• NAGELSTUDIO, NAGELDESIGN, WIEDEREROEFFNUNG, CORONAVIRUS, VIRUS, COVID-19, COVID 19, NCOV-2019, NOTSTAND, LOCKDOWN,
    Ale Mitarbeitenden der Hotels können sich wöchentlich auf Corona testen lassen.  (ALEXANDRA WEY)

Corona-Test für Personal in Feriengebieten

Nach Bekanntgabe der Grenzöffnungen bereiten sich Hoteliers auf internationalen Tourismus vor. Bei Schutzkonzepten sind teilweise noch Fragen offen. In Teilen von Tirol ist klar, dass Hotelangestellte die Möglichkeit bekommen, sich regelmässig auf Corona testen zu lassen.

Die Grenzen zu Österreich, Deutschland und Frankreich sollen spätestens Mitte Juni wieder für Touristen offen sein. Somit ist es wieder möglich, beispielsweise Sommerferien in Tirol zu verbringen. Die Touristiker freuen sich bereits. Und offenbar auch die Gäste: «Gleich nach der Ankündigung am Mittwoch sind bei uns vier Buchungen aus Liechtenstein eingegangen», sagt Alois Seyerling, geschäftsführender Eigentümer vom Hotel Klosterbräu in Seefeld in Tirol. Seyerling nutzt die Corona-bedingte Schliessung für Umbauarbeiten im Hotel und wird ab Anfang Juli wieder Gäste empfangen, auch wenn die Grenzen bereits früher öffnen. «Mit Blick auf die Buchungsanfragen auch vor der Ankündigung der Grenzöffnung gehen meine Kollegen und ich davon aus, dass sich der Andrang um zwei bis drei Wochen nach Öffnung der Grenzen verschieben wird», so Seyerling. «Die Gäste wollen wissen, welche Infrastrukturen in welcher Form zugänglich sein werden und warten deshalb ab.» Das würden auch Gespräche mit Stammgästen zeigen. Der Trend zeige dahin, dass ab Mitte Juli wieder ordentlich Betrieb in den Tiroler Hotels herrschen werde.

Schutzkonzepte für Hotels in Österreich noch unklar

Aufsperren dürfen die Hotels in Österreich erst ab 29. Mai, bereits früher öffnen die Restaurants. Für diese sind auch die Schutzkonzepte bereits bekannt. «Wie es in den Hotels ausschaut, ist jedoch noch unklar», sagt Seyerling. Die schriftliche Verordnung stehe noch nicht, insofern wissen die Hoteliers nicht, was für Schutzmassnahmen sie konkret treffen müssen und unter welchen Bedingungen Schwimmbäder und Wellnessbereiche betrieben werden dürfen. Sobald die Verordnung bekannt sei, werde Seyerling mit seinen Abteilungsleitern für drei Tage in Klausur gehen, um die Umsetzung der Schutzkonzepte gemeinsam zu planen und die künftigen Abläufe zu organisieren. Neben den behördlichen Vorschriften setzt man in der Region Seefeld auch auf freiwillige Massnahmen. So können sich alle Mitarbeitenden der Hotels wöchentlich auf Corona testen lassen. «Die Tests sind freiwillig. Ich rechene damit, dass 80 bis 90 Prozent der Mitarbeiter sich testen lassen», sagt Seyerling, der auch Obmann des Tourismusverbandes der Olympiaregion Seefeld ist. 

Eine Rabattschlacht erwartet Seyerling nicht, jedenfalls nicht bei hochwertigen Betrieben. «Gut positionierte Hotels werden ihre Preise durchsetzen», ist Seyerling überzeug. Viele Hoteliers kämen den Gästen aber entgegen, indem sie die Stornierungsbedingungen geändert haben. «In vielen Betrieben kann man bis 48 Stunden vor Anreise gratis stornieren.» Das gelte auch für das «Klosterbräu». In einer weiteren Phase der Vorbereitung auf die Saison werden Gäste angeschrieben oder angerufen, um auf die Grenzöffnung und die Angebote aufmerksam zu machen.

Schritt in Richtung Internationalisierung

Auch für Hotel- und Gastrobetriebe aus Liechtenstein bietet die Grenzöffnung Möglichkeiten, etwa um Gäste aus Deutschland ins Land zu locken. Diese Chance will auch Liechtenstein Marketing nutzen. «Wir gehen aktuell davon aus, dass Grenzübertritte für Personen aus Deutschland und Österreich ab dem 15. Juni wieder möglich sind», heisst es bei Liechtenstein Marketing auf Anfrage. Bis dahin würde sich die Marktbearbeitung auf Liechtenstein und die Schweiz konzentrieren. Parallel würden aber auch Marketingaktivitäten in Deutschland langsam intensiviert, um rechtzeitig für die Sommersaison und den Herbst eine grosse Sichtbarkeit in den Zielmärkten zu erzeugen. Man arbeite an Angeboten, um Gästen aus dem In- und Ausland passende Pakete für Sommerferien zu bieten. Durch die Aufhebung der Reisebeschränkungen im Bodenseeraum sei nun ein erster wichtiger Schritt in Richtung Internationalisierung im Sommertourismus gemacht worden.

«Zwei-Meter-Gesellschaft» wirkt sich auf Wirtschaftlichkeit aus

Auch bei St. Gallen-Bodensee Tourismus macht man sich nach Bekannt­gabe der Grenzöffnung Gedanken über passende Kampagnen. Dabei müsse man beachten, dass man den richtigen Zeitpunkt erwische. Die Botschaft, dass man wieder reisen könne, sei erst seit Kurzem wieder opportun, sagt Thomas Kirchhofer, Direktor von St. Gallen-Bodensee Tourismus. «Um bei potenziellen Touristen zu punkten, setzen wir vor allem auf unsere Gästekarte Oskar», so Kirchhofer. Ziel sei es, verschiedene Angebote darin zu bündeln und diese so zu einem attraktiven Preis anzubieten. Punkten könne man zudem mit der Stadt St. Gallen als Hub für Ausflüge ins Umland und den See.

Eine Rabattschlacht erwartet Kirchhofer nicht. Die Schutzkonzepte und deren Umsetzung zwingen die Hoteliers, zusätzliche Investitionen zu tätigen. Gleichzeitig sind wegen den geforderten Abständen die Kapazitäten reduziert. «Die sogenannte ‹Zwei-Meter-Gesellschaft› wirkt sich klar auf die Wirtschaftlichkeit der Betriebe aus», sagt Kirchhofer. Da seien Preissenkungen bei Hotels kaum möglich. Hingegen erwartet Kirchhofer eine Marketingschlacht. «Jede Region wird mit ­allen Mitteln versuchen, auf sich aufmerksam zu machen.» St. Gallen-Bodensee Tourismus werde sich daran aber kaum beteiligen. Die Mittel seien knapp und drohen zu verpuffen, wenn viele Anbieter gleichzeitig um Aufmerksamkeit buhlen. (jeb)

15. Mai 2020 / 09:57
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
puzzle ravensburger
Zu gewinnen 1 Ravensburger Puzzle Schloss Vaduz
23.04.2020
Facebook
Top