• Katja Gey Amt für Volkswirtschaft Schaan 200113
    Katja Gey ist die Vorsitzende der Dreigliedrigen Komission.  (Daniel Ospelt)

2600 Franken Lohn – das geht bald nicht mehr

Lohndumping in der Gastronomie und Hotellerie soll stärker kontrolliert werden.
 
2600 Franken Bruttolohn stehen in Liechtenstein in manchen Branchen auf der Tagesordnung. Ein menschenwürdiges Leben sei unter solchen Umständen nicht möglich, prangert der LANV an. «Da wir im Gastgewerbe keinen allgemeinverbindlichen Gesamtarbeitsvertrag durchsetzen konnten, hat sich Lohndumping in der Hotellerie und im Gastgewerbe ausgebreitet», erklärt Sigi Langenbahn vom Liechtensteiner Arbeitnehmerverband (LANV). Dies werde noch durch das Ausländer- und Passamt unterstützt, das für Grenzgängermeldebestätigungen Löhne ab 2600 Franken brutto akzeptiert. «Das beanstanden wir schon mehrere Jahre als staatlich gefördertes Lohndumping», prangert der Gewerkschafter an.
 
Der letzte Versuch eines allgemeinverbindlichen GAV mit beiden Gastronomieverbänden ist vergangenen Frühling gescheitert. Darum hat der LANV in der Dreigliedrigen Kommission immer wieder eingebracht, die Branche auf Missbräuche zu untersuchen. «Es liegt auf der Hand, dass Missbrauch besteht, denn die vom APA bewilligten Löhne von 2600 Franken liegen massiv unter den Mindestlöhnen des GAV mit der Sektion Gastronomie der Wirtschaftskammer», erklärt Langenbahn. 
 
Die Kommission schaut den Gastronomen auf die Finger
Wie Katja Gey, Vorsitzende der Kommission, im Interview (Seiten 4 und 5) ankündigt, werden die Löhne im Land nun endlich geprüft. «Wir sind froh, dass mit Katja endlich etwas vorwärts ging, denn lange Zeit haben sich die Kommission und der ehemalige Vorsitzende äusserst schwergetan, aktiv zu werden», betont Langenbahn. Laut Gey zeigen die Zahlen ebenfalls, dass Handlungsbedarf besteht. Die Kommission prüft aktuell allfällige missbräuchliche Unterschreitungen orts- und branchenüblicher Löhne. Auf dieser Basis können dann auch einzelne Betriebe kontrolliert werden. Doch das alleine reicht Langenbahn nicht. «Ziel ist natürlich nach wie vor ein von den Sozialpartnern ausgehandelter, allgemeinverbindlicher Gesamtarbeitsvertrag». Und zudem sollten die Betriebskontrollen helfen, die Sozialpartner wieder an einen Tisch zu bekommen.
 
Die Kommission kann bei einem festgestellten Missbrauch auf den Arbeitgeber zugehen und auf höhere Löhne pochen. Wenn diese dennoch nicht steigen, kann die Dreigliedrige Kommission bei der Regierung den Erlass eines Normalarbeitsvertrags mit zwingendem Mindestlohn beantragen. Ein solcher Vertrag wäre dann nicht bloss für ein einzelnes fehlbares Unternehmen gültig, sondern für die gesamte Branche. Zukünftig muss sich dann auch das Ausländer- und Passamt bei Meldebestätigungen an die von der Kommission festgelegten Mindestlöhne halten. Die Kommission besteht zu gleichen Teilen aus Vertretern der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer und des Staates. (dal)
23. Jan 2020 / 21:32
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1 KOMMENTAR
schritt in die falsche richtung
Stellt sich die LANV die frage ob eine mindestlohnvorgabe, einem im sterben liegenden gewerbe eher helfen oder eher schaden wird?
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 24.01.2020 Antworten Melden

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