diese breite Abstützung erhalten, müssen wir noch eingehende Gespräche führen.»
 
Diskussionen dürfte es dabei wie immer vor allem rund ums Geld geben. Denn ein Beitritt in den Internationalen Währungsfonds ist alles andere als gratis zu haben. Wie aus einem Dokument aus dem Ministerium für Präsidiales und Finanzen hervorgeht, rechnet man im Regierungsgebäude mit Gesamtkosten von einer halben Million Franken pro Jahr. Dies würde sich auf  Personalkosten für 150-200 Stellenprozente aufteilen, dazu kommen Reisekosten, freiwillige Beiträge und weitere Ausgaben. «Die Kosten einer IWF-Mitgliedschaft sind überschaubar», heisst es im Dokument.
 
Rund 100 Millionen Franken fliessen nach Washington
 
Neben den jährlichen Kosten wird Liechtenstein auch die sogenannte Quote bezahlen müssen. Dies hängt mit dem Aufbau des Währungsfonds zusammen: Jedem Mitgliedsland wird anlässlich des  Beitritts zum IWF ein Kapitalanteil, auch Quote genannt, zugeteilt. Dieser Anteil wird aufgrund der weltwirtschaftlichen Bedeutung eines Landes mittels einer Formel errechnet. Wie aus dem Dokument des Ministeriums hervorgeht, wird die Höhe der Quote erst im Beitrittsprozess berechnet und verhandelt, weshalb man sie nicht genau vorhersagen könne. Und doch taucht ein Zahl im Schriftstück auf: «Die Quote für Liechtenstein dürfte sich etwa im Rahmen von etwa 100 Millionen Franken bewegen.»
 
Das Geld wäre nicht verloren, sondern beim IWF angelegt
 
Diese 100 Millionen Franken sind dann für Liechtenstein allerdings nicht verloren. Dieser Quotenbeitrag wird als Anlage beim IWF angelegt. Dieser wird vom Währungsfonds garantiert und verzinst. Ausserdem gilt die Währungsquote offiziell als Währungsreserve und könnte im Krisenfall jederzeit abgerufen werden. Oder wie es kurz zusammengefasst im vorliegenden Papier heisst: «Die Quote ist eine praktisch risikolose, zinstragende Anlage. Sie stellt damit kein Mitgliedsbeitrag respektive à fonds perdu-Zahlung dar.» Wie das Ministerium im Papier ausführt, gibt es aber trotz der Kosten zahlreiche Vorteile. So wäre eine Mitgliedschaft nicht nur eine Art Versicherung im Fall einer Krise, sondern auch der Reputation zuträglich. Derzeit sind nämlich nur fünf Staaten weltweit nicht im IWF: Nordkorea, Kuba, Andorra, Monaco und Liechtenstein. Derzeit laufen die Abklärungen und Gespräche weiter. Wann die Regierung dem Landtag oder dem Volk einen entsprechenden Antrag zum Beitritt in den IWF vorlegen will, ist nicht bekannt.
 
Bereits 2011 wurde einBeitritt ernsthaft diskutiert
 
Die Idee eines IWF-Beitritt ist nicht neu. Bereits 2011 wurde unter dem damaligen Regierungschef Klaus Tschütscher ein ressortinterner Evaluationsbericht erarbeitet, das Thema wurde auch im Rahmen einer Interpellation im Landtag behandelt. Damals wurde das Projekt allerdings wegen der Sparmassnahmen auf Eis gelegt.
20. Nov 2019 / 23:09
Geteilt: x
4 KOMMENTARE
Bitte auf dem Boden bleiben
Wir haben keine eigene Währung, wollen aber beim IWF mitreden. Liechtenstein hat knapp 40 000 Einwohner, Dornbirn 45 000 Einwohner. Falls der Bürgermeister aus Dornbirn seinen Stadtbewohnern mitteilen würde, dass man unbedingt 100 Mio USD in Washington deponieren soll, damit man über den Euro mitdiskutieren kann, dann weiss ich nicht was mit ihm passieren würde. Bei uns hat Adrian Hasler die Chuzpe solche Vorschläge 1 Jahr vor den Wahlen rauszulassen. Schauen wir mal ob es ihm bekommt.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 26.11.2019 Antworten Melden
Grössenwahn pur.
Haben nicht einmal eine eigene Währung aber man möchte dem IWF beitreten. Wann hört dieser Grössenwahn des Regierungschefs auf? Entlastet besser das eigene Volk.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 22.11.2019 Antworten Melden
Muss man denn überall mit dabei sein?
Es ist nicht zu fassen, kaum ist die Kasse etwas weniger leer, müssen die Millionen schon wieder versenkt und verpulvert werden.
Hört das denn nie auf?

Ach, so, das sind ja bloss hundert Millionen. Peanuts, Münz, Plunder, man hat es doch dicke.
Was sind schon hundert Millionen, pah!

Ein Normalverdiener müsste sich lediglich pro Jahr 5000 Franken vom Munde absparen, Urlaub und Co. gestrichen.

Und bereits nach 20.000 Jahren wären (ohne Zins) die 100.000.000 Franken am Konto zusammengeklaubt.

Ja, wieso nicht.

Wieso gibt es eine Diskussion zum Spitalneubau, wenn derart viel Geld aus dem Gelbziegelgeldbunker quillt, dass man es in Washington in den Gully spülen muss.....?

.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 22.11.2019 Antworten Melden

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistgelesen
08. Dezember 2019 / 19:20
07. Dezember 2019 / 16:35
08. Dezember 2019 / 13:56
Meistkommentiert
29. November 2019 / 13:35
27. November 2019 / 21:19
Aktuell
09. Dezember 2019 / 05:29
09. Dezember 2019 / 05:00
09. Dezember 2019 / 04:16
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
Fussball Testspiel FC Vaduz - FC Kriens
Zu gewinnen 3 x 2 Karten für den Match gegen SC Kriens
02.10.2019
Facebook
Top