• Washing Hands
    An häufigem Händewaschen kommt aktuell niemand vorbei. Das hat für die Haut oft Folgen.  (istock)

Viel Segen und ein wenig Fluch

Seife und Desinfektionsmittel sind aktuell unerlässlich – schädigen die Haut aber kurzfristig.

Um sich der gegenwärtigen Ausnahmesituation bewusst zu sein, reicht vielen Menschen  bereits ein Blick auf ihre Hände. Der rege Gebrauch von Seifen und Desinfektionsmitteln, um den immerzu propagierten Hygienebestimmungen Folge zu leisten, hat deutliche Spuren hinterlassen. Die Haut ist gerötet, rau und weist mitunter auch kleine Wunden auf.
Vermeiden lässt sich das kaum. Beides, Seife und Desinfektionsmittel, wirkt fettlösend. Bei übermässigem Gebrauch, wie er im Zuge der Corona-Pandemie stattfindet, ist daher  eine zunehmenden Zerstörung der Hornfettschicht die lo­gi­sche Folge. «Die Haut», erklärt der in Schaan praktizierende Hautarzt Norbert Hilty, «wird dadurch reizbarer.» Und begünstige so das Entstehen eines sogenannten kumulativ toxischen irritativen Ekzems. «Dabei entzündet sich die Haut, Rötungen und Juckreiz sind die Folge, die Kratzantwort kann dann wiederum zu Verletzungen der Haut führen – sodass insgesamt ein sich selbst unterhaltender Kreislauf der Entzündung entsteht.»

Vollständige Abheilung ist die Regel
Grundsätzlich ist die Häufigkeit der Anwendung massgeblich für das Ausmass der Schädigung. Nach sehr langer Zeit können gemäss Hilty zudem «chronisch entzündliche Hautveränderungen» auftreten. In aller Regel stellt die Haut des Menschen jedoch durchaus Nehmerqualitäten unter Beweis. «Nach Beendigung der übermässigen Anwendung kommt es meist wieder zu einer vollständigen Abheilung», so der Dermatologe. Mit Langzeitfolgen sei im Normalfall also nicht zu rechnen.
Doch was kann in der Phase, während der das kumulativ toxische irritative Ekzem sich bemerkbar macht, zur Linderung unternommen werden? Ein Verzicht auf Seife und Desinfektionsmittel – dies kann, auch wenn es mittlerweile den meisten klar sein dürfte, nicht stark genug herausgestrichen werden – ist definitiv der falsche Weg. Um den Biss in den sauren Apfel kommt niemand herum. «Aktuell müssen Prioritäten gesetzt werden – Händewaschen und Händedesinfektion gehören zu den wichtigsten Massnahmen zur Eindämmung der Übertragung», sagt auch Norbert Hilty.

Handcremes helfen bei der Regeneration
Doch es gibt andere Möglichkeiten. Eine vorübergehende Anwendung einer Kortisonsalbe könne die Symptome beispielsweise lindern, so der Hautarzt. Ausserdem unterstütze die Pflege mittels Handcremes – insbesondere in der Nacht – die Regeneration der Haut. Handcremes leisten deshalb wertvolle Dienste, weil sie meist zusätzliche Feuchthaltefaktoren und ausreichend Fette enthalten. Indem sie aufgetragen werden, «kommt es zu einer gebundenen Rückführung von Fetten in die Hautoberfläche».
Nach ebendieser Fähigkeit bemisst sich denn auch die Wirksamkeit von Hausmitteln, wie Hilty anmerkt. Das bei Ekzemen gerne angepriesene Olivenöl gehört nicht zu dieser Kategorie. Es sorge für keine Bindung, sondern hinterlasse «nur einen dünnen, fetten und unangenehmen Film». (bo)

19. Mär 2020 / 18:42
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