120 000 Franken für eine Antenne: Anbieter bieten Privaten hohe Summen

Die neue Mobilfunktechnologie 5G wurde am Donnerstag in der Schweiz eingeführt. Liechtenstein zieht schon bald nach. Die Anbieter suchen nach optimalen Antennenstandorten und bieten Privaten hohe Summen.

Die Schweiz stellt um und bereitet sich auf ganz neue Mobilfunkzeiten vor: höher, schneller, weiter. Schweizweit werden rund 15 000 weitere Antennenstandorte gesucht, um möglichst bald flächendeckend senden zu können. Sunrise ist in dieser Hinsicht an vorderster Front: Startschuss für «5G for people» war bereits am vergangenen Donnerstag. Das Unternehmen versorgt im Rahmen der «5G for People»-Strategie bereits über 150 Städte oder Orte mit einer 5G-Abdeckung zwischen 80 und 98 Prozent der lokalen Bevölkerung. Pascal Grieder, CEO von Salt Mobile SA, kündigte vor Kurzem im Samstagsgespräch mit Wirtschaft regional an: «Wir werden 5G-Dienstleistungen im zweiten Halbjahr dieses Jahres einführen.»  
Die einzelnen Mobilfunk-Unternehmen erhoffen sich durch diese neue Technologie Millardengewinne. Doch es herrscht eben dieser Zeitdruck: Die Jagd auf die besten Antennenstandorte hat längst begonnen. Wer als Erster kommt, mahlt zuerst. Deshalb sind die Mobilfunkanbieter auch bereit, für passende Standorte sehr viel Geld auszugeben. 

120 000 Franken für eine Antenne

Die Mobilfunkanbieter Swisscom, Sunrise und Salt bezahlen den Landeigentümern normalerweise Miete dafür, dass sie die Standorte für ihre Infrastruktur nutzen dürfen. Diese Miete fällt meist je nach Verhandlungsgeschick des Eigentümers unterschiedlich hoch aus. Über konkrete Summen, die privaten Anbietern bezahlt werden, herrschte bislang Stillschweigen in der Mobilfunkbranche. Die SRF-Sendung «Kassensturz» machte vor Kurzem jedoch öffentlich, dass «Sunrise» für eine Antenne auf einem Mehrfamilienhaus im Kreis 4 der Stadt Zürich 120 000 Franken bietet. Möglich als Einmalzahlung oder in Raten über 15 Jahre. Welche Preise bezahlen hierzulande Liechtensteiner Mobilfunkanbieter für einen passenden Standort?  

Kurt Bühler, Leiter des Amtes für Kommunikation, das die Frequenzvergabe und Standortbestimmung auf öffentlichem Boden mit den Unternehmen koordiniert, sagte dazu: «Ein Mobilfunkanbieter bezahlt dem Standortgeber gemäss Baurechtsvertrag einen jährlichen Mietbetrag für eine mobile Sendeanlage. Das Land Liechtenstein erhält nur an denjenigen Standorten eine Abgabe, wo es auch Standortgeber ist, also zum Beispiel beim Sender Erbi Vaduz, bei der Mehrzweckanlage Rüttiwald in Nendeln, bei der Rheinbrücke in Bendern, bei der Ortschaft Kulm-Sücka und weiteren Standorten.» 

Von den drei lizenzierten Mobilfunkbetreibern Salt (Liechtenstein) AG, Swisscom (Schweiz) AG und Telecom Liechtenstein AG wollte auf Anfrage niemand konkret dazu Auskunft geben, welche Summen geboten werden. Aus Datenschutzgründen könnten diese Informationen nicht weitergegeben werden, sagte Telecom-Mediensprecher Matthias Bieber. Auch Manfred Bischof vom Amt für Bau und Infrastruktur wollte den genauen Betrag und die Konditionen nicht nennen, weil es sich um einen privatrechtlichen Vertrag zwischen dem Land Liechtenstein und den Mobilfunkbetreibern handle. 

22 Mobilfunkstandorte 

Die konkreten Mietbeträge bleiben also weiter im Dunkeln. Aus einem Schreiben geht zumindest hervor, dass die Telecom Liechtenstein AG jährlich 96 617 Franken für ihre 15 Frequenzblöcke bezahlt. Die Blockpreise liegen pro Jahr zwischen 2500 und 12 100 Franken. Zu diesen Preisen kommen einmalige Kosten im Ausmass von 200 000 Franken für die erstmalige Zuteilung von Nutzungsrechten zur technologieneutralen Nutzung für den Mobilfunk und eine jährlich wiederkehrende Verwaltungsgebühr von 20 000 Franken. Insgesamt belaufen sich die Gebühren somit auf 314 950 Franken.

Mobile Sendeanlagen unterliegen den liechtensteinischen Rechtsgrundlagen. Jede Mobilfunksendeanlage muss zuerst ein öffentliches Baugesuch durchlaufen. Das gilt auch für die kommenden 5G-Antennen. 
Doch auch die Preise dürften die Öffentlichkeit interessieren. In Liechtenstein befinden sich laut dem Geodatenportal des Amtes für Kommunikation aktuell immerhin 22 Mobilfunkstandorte. Rechnet man die Angaben des Schweizer Bundesamtes für Kommunikation für die direkten Nachbarorte Sennwald, Haag, Buchs, Sevelen, Wartau und Trübbach dazu, sind das noch einmal rund weitere 30 Senderstandorte. (rpm)  

 

05. Apr 2019 / 18:44
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