• In der Natur tankt Simon Tribelhorn Energie.  (pd)

«Beim Sport und in der Natur erhole ich mich»

Simon Tribelhorn, Geschäftsführer des Liechtensteinischen Banken­verbandes, liebt die Begegnungen mit Menschen und dem Neuen und ist überzeugt, dass man nie aufhören sollte, zu lernen.

Herr Tribelhorn, die Wirtschaft und damit auch die Banken sind im Bann der Corona-Krise. Was hätten Sie geantwortet, wenn man Ihnen vor einem Jahr gesagt hätte, dass Sie heute im Homeoffice arbeiten und nebenan Ihre Kinder im Homeschooling unterrichtet werden?
Simon Tribelhorn: Ich hätte gefragt, was er gestern geraucht hat.

Sind wir in der Schweiz und Liechtenstein bzgl. Digitalisierung sowohl im Geschäfts- als auch im Schulbereich auf dem linken Fuss erwischt worden?
Andere Länder sind diesbezüglich bereits weiter. Das mag gerade im Vergleich zu den skandinavischen Ländern sicher zutreffen. Allerdings finde ich, dass beide Länder sehr rasch gute Lösungen aufgegleist haben. Wir hatten beim Bankenverband das Glück, dass wir schon seit Längerem die Homeoffice-Möglichkeit anbieten und sie eine hohe Akzeptanz geniesst. So war es in nur kurzer Zeit möglich, uns arbeitstechnisch auf die veränderte Situation anzupassen. Ich bin fest davon überzeugt, dass die zwangsweise Umstellung auf Homeoffice einen nachhaltig posi­tiven Effekt für flexiblere Arbeitsformen und -zeiten haben wird.

Sie reisen gerne und entdecken neue Länder und Kulturen. Öffnet das Reisen den Horizont?
Reisen erweitert in der Tat den Horizont und lüftet den Kopf. Reisen ist für mich eine der schönsten Arten, Neues zu entdecken und den Wissensdurst zu stillen. Vor rund zwei Jahren durfte ich eine Auszeit nehmen und habe mit meiner Familie mehrere Wochen in Kanada verbracht, eine unvergessliche Zeit, die ich nicht missen möchte. Bis vor Kurzem war das Reisen aber auch ein Bestandteil meiner beruflichen Tätigkeit. Gerade als kleines, aber sehr gut vernetztes und in Europa über den EWR integriertes Land wie Liechtenstein halte ich die Pflege der Beziehungen für äusserst wichtig.

Was nehmen Sie neben Souvenirs und Postkarten-Eindrücken mit nach Hause?
Neben viel Freude und Zeit mit der Familie vor allem Inspiration.

Sie sind in St. Gallen aufgewachsen, zur Schule und an die Universität gegangen und leben heute noch mit Ihrer Frau und den Zwillingen in der Zwinglistadt: Stabilitas loci oder sind wir einfach im schönsten Flecken der Erde daheim?
Ich glaube, dass uns gerade die aktuelle Situation wieder bewusst werden lässt, wie schön wir es eigentlich gleich bei uns vor der Haustür haben und dass wir sehr privilegiert sind.

Die aktuelle Situation sieht nicht danach aus, dass wir diesen Sommer weit weg fahren werden. 
Welche Geheimecken können Sie weiterempfehlen?

Ich bin ein absoluter Tessin-Fan.

Und wie werden Sie mit Ihrer 
Familie die freien Tage verbringen?

Nebst ein paar Tagen im Tessin habe ich mir fest vorgenommen, diesen Sommer zusammen mit meiner Fa­milie den Liechtenstein-Weg zu er­kunden.

Liechtenstein hat sich als Bankenplatz stabil und wertsicher aufgestellt. Wie schätzen Sie die aktuelle Situation ein? Wird es zu Bereinigungen kommen?
Die Banken sind sehr stabil aufgestellt und haben die Krise bis anhin sehr gut bewältigt. Die Zweitrundeneffekte stehen zwar noch aus. Ich glaube aber nicht, dass es wegen der Corona-Krise zu Konsolidierungen kommen wird.

Welches sind die Steckenpferde, auf die der Liechtensteiner Bankenverband setzt?
Die Banken haben schon länger auf «Nachhaltigkeit» und «Digitalisierung» gesetzt. Beide haben durch die Pandemie weiter an Bedeutung gewonnen. In Kombination mit dem 
stabilen Fundament sind wir also strategisch sehr gut aufgestellt. Meine Vision wäre es, dass sich Liechtenstein zu einem der führenden Finanzzentren weltweit im Bereich nachhaltiger Finanzierungen und zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele entwickelt.

Wie es aussieht, wird Ihnen die Arbeit nicht ausgehen. Wie schaffen Sie einen Ausgleich zum 
Homeoffice?
 
Auch wenn es abgedroschen klingt: Auch im Homeoffice ist die Familie mein Anker und der Sport in der freien Natur sorgt für die nötige Erholung. 

Und wenn ich noch einen Blick ins Schlafzimmer werfen darf … 
Welches Buch liegt auf dem Nachttischkästchen?

Ich brauche etwas Abwechslung, weshalb es immer zwei oder drei Bücher sind, aber oft ganz unterschiedliche Genres. Im Moment lese ich gerade «Almen und der Koi» von Martin Suter, die Biografie von Elon Musk sowie «Financial Services Revolution: How Blockchain Is Transforming Money, Markets, and Banking» von Alex Tapscott. (nsb)

11. Mai 2020 / 10:07
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