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    Einige Gastronomen haben noch immer keine Kurzarbeitsentschädigungen erhalten.  (SALVATORE DI NOLFI)

Einzelne Firmen warten auf ihr Geld

Gastronomen warten auf Gelder aus der Kurzarbeitsentschädigung. Das zuständige Amt versucht die Antragsflut zu bewältigen.

Die Gastronomie nimmt langsam wieder Fahrt auf, die Zeiten der Betriebsschliessungen sind vorbei. Dennoch waren die letzten Monate für viele ­einschneidend. Zwei Liechtensteiner Gastronomen beklagen sich diese Woche gegenüber «Wirtschaft regional», dass sie aus der Kurzarbeitsentschädigung noch immer kein Geld gesehen haben. Nach den ersten Bewilligungen geht es um die konkreten Auszahlungen, sprich das Geld, auf das die Firmen warten. Und gerade in diesem Bereich kam es bei einzelnen zu Verzögerungen. In Anbetracht der Flut von Anträgen ist das aber auch kein Wunder. 950 Firmen haben ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt.

 

Wenn sich das Kurzarbeitergeld verzögert, wird es eng 

Bis Anfang dieser Woche wurden insgesamt 3,6 Millionen Franken ausbezahlt, wie Katja Gey als Leiterin  des Amtes für Volkswirtschaft auf Anfrage bestätigt. Es sind insgesamt 400 Auszahlungen veranlasst worden, diese betreffen rund 2500 Arbeitnehmende. Sie beinhalten Abrechnungen vor allem für den Monat März, teilweise wurde auch bereits der Monat April abgerechnet und ausbezahlt. Das wiederum heisst, es sind auch Unternehmen darunter, die bereits zwei Mal eine Zahlung erhalten haben.

Viele Arbeitgeber haben hingegen noch gar keine Abrechnung eingereicht. Die eingegangenen Anträge werden laufend geprüft und freigegeben, so dass laut Gey mehrmals pro Woche Geld ausbezahlt wird. «Es ist daher im Moment noch sehr schwierig, eine belastbare Schätzung für die noch zu erwartenden Entschädigungszahlungen abzugeben», sagt Katja Gey. Ein erster Eindruck zeigt aber, dass die Lage schwierig ist. Ein Viertel aller Beschäftigten des Landes hat zu wenig Arbeit, wie eine Momentaufnahme nach den ersten Anmeldungen für Kurzarbeit zeigt.

Wie aus den Angaben der Voranmeldungen hervorgeht, sind knapp  11 000 Arbeitnehmer in Liechtenstein von Kurzarbeit betroffen. Die Firmen, welche das Instrument nutzen, sind sowohl grössere Konzerne als auch KMU sowie Kleinstunternehmen – quer durch fast alle Branchen. 

Beim Betriebskostenzuschuss wurden bis jetzt für den Monat März 72 Zahlungen in der Höhe von rund  230 000 Franken ausgerichtet. Das Amt für Volkswirtschaft arbeitete in den vergangenen Wochen unter Hochdruck daran, auch die Anträge im Rahmen der weiteren Hilfsmassnahmen zu bearbeiten. So konnten 853 Auszahlungen in einer Gesamthöhe von rund 3,5 Millionen Franken an unmittelbar Betroffene ausgerichtet werden. Diese umfassen Zahlungen für die Monate März, April und teilweise für Mai. 

Diese Firmen sind direkt betroffen, weil sie auf behördliche Anweisung während des Lockdowns zusperren mussten. Für die sogenannten mittelbar Betroffenen hat das Amt 400 Auszahlungen veranlasst, in einer Gesamthöhe von über 1,5 Millionen Franken – weitere Zahlungen sind in Vorbereitung.  Sie mussten ihren Betrieb zwar nicht schliessen, ihre Umsätze sind infolge des Lockdowns ebenfalls grösstenteils weggebrochen. «Es sind wenige, die eine Unterstützung als unmittelbar oder mittelbar betroffene Einzel- und Kleinstunternehmer beantragt haben und noch keine Zahlung erhalten haben. Bei einzelnen sind noch Fragen zu klären oder es fehlen wichtige Angaben oder Unterlagen», sagt Gey. Sie geht davon aus, dass die Überprüfungen der verbleibenden Anträge rasch und vor Ende Mai abgeschlossen werden können. 

 

«Wir tun unser Möglichstes, um Anträge schnell zu bearbeiten»

«Uns ist gerade die schwierige Situation der Kleinstunternehmen sehr bewusst und wir tun unser Möglichstes, alle Anträge so schnell wie möglich zu bearbeiten und wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, die Auszahlungen umgehend zu veranlassen», betont die Amtsleiterin. 

Gey wies auch darauf hin, dass bei der Kurzarbeitsentschädigung die Auszahlungen abhängig von der Eingabe der vollständigen Abrechnungsformulare sind. Die Arbeitgeber entscheiden zudem, ob sie monatlich abrechnen wollen oder über einen längeren Zeitraum zu einem späteren Zeitpunkt, das heisst zum Beispiel erst im Juni. 

Laut Amt für Volkswirtschaft gibt es dabei keine Vorschusszahlungen für die Betriebe. Ziel ist es eigentlich, innerhalb eines Monates nach Ablauf des Abrechnungsmonats auch Gelder auszuzahlen. Lange dürften manche Unternehmer allerdings nicht mehr auf Geld warten müssen. (dal)

22. Mai 2020 / 10:11
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