• Die ersten 5G-Sendemasten in der Region
    Die ersten 5G-Sendemasten in der Region

Buchs und Gams senden 5G

Die Mobilfunktechnologie 5G ist im Rheintal angekommen: Buchs und Gams sind die ersten Orte in der Region, die bestehende Sendemasten auf die 5G-Frequenz umgerüstet haben. Weitere könnten aber bald folgen.

In den digitalen Agenden der lokalen Mobilfunkbetreiber aus Werdenberg und Vorarlberg steht 5G seit längerer Zeit ganz oben auf der Prioritäten-Liste. Die Swisscom verspricht auf ihrer Homepage den landesweiten Ausbau bis Ende Jahr. Sunrise brüstet sich, das «am weitesten ausgebaute 5G-Netz des Landes» zu haben. Das Amt der Vorarlberger Landesregierung unterstrich unlängst mit ihrer Digitalisierungsstrategie «VorarlBytes», dass ein Schwerpunkt bis 2020 vor allem der Ausbau der digitalen Infrastrukturen in Richtung des 5G-Standards mit geplanter Nutzung ab 2020 sei. Den Ankündigungen folgen bereits Taten. 

Zwei 5G-Standorte im Rheintal

In Werdenberg wurden nun die ersten aktiven 5G-Antennenstandorte errichtet: und zwar in Buchs und Gams. Das geht aus einer Karte des Bundesamtes für Kommunikation hervor. Konkret handelt es sich dabei um die Antenne Ara Simmiwinkel in Gams, die sich in der Nähe des Golfplatzes befindet, und um einen 5G-Sendemasten in Buchs am Fichtenweg 10. Die Karte zeigt die Standorte sämtlicher Sendeanlagen in der Schweiz und Liechtenstein. Im gesamten Rheintal sind erst zwei 5G-Standorte verzeichnet. Daniel Gut, Stadtpräsident von Buchs, bestätigte auf Anfrage die Buchser 5G-Antenne: «Ja, die Antenne ist bewilligt seit Juni 2019.» Aktuell sei sogar ein weiteres Gesuch pendent, wogegen aber Einsprache erhoben worden sei. Von einem Protest-Ansturm ist in Buchs gemäss Gut bislang aber nichts zu merken. «Einige wenige Einzelpersonen haben sich bisher negativ zur 5G-Technologie allgemein geäussert», so Gut.

Mit der Erteilung der Konzession für 5G hat das Bundesamt für Kommunikation die Mobilfunkbetreiber dazu verpflichtet, aktive Antennen zu melden. Die Meldungen werden in der Regel innerhalb von drei Wochen aufgeschaltet.  Normalerweise benötigt ein Mobilfunkbetreiber für den Aus- oder Umbau   einer Antenne - wie beispielsweise in Buchs - eine Baubewilligung durch die Gemeinde. Die Antenne bei der Ara Simmiwinkel in Gams befindet sich aber in einer sogenannten Bagatellgrenze. Werden die Bagatellkriterien eingehalten, ist kein ordentliches Baubewilligungsverfahren nötig. Zu diesen Kriterien gehören beispielsweise die Strahlungswerte oder eine Leistungssteigerung der Antenne. Bleiben diese gleich, kann ausgebaut werden. «Die zurzeit laufende Einführung von 5G erfolgt in Frequenzbereichen, wie sie bereits jetzt für den Mobilfunk und für WLAN verwendet werden», schreibt das Bundesamt für Kommunikation in einem Fragen- und Antwortenkatalog zum Thema 5G. 

In Liechtenstein ist aktuell noch kein 5G-Sendemast in Betrieb. Voraussichtlich zu Jahresende werden die neuen Mobilfunkfrequenzen für die drei Mobilfunkbetreiber Salt (Liechtenstein), Swisscom und FL1 vergeben. Die Bearbeitung von Baugesuchen und die Ausfertigung von Baubescheiden für die Errichtung neuer Sendemasten ist dann Sache des Amtes für Bau und Infrastruktur. 

Betreiber bestimmen Standort 

Ob ein Standort jedoch überhaupt notwendig ist, entscheidet der betreffende Betreiber aufgrund der technischen und wirtschaftlichen Notwendigkeit. «Aufgrund der technischen Komplexität, die eine umfangreiche Planung benötigt, können diese Entscheidungen – wie auch international üblich – nur die Betreiber treffen», antwortete Vize-Regierungschef Daniel Risch in der vergangenen Landtagssitzung auf eine Kleine Anfrage. Alle in Liechtenstein tätigen Mobilfunkbetreiber seien verpflichtet, monatliche Betriebsstandmeldungen beim Amt für Kommunikation sowie Amt für Umwelt einzureichen. Diese Betriebsstandmeldungen geben Auskunft über die eingesetzte Technologie, Frequenzband, spezifische Daten zu den Antennen sowie zu der effektiven Sendeleistung jeder einzelnen Mobilfunkantenne. Anhand dieser Information wird geprüft, ob die Mobilfunkanlagen den gesetzlichen Vorgaben entsprechen und ob die massgebenden Grenzwerte eingehalten werden. «Die Einhaltung der Strahlungswerte wird somit laufend beaufsichtigt und überwacht», so Risch. 

Moratorium nicht zielführend

Erst kürzlich legten in Schaan besorgte Bürger Einsprache gegen den Bau einer Mobilfunkantenne im Zentrum von Schaan ein. Ängste sind auch in Liechtenstein vorhanden. «Die Regierung nimmt die Sorgen der Bevölkerung sehr ernst, erachtet aber ein Ausbaumoratorium aus mehreren Gründen als nicht zielführend», sagte Risch. Erstens zeige ein Blick in die Schweiz, dass die beschlossenen Moratorien einer gesetzlichen Überprüfung aller Voraussicht nach nicht standhalten würden. Zweitens seien die in der Schweiz und in Liechtenstein vorgegebenen Grenzwerte im internationalen Vergleich niedrig und der geplante 5G Ausbau führe nicht zwingend zu einer Erhöhung dieser Grenzwerte. Drittens sähen die Rechtsgrundlagen in Liechtenstein nach Auffassung der Regierung aus heutiger Sicht ein ausreichendes Mass an Koordination, Kontrolle und Transparenz der verschiedenen eingesetzten Mobilfunktechnologien vor. 

18. Okt 2019 / 06:19
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