• Bereits im vergangenen Jahr hat die Regierung die Frage nach einer staatlichen Subvention von Ernteausfallversicherungen überprüfen lassen.
    Bereits im vergangenen Jahr hat die Regierung die Frage nach einer staatlichen Subvention von Ernteausfallversicherungen überprüfen lassen.  (CYRIL ZINGARO)

Staatlicher Zustupf für Landwirte denkbar

In der Schweiz könnten Bauern für Risikoversicherungen bald Bundesgelder bekommen – Liechtenstein beobachtet die Entwicklungen.

Trockenheit, Überschwemmungen und Hitzewellen – Wetterkapriolen, die in Zukunft auch aufgrund des Klimawandels immer häufiger auftreten werden. Davon betroffen sind vor allem auch Landwirte, die auf ihre Ernte angewiesen sind. Absichern können sie sich mit einer Ernteschutzversicherung. Solche Risikoversicherungen sind hierzulande jedoch nicht verbreitet, auch weil sie mit hohen Prämienkosten verbunden sind.

In den USA nimmt der Staat den dortigen Bauern rund zwei Drittel dieser Prämienkosten ab. Somit sind dort gut 85 Prozent der Ackerbaufläche versichert. Eine enorm hohe Zahl verglichen mit der Schweiz. In der Eidgenossenschaft sind rund 15 Prozent gegen Trockenheit und weitere 15 Prozent gegen Frost versichert – die Zahlen unterscheiden sich jedoch je nach Anbausorte. Nun soll das Modell der USA auch in der Schweiz eingeführt werden. Das jedenfalls schlägt der Bundesrat in der Agrarpolitik 2022 bis 2025 vor. Laut einer Studie des Bundesrats eine Lücke beim Schutz gegen Dürre und Frost.  Damit ändert die Regierung laut der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) ihre Haltung – diesen Meinungsumschwung führt die Zeitung auch auf den neuen Agrarminister und früheren Winzer Guy Parmelin zurück.

Geringe Anzahl an Bauern bei Ernteausfall versichert
Der Vereinigung Bäuerlicher Organisationen (VBO) liegen keine konkreten Zahlen vor, wie viele Landwirte in Liechtenstein gegen Wetterkapriolen versichert sind. Sie geht aber von einer geringen Anzahl aus. Dies nicht zuletzt, weil auch die beste Versicherung das Schadensausmass nur bedingt abdeckt, so der VBO. Trotzdem könne das finanzielle Risiko durch eine Versicherung gesenkt werden. «Versicherungslösungen sollen gezielt, aber zurückhaltend eingesetzt werden», so die VBO.
Ob der Staat hier eingreifen soll, muss laut VBO genau beobachtet werden. Wird die Schweiz mit einer amerikanischen Lösung aufwarten, sollte nach Ansicht der VBO dafür gesorgt werden, dass auch die Liechtensteiner Bauern gleiche Rahmenbedingungen vorfinden und nicht benachteiligt werden. Dem pflichtet auch das Ministerium für Umwelt bei. Die Entwicklungen in der Schweiz werden aktiv verfolgt. Führt die Schweiz ein solches Gesetz ein, dann würde eine finanzielle Beteiligung an den Prämien laut dem betreffenden Ministerium, aufgrund der engen wirtschaftlichen Verflechtungen mit der Schweiz, Sinn ergeben. Grundsätzlich jedoch sei die Liechtensteiner Gesetzeslage von einem allfälligen Entscheid der Schweiz nicht direkt betroffen.
Neu ist dieses Thema für die Regierung nicht. Bereits im vergangenen Jahr hat sie aufgrund der Trockenheit die Frage nach einer staatlichen Subvention solcher Versicherungen geprüft. Ähnlich den früheren Beiträgen an die Kosten der Hagelversicherung. Es bestünden laut dem Ministerium für Umwelt aber viele offene Fragen. Dabei wird auf den Schweizer Vernehmlassungsbericht vom November 2018 verwiesen. Mittlerweile hat sich die Meinung des Bundesrates aufgrund der Ergebnisse der Vernehmlassung aber geändert. Die weiteren Schritte würde das Ministerium, wie bereits erwähnt, genau beobachten.

Staat kennt Subvention von Risikoversicherung nicht
Das liechtensteinische Landwirtschaftsgesetz aus dem Jahr 2008 sieht – gegenüber früher – keine Subvention von Prämien für Wetterereignisversicherungen vor. «Dasselbe gilt für Ertragsausfälle in Folge von Extremwetterereignissen», erklärt das Ministerium. Somit gab es, trotz Forderung der VBO, im vergangenen Jahr keine Entschädigungen für Ernteausfälle vom Staat. Entschädigungen beim Ernteausfall aufgrund von Pflanzenkrankheiten oder einem ausserordentlich starken Befall von Schädlingen sind möglich.

20. Sep 2019 / 22:20
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