• Zukunft ist immer noch ungewiss
    Medicnova, Privatklinik, Klinik, Spital, Krankenhaus, Gamprin Bendern, Bild aufgenommen am 27.06.2018, FOTO©RIGHT: TATJANA SCHNALZGER  (Tatjana Schnalzger)

Zukunft ist immer noch ungewiss

109 Gläubiger, 12 Millionen Franken: Die Forderungen gegenüber der Medicnova sind so umfassend, dass das Landgericht die Frist zur Anmeldung nun erstreckt hat. Gleichzeitig prüft das Land noch immer den Kauf der Immobilie – und des Mobiliars.
Bendern. 

Lange Zeit stand sie in den Schlagzeilen, die Medicnova in Bendern. Doch seit Bekanntgabe des Konkurses und der Einstellung des Betriebs im Juli wurde es ruhig um die Privatklinik. Und damit auch um zahlreiche weitere Fragen, die sich im Gesundheitswesen stellen. Klar ist, dass sich inzwischen 109 Gläubiger gemeldet haben, die eine Summe von rund 12 Millionen Franken fordern und dass mit weiteren Forderungen zu rechnen ist. Weiterhin nicht klar ist, ob das Land das Gebäude der Medicnova Immobilien Anstalt kauft und das Landesspital seinen neuen Standort in Bendern finden wird. 

«Arbeitnehmer haben gute Chancen auf Geld»
In der Zwischenzeit wurde das Inventar der Privatklinik aufgenommen und die Gläubiger aufgefordert, ihre Forderungen anzumelden. Masseverwalter Alexander Ospelt teilte gestern gegenüber Radio L mit, dass derzeit Forderungsanmeldungen von 109 Gläubigern über einen Betrag von 12 Millionen Franken vorliegen. Und weil die Forderungsanmeldungen dermassen umfassend sind, wurde beim Landgericht beantragt, die Frist zu Forderungsanmeldung zu erstrecken. Diese läuft neu bis zum 28. November 2018. 
«Nachdem die gesamte Konkursmasse ermittelt worden ist, ist es unsere Aufgabe, festzustellen, wo es sich um Masseforderungen bzw. Konkursforderungen handelt», erklärte Alexander Ospelt. Hier gelte es, in  verschiedene Klassen einzuteilen. «So gehören die Dienstleister beispielsweise in die 1. Klasse». Will heissen, die Arbeitnehmer haben gute Chancen, noch Geld zu erhalten. Alexander Ospelt rechnet damit, dass die ehemaligen Arbeitnehmer zwischen 500 000 und 750 000 Franken geltend machen werden. 


«Auch Verantwortlichkeiten werden geprüft»
Die sogenannte Prüfungstagsatzung, also an der die Insolvenzforderungen geprüft werden, wurde laut Ospelt auf den 12. Dezember verlegt. Bis dahin sollte auch klar sein, wie sich die Konkursmasse entwickelt. «Dann sind weitere Massnahmen einzuleiten. Allenfalls auch Verantwortlichkeitsansprüche sind zu prüfen», lässt Alexander Ospelt wissen. Es sei demnach zu prüfen, ob der Verwaltungsrat richtig gehandelt habe bzw. ob der Konkurs zum richtigen Zeitpunkt angemeldet worden sei. «Uns steht dann frei, ob wir allenfalls selbst Verantwortlichkeitsklagen führen oder ob wir diese allenfalls versteigern», erklärt Alexander Ospelt.


Regierung erarbeitet Entscheidungsgrundlagen
Für Ospelt gäbe es einen Idealfall: «Dass jemand die Aktiven übernimmt, selbst um eine Betriebsbewilligung ansucht und den Betrieb weiterführt.» Eine andere Möglichkeit – weniger ideal – wäre es, wenn die Fahrnis, also das bewegliche Vermögen, in Bausch und Bogen verkauft werde. Ausserdem gebe es noch als letzte Möglichkeit die Alternative, das bewegliche Vermögen einzeln zu verkaufen oder eine Versteigerung anzuordnen. Ob und wie die Regierung bzw. das Land dabei mitmischen wird, ist derzeit immer noch unklar. Gemäss Masseverwalter Ospelt bestehe zwar weiterhin Kontakt mit dem Land. «Es wird sondiert, was allenfalls zu übernehmen ist bzw. es werden Alternativen geprüft. Spruchreif ist allerdings noch nichts.
Gesundheitsminister Mauro Pedrazzini führt dazu aus: «Wir sind derzeit dabei, Entscheidungsgrundlagen für die Ausgestaltung der zukünftigen Spitalinfrastruktur zu erarbeiten. Der Umzug des LLS nach Bendern und der Kauf des Gebäudes von der Medicnova Immobilien Anstalt ist eine der Optionen, die wir prüfen. Die Immobiliengesellschaft sei nicht Gegenstand des Konkursverfahrens. Bezüglich der Aktiva der Betreibergesellschaft ergebe eine gleichzeitige Übernahme bei dieser Option bei Gegenständen, die aus technischen Gründen mit dem Gebäude fest verbunden seien, Sinn, aber das sei nur ein kleiner Teil. Der weitaus grössere Teil der Aktiva sei nicht Gegenstand einer solchen Option. «Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass der Kauf eines Teils der Aktiva, insbesondere von Geräten, unabhängig von einem Kauf der Immobilie für das Landesspital von Interesse sein kann.» (dv)

05. Sep 2018 / 06:30
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