• Dort wo das X ist, darf man in der Kantine nicht mehr sitzen: Ein Beispiel aus einem Grossunternehmen in der Nähe von Chur.

Coronavirus: Firmen trennen Teams

Concordia, VP Bank und LGT und weitere grosse Arbeitgeber in der Region verschärfen wegen Corona die Sicherheitsmassnahmen mit Reiseeinschränkungen und «Operation Split».

«Bei uns in der Kantine und in der Begegnungszone dürfen wir nicht mehr nebeneinander sitzen», schreibt eine «Vaterland»-Leserin aus Liechtenstein, die in einem grossen Unternehmen in der Nähe von Chur arbeitet (s. Bild).

Auch in Liechtenstein sehen sich Wirtschaft und Gesellschaft aufgrund der wachsenden Ausbreitung des Coronavirus zum Handeln gedrängt. Um ihre Mitarbeiter vor der Epidemie zu schützen, haben bereits mehrere Liechtensteiner Grossunternehmen damit begonnen, einschneidende Massnahmen in die Wege zu leiten. 

«Operation Split» heisst eine dieser Vorkehrungen, die nun seit gestern auch der grösste Liechtensteiner Krankenversicher Concordia sowie die beiden Banken VP Bank und LGT umsetzen. Einzelne Teams, die für die Durchführung des Tagesgeschäfts unentbehrlich sind, werden voneinander getrennt. Die Concordia teilt ihre wichtigen Bereiche deshalb neu auf die beiden Standorte Vaduz und Eschen auf. Bei der VP Bank arbeitet ein Teil der Teams in Vaduz, der andere in Triesen. «Auf den Betrieb hat diese Trennung keinen Einfluss», versichert VP-Bank-Pressesprecher Sandro Möhr. 

Physischer Kontakt unter den Teams ist untersagt 
Mit den Massnahmen soll vermieden werden, dass der Coronavirus zentrale Bereiche der Unternehmen plötzlich lahmlegt. «Wir sind der grösste Krankenversicherer im Land. Daher ist es essentiell, dass der Betrieb für unsere Kunden aufrechterhalten werden kann. Neben der Ansteckung der Mitarbeitenden würde eine Schliessung ganzer Gebäude das grösste Risiko darstellen», erklärt Fabienne Hasler, Leiterin der Liechtensteiner Landesvertretung von Concordia. Seit Ausbruch des Virus verfolge und beschäftige sich die Concordia intensiv mit Sicherheitsvorkehrungen. Die getroffenen Massnahmen würden daher laufend neu bewertet und den Entwicklungen angepasst. Die «Operation Split» der Concordia reicht sogar so weit, dass der physische Kontakt unter den Teams – sowohl privat als auch geschäftlich – untersagt ist.

Bis auf Weiteres sind sämtliche Sitzungen und Termine innerhalb des Unternehmens abgesagt beziehungsweise durch Telefonkonferenzen ersetzt. «Auch alle internen Schulungen und Veranstaltungen wurden abgesagt. Reisen in ausländische, vom Coronavirus stark betroffene Gebiete wurden den Mitarbeitern untersagt», sagt Hasler. Würde trotzdem jemand in Gebiete wie Norditalien, Korea oder China reisen, sei ihm eine Rückkehr an den Arbeitsplatz für zwei Wochen nach seiner Heimkehr nicht erlaubt. Die LGT hält fest, dass es ebenfalls Reiseeinschränkungen gebe. «Es gibt kein generelles Reiseverbot, ausser für Hochrisikogebiete. Für Reisen zu anderen Destinationen wird aufgrund verschiedener Faktoren ein Risk Assessment gemacht und dann je nach Fall entschieden», sagt Mediensprecherin Karin Brigl. 

Aufs Händeschütteln wird ab sofort verzichtet
Die Anordnungen werden auch in den Filialen der Concordia Schweiz identisch gehandhabt. In der Schweiz sind die Arbeitgeber aufgrund der Fürsorgepflicht dazu angehalten, das Ansteckungsrisiko der Mitarbeiter zu vermindern. Aber wie lange werden die resoluten Notmassnahmen noch andauern? «Dazu kann zum aktuellen Zeitpunkt noch keine verlässliche Aussage gemacht werden. Die Lage muss genau beobachtet werden», sagt Hasler. Zum Schutz der Mitarbeitenden und der Kunden gelten bei der LGT, der VP Bank und in den Concordia-Filialen strenge Hygienevorschriften hinsichtlich der Häufigkeit des Händewaschens und der Desinfektion. Zusätzlich gibt es Weisungen zur Einhaltung des Abstands zwischen Personen. Auf das Händeschütteln sollte derzeit verzichtet werden. «Wir halten uns dabei im Minimum an die jeweils aktuell kommunizierten Empfehlungen der Gesundheitsämter Liechtensteins und der Schweiz», sagt Hasler. 

Home Office im Fall einer präventiven Quarantäne
Sollte sich trotz der Vorsichtsmassnahmen ein Mitarbeiter infiziert haben, gelten die behördlichen Bestimmungen der Gesundheitsämter. Im Falle einer präventiven Quarantäne würden die Mitarbeitenden von Concordia beispielsweise im Home Office arbeiten können. Aber grundsätzlich sei aktuell jeder Mitarbeiter mit Fieber und Husten dazu angehalten, zu Hause zu bleiben, unabhängig davon, ob sich eine Person in einem Risikogebiet aufgehalten hat. 

Mit den getroffenen Massnahmen wurde nun auch in Liechtenstein ein Sicherheitskonzept eingeführt, das dem ähnelt, welches in Singapur bereits seit einiger Zeit angewendet und seit der vergangenen Woche auch in der Schweiz umgesetzt wird: Grossbanken wie Credit Suisse oder UBS 
setzen ebenfalls auf «Operation Split», Reiseverbote und möglichst wenig physischen Kontakt im Arbeitsalltag. (rpm)

10. Mär 2020 / 06:06
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