• Walter Bruno Wohlwend, besser bekannt unter dem Kürzel WBW, ist in der Nacht auf Mittwoch verstorben.  (Daniel Ospelt)

Walter Bruno Wohlwend gestorben

Der Gründer des Internationalen Liechtensteiner Presseclubs (LPC), frühere Chefredaktor des Liechtensteiner Volksblatt und Initiant von Radio L, Walter B. Wohlwend, ist in der Nacht auf Mittwoch gestorben. Dies teilte der LPC in eriner Mitteilung mit.

Der Internationale Liechtensteiner Presseclub (LPC) schreibt zum Gedenken an Walter Bruno Wohlwend:

«Mit ihm verliert die Medien- und Publizistiklandschaft des Fürstentums Liechtenstein eine herausragende Persönlichkeit, die in Jahrzehnten prägende Akzente gesetzt und wesentlich dazu beigetragen hat, dass unser Land schon zu einer Zeit im Ausland wahrgenommen wurde, als Liechtenstein noch ein weitgehend unbekannter Fleck auf der Landkarte war.

Ein bedeutendes Datum im Berufsleben von Walter B. Wohlwend ist der 8. Februar 1969. An diesem Tag ist der Internationale Liechtensteiner Presseclub (LPC) auf seine Initiative gegründet worden. Die grosse Nachfrage nach Informationen über das Fürstentum Liechtenstein bewog ihn, zusammen mit Kollegen aus der Schweiz, Österreich und Deutschland, einen Presseclub ins Leben zu rufen, der nicht eine Standesorganisation oder Gewerkschaft war, sondern eine Informationsplattform für Journalisten. Zu einer Zeit, als die Regierung erst mit dem Aufbau einer Presse- und Informationsstelle befasst war, bildete der Presseclub eine wichtige Drehscheibe für Journalisten, die über Liechtenstein berichten wollten, nach Informationen suchten oder mit Gesprächspartnern aus Politik und Wirtschaft in Kontakt treten wollten. Aber nicht nur die Hilfe für ausländische Journalisten bildete für ihn die Triebfeder für die Gründung des Presseclubs, mindestens ebenso wichtig war für ihn die Darstellung Liechtensteins im Ausland. Dass in dieser Hinsicht noch eine Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit herrschte, fasste er einmal mit dem Satz zusammen: «Die Berichte aus unserem Land zeichnen sich gelegentlich mehr durch ihre Originalität und den Erfindungsgeist ihrer Verfasser als durch ihre Qualität und ihre Wirklichkeitsnähe aus».

Zahlreiche hochgestellte Persönlichkeiten, von Österreichs Bundeskanzler Bruno Kreisky bis zu Nato-Generalsekretär Manfred Wörner, traten vor dem Presseclub auf und informierten in- und ausländische Journalisten sozusagen aus erster Hand. So wie Walter B. Wohlwend den ersten Presseclub in Liechtenstein gründete, so war er auch der erste vollamtliche Journalist und Chefredaktor in unserem Land sowie der erste liechtensteinische Journalist, der regelmässig für das Schweizer Radio über das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Geschehen zwischen Balzers und Ruggell berichtete. Aufgrund seiner Kontaktfreude konnte er ein Netzwerk aufbauen, das weit über die Grenzen Liechtenstein hinausreichte. Bei besonderen Ereignissen war er als immer bestens informierter Journalist ein gefragter Interviewpartner, den ausländische Radiostationen ausserdem gleich mit Sendebeiträgen beauftragten.

Sein Netzwerk konnte Walter B. Wohlwend als Pressechef bei der Hochzeit von Fürst Hans-Adam II. und Fürstin Marie sowie als Medienbeauftragter bei der Hochzeit des Erbprinzenpaares und beim Papstbesuch einsetzen, als jeweils viele Journalisten aus dem Ausland anreisten. Unvergessen bleibt ein «Presseseminar», das er vor den Feierlichkeiten zum 40jährigen Regierungsjubiläum von Fürst Franz Josef II. organisierte und Journalisten der Magazine Stern, Spiegel und Capital, die Deutsche Presseagentur, das Schweizer Fernsehen, BBC London und sogar die sowjetische Agentur Tass nach Vaduz lockte.

Auch nach seinem Ausscheiden als Chefredaktor beim Liechtensteiner Volksblatt im Jahr 1984 blieb Walter B. Wohlwend der Medienszene eng verbunden. Insbesondere das Medium Radio übte auf ihn eine besondere Faszination aus, so dass es für seine Freunde keine Überraschung war, dass er sich nach dem Aufbau eines eigenen Medienbüros intensiv mit der Verwirklichung eines liechtensteinischen Radiosender beschäftigte. Symbolträchtig am Staatsfeiertag 1995 konnte sein Lieblingskind, der Privatsender Radio L, auf Sendung gehen. Ob es ohne diese Pionierleistung heute einen Landessender geben würde, darf bezweifelt werden.

Neugier, Kontaktfreude, Netzwerkbildung, immer am Puls der Aktualität – das sind einige Eigenschaften, die den Journalisten und LPC-Gründer Walter B. Wohlwend auszeichneten, der von Fürst Hans-Adam II. mit dem Titel «Fürstlicher Rat» geadelt wurde, als erster und bisher einziger Journalist. Nun hat WBW, wie er von Freunden genannt wurde, diese Welt verlassen. Zurück bleiben die Erinnerungen an seine Pionierleistungen, aber auch die Erinnerungen an eine aktive, innovative, mutige Persönlichkeit und an einen liebenswerten Kollegen.»

 

 

 

11. Jul 2018 / 11:19
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