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    Neue Immobilien entstehen auf dem Land, aufgenommen am Donnerstag, 6. Oktober 2011, bei Lindau im Kanton Zuerich. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)  (STEFFEN SCHMIDT)

Experten sagen Miet-Reduktion voraus

Das jährlich erscheinende «Immo-Monitoring» von Wüest Partner beleuchtet die prägenden Entwicklungen auf dem Bau- und Immobilienmarkt unserer Zeit. Er zeigt: Im Mietwohnungsmarkt steigen die Leerstände weiter an und das Interesse an Wohneigentum nimmt zu.

Jeweils im Herbst wartet die Schweizer Immobilienbranche gespannt auf den umfassendsten Bericht zu den Entwicklungen im Immobilienwesen: das «Immo-Monitoring» von Wüest Partner. Die aktuellen Analysen zeigen, dass sich in der Branche ein Wandel abzeichnet. Ein Blick auf die offiziellen Leerstandszahlen liesse zwar zunächst die Schlussfolgerung zu, dass im Mietwohnungsmarkt alles wieder in geordneteren Bahnen verläuft, denn die Leerstandsquote hat sich im laufenden Jahr nur gerade um vier Basispunkte von 1,62 auf 1,66 Prozent erhöht, doch der Schein trügt. 

Weiterer Anstieg der Leerstände

Der bescheidene Leerstandsanstieg ist nämlich unter anderem auf temporäre Besonderheiten und neue Trends zurückzuführen: Auf der Nachfrageseite hat erstens die Zahl der Single-Haushalte in den letzten Jahren überdurchschnittlich stark zugenommen, wodurch sich die Schweizer Bevölkerung auf mehr Haushalte verteilt, und zweitens werden viele Mietwohnungen auch als Zweitwohnsitze genutzt. Auf der Angebotsseite haben Wohnersatzprojekte, bei denen nicht nur neue Wohnungen produziert, sondern gleichzeitig auch alte Wohnungen abgerissen werden, an Bedeutung gewonnen. 
Für die Zukunft müsse, so das «Immo-Monitoring», dennoch mit einem weiteren Anstieg der Leerstände gerechnet werden, und das wie gehabt vornehmlich im Mietwohnungssegment. Was die Nachfrage betreffe, sei nämlich nicht davon auszugehen, dass die Zahl zusätzlicher Single-Haushalte sowie die Nachfrage nach Zweitwohnsitzen noch viel stärker steigen. Und auch wenn viele Neubauprojekte Wohnersatzneubauten beträfen, werde der Nettozuwachs an Wohnungen voraussichtlich immer noch höher ausfallen als die zusätzliche Nachfrage. 

Für die Mieter gebe es grundsätzlich gute Nachrichten, behaupten die Immo-Experten: «Im 2020 dürften sich die Mieten weiter zurückbilden. Bei den angebotenen Wohnungen wird ein Rückgang von 0,9 Prozent erwartet. Auch Mieter mit bestehenden Mietverträgen könnten nächstes Jahr in den Genuss tieferer Mieten kommen, denn es ist davon auszugehen, dass der Referenzzinssatz auf 1,25 Prozent sinkt, was einen Senkungsanspruch von 2,91 Prozent zur Folge hätte.»

Unerschwingliche Preislage
 

Von zunehmenden Leerständen sind die Wohneigentumsmärkte derzeit noch wenig betroffen, da das nochmals attraktiver gewordene Finanzierungsumfeld das bereits grosse Interesse an Wohn­eigentum zuletzt weiter gesteigert hat. Der Verwicklichung des Traums vom Eigenheim stehen jedoch oft ein beschränktes Angebot, stark gestiegene Preise sowie strenge Tragbarkeitsregeln gegenüber. «An vielen Orten haben die Preise Niveaus erreicht, die für den Grossteil der Haushalte nicht mehr erschwinglich sind», sagt Wüest Partner. Der Traum vom Eigenheim bleibt für viele ein Wunschdenken. Besonders angespannt sei die Ausgangslage für potenzielle Käufer in Regionen mit einem reichhaltigen Arbeitsplatzangebot wie beispielsweise in Zürich oder am Genfersee. Hier lägen die mittleren Verkaufspreise für Wohneigentumsobjekte weit über dem Schweizer Schnitt. Obschon das Nachfrageinteresse an Einfamilienhäusern hoch ist, dehnt sich das landesweite Angebot derzeit aus. Dies ist jedoch nicht auf eine intensivierte Neubautätigkeit zurückzuführen, denn diese nahm in den letzten Jahren kontinuierlich ab. Diese Entwicklung widerspiegelt vielmehr die Tatsache, dass das Angebot häufig nicht zur Nachfrage passt. Entweder sind die Objekte zu teuer oder sie liegen zu abgelegen. 
Aufgrund des weiterhin attraktiven Finanzierungsumfelds dürfe das Interesse an Eigentumswohnungen auch im nächsten Jahr gross sein. Da die Neubautätigkeit weiter zurückgehe, könne sich die Angebotsmenge wieder stabilisieren. Das «Immo-Monitoring» geht davon aus, dass die Preise für Eigentumswohnungen 2020 leichte Anstiege von 0,2 Prozent verzeichnen werden. Die Preise für Einfamilienhäuser steigen um 1,2 Prozent. (rpm)

 

27. Okt 2019 / 06:18
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