• Infoanlass in Mauren
    Referent Elmar Ritter stellte klar: Bei der Hochwassersicherheit werden keine Abstriche gemacht.  (Daniel Schwendener)

Biber soll in die Schranken gewiesen werden

Die Renaturierungen «Industrie Mauren» und «Sportpark Eschen» sollen «bibersicher» werden. Gestern wurden Massnahmen präsentiert.

Entlang der Esche wurden ­zwischen Egelsee und dem Eschner Riet seit 2004 zwei Bereiche auf einer Länge von 265 Metern (Sportpark Eschen) und 350 Metern (Industrie Mauren) renaturiert und aufgeweitet. Was damals noch kein grosses Thema war: Der Biber. Seit 2007 ist er im Land und hat sich verbreitet, weshalb die Ämter für Bevölkerungsschutz und Umwelt gemeinsam mit den Gemeinden Eschen und Mauren nun zu Massnahmen gezwungen sind.

Hochwasserschutz als absolute Priorität
In seinem Referat stellt Elmar Ritter vom Amt für Bevölkerungsschutz klar: Bei der Hochwassersicherheit werden keine Abstriche gemacht. Zunehmende Siedlungsdichte, immer mehr versiegelte Flächen, die kein Wasser absorbieren, und ein Riet, das immer weiter absackt und den Niveauunterschied zur Sohle der Esche so immer kleiner werden lässt, stellt ihn und seine Kollegen vor Herausforderungen.

Bedingt durch die Klimaveränderung muss zudem mit insgesamt ­weniger, punktuell dafür wesentlich intensiveren Niederschlagsmengen gerechnet werden. Die logische Konsequenz für Ritter: Nachdem die Esche durch Ausgreifen von Siedlungs- und Industriegebiet eine tragende Rolle als Hauptvorfluter bekommen hat, muss er seine Abflusskapazität unbedingt erfüllen können, um das Schadenspotenzial durch Hochwasser ausreichend minimieren zu können.

Fleissiger Baumeister, der immer neue Räume erobert
Auch für Catherine Frick vom Amt für Umwelt steht ausser Frage: Die Esche ist kein geeigneter Lebensraum für die Biber, die sie und ihre Amtskollegen «managen» sollten. Dass sich dieses Management bedingt durch unseren engen und dicht von verschiedenen Interessen durchzogenen Lebensraum nicht immer einfach gestaltet, dürfte für wenige neu sein.

In Bezug auf die Wichtigkeit der Esche als Entwässerung von Maurer und Eschner Riet und allem, was darin mündet, sind Bibermanager wie Hochwasserschutz nun in besonderem Masse gefordert: Wie bringt man dem emsigen Wald rodenden, Dämme bauenden und Bachböschungen aushöhlenden Baumeister bei, dass dieser Bach tabu für ihn ist?

Renaturierungen werden über Winter «bibersicher»
Nun soll der Baumeister – und aus unserer anthropogenen Sicht betrachtet wohl insbesondere Rückbaumeister – in seine Schranken gewiesen werden. Das nicht nur hierzulande, sondern auch in Bayern und der Schweiz immer wieder für Diskussionen und erhitzte Gemü­ter sorgende Tier darf nämlich aufgrund der Berner Konven­tion von 1982 und anderer in­ternationaler Verträge, an die Liechtenstein gebunden ist, nicht bejagt werden.

Grundsätzlich umfasst dieser Schutz laut Naturschutzgesetz auch die Lebensräume und die Gewährleistung der sonstigen Lebensbedingungen des geschützten Tieres. Nur landet man im Falle eines Rietbaches, der eine unerlässliche Entwässerungsfunk­tion erfüllen können muss, hier sehr schnell bei einer Ausnahme: Art. 28a nämlich gibt dem Amt für Umwelt das Recht, Ausnahmen anzuordnen, sofern dies notwendig ist. Diese Notwendigkeit wiederum ist insbesondere im Falle einer Abwendung von Gefahren gegeben.

Konkret werden nun über den Winter situativ angepasste Schutzmassnahmen durchgeführt. Diese umfassen die Vergitterung von Böschungen und wichtigen Bäumen, das Abtragen von Ablagerungen im Bachbett, Steinschüttungen, um neuem Graben vorzubeugen, oder auch Eisenpfähle, die alle 10 cm in die Böschung eingeschlagen werden können. Damit wird der Biber nicht verschwinden, aber er kann in diesem Bereich nicht mehr siedeln und keinen grösseren Schaden mehr anrichten.

Eine Jagderlaubnis für die derzeit auf über 60 Tiere geschätzte Population steht derzeit aufgrund vertraglicher Bindungen nicht zur Debatte. Punktuelle «Entnahmen» bleiben als letzter Ausweg, falls die baulichen Massnahmen wider Erwarten doch nicht die gewünschte Bibersicherheit erzielten und der Hochwasserschutz deshalb gefährdet würde. (tb)

07. Jan 2020 / 21:57
Geteilt: x
2 KOMMENTARE
Biber hin oder her
Bekanntlich gibt es ja allgemein einige Leute, vor allem aber Ämter, welche zum Teil sehr "sinnfreie" Aktionen ins Leben rufen. Dies ist vielfach natürlich auch für deren Aufmerksamkeit gedacht. Da denkt sich dann der Zeitungsleser: "Die gibst noch? Die tun aber was......"
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 18.01.2020 Antworten Melden
Der Mensch will es einfach nicht lernen
Und wieder meint unser Amt dass es in die Natur eingreifen und dort herumpfuschen muss. Man sieht es auf der ganzen Welt was dann heraus kommt. Kommt herunter von eurem hohen Ross, sonst fallt ihr herunter!
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 08.01.2020 Antworten Melden

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