• Asian doctor and an assistant in the operating room for surgical venous vascular surgery clinic in hospital.
    Die in der Schweiz bereits entnommenen Nieren werden Empfängern in Italien, Spanien oder Frankreich zugeteilt.  (ake1150sb)

Vier Liechtensteiner warten auf Niere

Swisstransplant gab bekannt, Lebendspenden und Nierentransplantationen einzustellen. Spitalbetten sollen für Corona-Patienten frei bleiben.

Die Schweizer Spitäler sind gut gefüllt, alle verfügbaren Ressourcen stehen im Einsatz und es wird geschaut, dass möglichst viele Betten für Patienten frei bleiben, die wegen der Corona-Pandemie hospitalisiert werden müssen. Auch in Liechtenstein wurden aus diesem Grund nicht zwingende ärztliche Behandlungen verboten. Um weiter Entlastung zu schaffen, hat am vergangenen Dienstag auch Swisstransplant den Entscheid bekannt gegeben, die Lebendspende von Organen sowie die Nierentransplantation von verstorbenen Spendern bis auf Weiteres einzustellen. Entnommene Nieren werden derzeit Empfängern in Frankreich, Italien oder Spanien zugeteilt, damit die Menschen auf den dortigen Wartelisten profitieren können. 
Von den insgesamt 1431 Personen auf der Warteliste der Schweiz – darunter sechs Liechtensteiner – warten 1024 auf eine Niere (davon vier aus Liechtenstein) und 208 Empfänger auf eine neue Leber (davon eine Person aus Liechtenstein). Laut Franz Immer, CEO von Swisstransplant, wird dieser Unterbruch in der Schweiz dazu führen, dass sich einerseits die Lebendspende verzögert und andererseits auch Menschen länger warten müssen, die auf eine Spende eines Verstorbenen angewiesen sind. «Leider bedeutet dies für jene Personen eine längere Zeit an der Dialyse mit all den damit verbundenen Konsequenzen», sagt Immer weiter. 

Verfügbarkeit der Ressourcen hat Priorität
Trotz dieser für die wartenden Empfänger teils weitreichenden Konsequenzen haben sich die in der Schweiz verantwortlichen Nierentransplantationszentren zu diesem Schritt entschieden. Weshalb? Der CEO von Swisstransplant erklärt: «Man wollte nicht Ressourcen binden, mögliche Empfänger gefährden und damit die Betten für jene Patienten freihalten zu können, die aufgrund der Corona-Pandemie dringlich hospitalisiert werden müssen.» Bei der Nierenlebendspende handele es sich ausserdem um einen geplanten Eingriff, der gut verschoben werden könne, ergänzt Franz Immer. Sobald sich die Situation wieder normalisiert, wird das Programm schliesslich auch wieder aufgenommen. «Das ist unser aller Bestreben. Das Wohl der Bevölkerung, die Verfügbarkeit der Ressourcen, die heute regional schon sehr knapp sind, hat in dieser Situation aber absolute und erste Priorität», betont der CEO von Swisstransplant. 

Wann mit der Wiederaufnahme des Programms gerechnet werden kann, ist laut Franz Immer jedoch schwierig zu sagen. Persönlich glaube er, dass das Virus die Schweiz und Liechtenstein sicher noch bis in den Sommer hinein beschäftigen werde. «Wenn nicht länger. Die Spitze der Pandemie ist trotz aller Massnahmen leider noch lange nicht erreicht.» Dennoch ist die Situation schweizweit nicht überall gleich. Deshalb entscheidet Swisstransplant zusammen mit den Intensivstationen und den Transplantationszentren täglich über die Verfügbarkeiten und die damit verbundenen Konsequenzen. 

33 Prozent waren Lebendspenden
Gewisse Organe können von Lebendspendern – also von lebenden Personen – transplantiert werden. In der Schweiz ist es möglich, die Nieren und einen Teil der Leber zu transplantieren. Im Ausland werden auch Teile der Lunge, des Dünndarms und sehr selten der Bauchspeicheldrüse von Lebendspendern transplantiert. Jährlich sind es rund 100 Nierenlebendspenden und nur ganz wenige Leberlebendspenden. 2019 waren es laut Franz Immer weniger als fünf. Hin­gegen machten die Lebendspenden einer Niere im ver­gangenen Jahr 33 Prozent der Gesamtzahl aller Nierentransplantationen aus. (jka)

22. Mär 2020 / 20:33
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