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    Weil die Kunden des Flumser Seilbahnbauers Aufträge verschieben, verlieren 18 Mitarbeiter ihren Job.  (Daniel Schwendener)

Bartholet muss Stellen abbauen

Weil die Kunden des Flumser Seilbahnbauers Aufträge verschieben, verlieren 18 Mitarbeiter ihren Job.

In der Montagehalle der Bartholet Maschinenbau AG in Flums stehen normalerweise Gondeln und Berg- oder Talstationen für Seilbahnen. Hier werden sie montiert, bevor Lastwagen sie in alle Welt transportieren. Doch in den vergangenen Monaten blieben die Werkhallen aufgrund der Coronakrise teilweise leer – mit weitreichenden Folgen. Mitarbeiter des Unternehmens sprechen von einem Kahlschlag mit 90 Stellen, die abgebaut werden sollen. Ganz so prekär stellt sich die Lage aber laut Bartholet nicht dar.

«Leider kam es durch die Coronakrise zu Projektverschiebungen für das Jahr 2020, daher mussten uns circa 5 Prozent von unseren rund 350 Mitarbeitenden verlassen. Bei diesem Personalabbau handelt es sich hauptsächlich um Pensionierungen und Stellen, die nicht ersetzt wurden», sagt Marina Meier von der Firma Bartholet. Einige Kunden in Europa haben umdisponiert und ihre Seilbahnprojekte vorerst auf unbestimmte Zeit verschoben, während die asiatischen Bahnprojekte mit einer Verzögerung von drei Monaten gebaut werden sollen. Dennoch spürte das Unternehmen die Auswirkungen der Pandemie und musste in einigen Abteilungen auf 20 Prozent Kurzarbeit setzen. Der Maschinenbauer konnte diese jedoch mittlerweile wieder aufheben und es konnte wieder ein Normalbetrieb aufgenommen werden. 

Bartholet hat einen Marktanteil von 12 Prozent
Immerhin hat der Flumser Maschinenbauer aber einen finanzkräftigen Eigentümer im Rücken. Vor drei Jahren hat das chinesische Unternehmen Cedarlake Capital die Mehrheitsbeteiligung am Seilbahnbauer in Flums erworben. Die Gründerfamilie Bartholet blieb aber bis heute am Unternehmen beteiligt und Roland Bartholet führt den Betrieb weiterhin als CEO und VR-Präsident. Cedarlake ist ein reiner Finanzinvestor. Die Werkhallen und alle Immobilien gehören weiterhin nur der Familie. Dennoch ist der chinesische Investor nicht nur ein Geldgeber, sondern auch Türöffner für einen wichtigen Markt. Für die Flumser hat sich das Tor nach China geöffnet und zugleich ein Markt von neuen potenziellen Kunden. Bartholet erwirtschaftet heute bereits rund einen Viertel des Umsatzes in China, wie Firmenchef Roland Bartholet bestätigt. Er kann auf etliche erfolgreiche Projekte blicken:  Sessellifte, die Skifahrer in China auf den Berg bringen. Oder Gondeln in Moskau, die über den Fluss Moskwa schweben.

Weit über ein Dutzend solcher Anlagen ent­stehen laut Roland Bartholet jedes Jahr in der Produktion in Flums. Damit ist das Unternehmen der letzte grosse Seilbahnbauer der Schweiz, der sich den Markt mit den grossen Konkurrenten Dopplemayr-Garaventa aus Vorarlberg und der Südtiroler Leitner-Gruppe teilen muss. «Wir haben 12 Prozent Marktanteil. Die beiden anderen ­teilen sich den Rest», sagte der Firmenchef diesen Mai gegenüber der «Handelszeitung». Der Markt für Seilbahnen erzielt ein Jahresvolumen von 1,2 Milliarden Franken. Weltweit beschäftigt das Flumser Unternehmen 450 Mitarbeiter. (dal)

03. Jul 2020 / 06:00
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