• AHV IV FAK in Vaduz
    AHV  (Daniel Schwendener)

AHV: ein Minus von 131 Millionen Franken

«Einen Dämpfer» nennen die AHV-IV-FAK-Anstalten das finanzielle Jahresergebnis 2018. Grund zu einem Strategiewechsel sehen sie aber keinen, im Gegenteil.
Einbruch. 

131 Millionen Franken Minus. Die Reserven gehen um fast ein Zehntel zurück. Die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) hat ein katastrophales 2018 hinter sich. Das Minus kommt zwar nicht ganz überraschend, wohl aber die Höhe. Denn 2016 beschloss der Landtag, dass ab 2018 die Rentenausgaben nicht mehr alleine durch die Beitragseinnahmen (Versicherte, Arbeitgeber, Staat) gedeckt werden sollen. Um dennoch ein ausgleichendes Ergebnis zu erzielen, bräuchte es positive Ergebnisse aus dem Vermögensverwaltungsbereich – und genau das ist im vergangenen Jahr ausgeblieben. 2018 resultierte gar eine negative Rendite. Weshalb es für die Vermögensanlagen zu einem so schlechten Resultat kam, schreiben die AHV-IV-FAK-Anstalten in der gestern Abend versandten Mitteilung nicht. Mitunter ein Hauptgrund dürfte aber der Abschwung im Dezember an den Finanzmärkten sein.

Nicht in Aktionismus verfallen
Das Ergebnis zehrt auch an den Reserven. Das Fondsvermögen sank von 3171,4 Millionen Franken im Jahr 2017 auf 3040,0 im 2018. Die Kennzahl «aktuelle Jahresausgaben in Reserve» sinkt von 11 auf 10,2. Wie die Anstalten aber schreiben, sei diese Entwicklung «keineswegs überraschend». Bereits im Vorjahr habe man darauf hingewiesen, dass auf einen Zyklus guter Jahre erfahrungsgemäss auch wieder Einbrüche folgen werden. Deshalb warnen die Verantwortlichen nun auch davor, in Aktionismus zu verfallen. Es werde nun die nötige Abgeklärtheit und Professionalität brauchen. Dabei mahnen die Verantwortlichen eindringlich davor, nun die Strategie zu überdenken: «Dank eines langfristigen Anlagehorizonts ist in psychologisch anspruchsvollen Jahren kein unüberlegter Strategiewechsel nötig bzw. ein Strategiewechsel kann sogar ein Fehler sein.»

Gute Zahlen dagegen bei der IV und der FAK
Anders präsentiert sich die Lage dagegen bei der Invalidenversicherung (IV). Hier stiegen die Einnahmen durch Beiträge sogar leicht auf 46,5 Millionen Franken (+2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr), während die Ausgaben leicht zurückgingen (–0,7 Prozent). Nur geringfügige Änderungen gab es auch bei der Familienausgleichskasse (FAK), welche im vergangenen Jahr eine schwarze Null schrieb.

Die Ergänzungsleistungen stiegen wiederum an – was auch allgemein erwartet wurde – auf 12,5 Millionen Franken (+6,9 Prozent). Sie werden dann ausgeschüttet, wenn die Renten der AHV/IV zusammen mit weiteren Einnahmen sowie dem Vermögen der Rentnerinnen und Rentner kein ausreichendes Mindesteinkommen sichern. (ags)

23. Feb 2019 / 06:00
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