Gründer bleiben am Ball

Philippe Nissl dementiert Gerüchte, wonach die Frooggies-Gründer ihre Anteile verkaufen möchten oder dies bereits getan hätten. Es gebe als Start-up Herausforderungen, aber das gehöre zum «Daily Business».

Gerade flimmert die TV-Sendung «Die Höhle der Löwen» wieder über die Bildschirme, in der sich junge Gründer von ihrer besten Seite präsentieren und Anteile an ihrem Start-up abtreten wollen. Im Gegenzug hoffen sie auf ein finanzkräftiges Investment, um ihr Geschäftsmodell aufbauen oder skalieren zu können. Manche von ihnen stehen ganz am Anfang, andere haben schon etliches Startkapital investiert und generieren schon Umsatz. Als die Frooggies-Gründer 2016 – etwas mehr als einem Jahr nach ihrer Gründung – vor den «Löwen» standen, war die Idee, gefriergetrocknetes Fruchtpulver zu verkaufen, zwar ausgereift. Doch damals standen sie mit dem Vertrieb und mit einigen Tausend Franken Gewinn im Jahr 2016 noch ganz am Anfang. 
Dennoch überzeugte die Idee Investor Jochen Schweizer, der sich mit zehn Prozent am Unternehmen beteilig-
te. Er investierte dafür über seine  «Jochen Schweizer Beteiligungsgmbh» 40 000 Euro – unter einer Bedingung: Er wollte mit den Gründern einen speziellen Eiweiss-Shake herstellen. Das Produkt wurde lanciert und mit dem TV-Auftritt begann der kometenhafte Aufstieg der Idee, die vom Unternehmer-Trio 
Patrick Elkuch sowie Philippe und Sarah Nissl stammt. Während das Liechtensteiner Start-up seine Produkte vorher nur im eigenen Online-Shop und vereinzelt bei regionalen Händlern verkauft hatte, ist Frooggies jetzt in rund 2000 Märkten im deutschsprachigen Raum vertreten. Dazu zählt auch Globus und DM. 

Über 20 Prozent in fremder Hand

Im vergangenen Jahr kam ein weiterer Investor dazu. ProSiebenSat.1 Accelerator stieg mit 10 300 Franken in das Unternehmen ein und wurde damit wie Jochen Schweizer ein Aktionär. Auch ein Liechtensteiner Anwalt wird laut Handelsregister als Aktionär geführt mit 7,5 Prozent der Aktien. Fast 30 Prozent des Unternehmens waren damit nicht mehr in der Hand der Gründer. Gerüchte, wonach sie inzwischen nicht mehr die Mehrheit am Unternehmen hätten, dementiert Mitgründer Philippe Nissl. Die Gründer halten demnach noch immer die Mehrheit an Frooggies und zwar «deutlich». Zudem stellte der Münchner Investor auch ein Werbebudget zur Verfügung – im Wert von 1,7 Millionen Franken. 

Durch Werbespots, die auf Pro Sieben und Sat1 liefen, konnte Frooggies ein Millionenpublikum erreichen. «Das Budget für TV-Spots wurde vollumfänglich genutzt, weshalb derzeit keine weiteren TV-Spots geplant sind», erklärt Nissl weiter. Der Gründer brennt nach wie vor für seine Idee. Acht Mitarbeiter arbeiteten zuletzt für das familiengeführte Unternehmen, wobei die drei Gründer nur im Teilzeitpensum für das Unternehmen tätig sind. Zehn verschiedene Sorten stellt das Start-up her. Die Produkte sind biozertifiziert und bestehen lediglich aus fein gemahlenem Obst, haben keine Zusatzstoffe oder Extra-Zucker. Zahlen zu aktuellem Umsatz und Ertrag wollen die Gründer nicht bekanntgeben. Nur so viel: «Wir haben bisher etwa 400 Tonnen frische Früchte zu rund 40 Tonnen Fruchtpulver verarbeitet und auf den Markt gebracht», erzählte Sarah Nissl Anfang des Jahres. Die Höhle der Löwen hat dafür den Startschuss gegeben. Jochen Schweizer wollte auf Anfrage keine Auskunft dazu geben, ob sich sein Investment bereits rentiert hat. Er erklärt aber, dass er nach wie vor an dem Start-up beteiligt ist und mit der Entwicklung seines Investments sowie der Zusammenarbeit sehr zufrieden sei. Nicht immer verläuft diese so reibungslos, manche Deals kommen erst gar nicht zustande. Zuletzt geschehen bei der Firma «DeineStudienfinanzierung», bei der auch Sina Reubelt als ehemalige Studentin der Uni Liechtenstein arbeitet. David Meyer, Alexander Barge und Bastian Krautwald hatten mit Frank Thelen bei «Die Höhle der Löwen» einen Investor gewonnen, der eine halbe Million Euro für 17,5 Prozent Anteile investieren wollte. Doch der Deal platzte Ende September, wie Gründer David Meyer dem Onlineportal «brutkasten» erzählte. Genauer gesagt, scheiterten Gespräche zwischen Thelen und Bestandsinvestoren rund um die Bewertung.«Businessinsider» hat ausgewertet, dass von zehn in der Show geschlossenen Deals vier nicht zustandekamen. Alle 153 Deals der ersten fünf Staffeln sind dabei ausgewertet worden. 

Am meisten Deals platzten bei Investor Frank Thelen. 60 Prozent seiner Deals in der Show konnte er nicht einhalten. Bei Dagmar Wöhrl sind es 

frooggies AG Vaduz 150602

frooggies AG Vaduz Sarah, Philippe am 02.06.2015 ::: FOTOS + COPYRIGHTS by DANIEL OSPELT :::

18 Prozent. In der 3. Staffel stieg der erfolgreiche Unternehmer Ralf Dümmel in die Jury ein. In der deutschen Handelsszene wird er «König der Produkte» genannt. König ist er dem Ranking zufolge auch als Jurymitglied des Formats. 60 Start-ups zog er durch die Show bereits in sein Imperium. (dal)

 

13. Okt 2019 / 06:25
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