• 3. Country und BBQ-Festival, Schaan
    Das Festival auf dem Lindaplatz in Schaan entführte die Besucherinnen und Besucher in den Wilden Westen.

Schaan im Country-Fieber

Am vergangen Wochenende fand rund um den Lindaplatz in Schaan zum dritten Mal das Country und BBQ Festival Liechtenstein statt. Dieses hielt neben grossen Stars aus der Szene auch diverse weitere Attraktionen bereit, die zum Verweilen einluden.

Die Organisatoren hätten sich wohl kaum ein besseres Datum für ihr Fest aussuchen können, denn am Pfingstwochenende tanzte die Sonne am stahlblauen Himmel über Schaan und schenkte den Gästen hochsommerliche Temperaturen. Das Country und BBQ Festival lockte so nicht nur beim kostenpflichtigen Abendprogramm Scharen von Menschen aus nah und fern ins Oberland, sondern vermochte auch am Nachmittag durch ein liebevoll zusammengestelltes Rahmenprogramm zu überzeugen.

Einmal Wilder Westen für alle

Neben dem bei solchen Veranstaltungen fast schon obligatorischen Rodeoreiten gab es viele weitere Bauten und Stände, die den Lindaplatz für ein paar Stunden ins Death Valley verwandelten. Wie bei den besten Spaghetti-Western gab es einen furchteinflössenden Galgen, eine kleine Kapelle und zusätzlich ein paar Sheriffs, die nach dem Rechten sahen. Anders als im Wilden Westen waren sie hier aber nicht hinter Ganoven her, sondern vielmehr als Security und Zeremonienmeister beschäftigt. Die von ihnen aufgelisteten wichtigsten Regeln waren dann auch vor allem, dass sich die Besucher amüsieren, dass sie in Freundschaft kommen und dass sie kräftig zugreifen bei den Köstlichkeiten vom Grill. Dies schien für niemanden ein gröberes Problem darzustellen, denn die kollektive Sehnsucht nach der Ferne, umrahmt vom Besten, was das Genre anzubieten hat, regte zu spannenden Gesprächen an, was die Zeit auf dem Festplatz ziemlich gemütlich und sehr kurzweilig erscheinen liess.

Traditionen weitergeben

Neben der Dekoration, währschaften Delikatessen vom Grill und grossen Melodien wurde auch die Leidenschaft für Country und amerikanische Traditionen an die Interessierten weitergegeben. Wer seinen Cowboyhut zu Hause gelassen hatte, konnte sich vor Ort einen neuen besorgen und auch ein Gitarrenladen lud die Zuschauer zum Ausprobieren ein. Als grosse Publikumsmagnete stellten sich das Ponyreiten bei den Kleinen und der Line-Dance-Workshop bei den Erwachsenen heraus. Das Erlernen der Saloontänze auf dem grossen Tanzparkett zauberte vor allem den weiblichen Gästen ein Strahlen aufs Gesicht, sodass die Tanzbretter jeweils nur für wenige Minuten ungenutzt blieben. Eine weitere Tradition, die vorgeführt wurde, war die Handwerkskunst des Hufschmieds, was in der heutigen Zeit, in der viel digitalisiert und maschinell abgehandelt wird, Eindruck zu hinterlassen vermochte.

Das soziale Gewissen der Cowboys

Trotz der festlichen Stimmung liessen die Livebands auch hin und wieder kritische Töne einfliessen. Denn wie US-Präsident Trump den Klimawandel leugne, gehe «auf keine Kuhhaut», liess die Band Roberts und Roberts in einer Ansage verlauten. Auch wenn Countrymusik oft das Bild von einer heilen Welt vermittelt, sei es doch wichtig, bei sozialen Missständen seine Stimme zu erheben. Das erklärten die Vertreter der Organisation «Bikers against Child Abuse» Schweiz. In den USA werden seit jeher missbrauchten Kinder von Bikern Schutz und Heimat geboten. Es sei ihnen eine Ehre, dass diese Bewegung jetzt auch in der Schweiz angekommen sei. Dieses soziale Gewissen, das friedliche Miteinander in der Westerstadt sowie die Auftritte von internationalen Stars wie Doug Atkins oder Ben und Noel Haggard machten das Festival zu einem stimmigen Gesamtpaket, das in der Region einzigartig ist. (ci)

10. Jun 2019 / 16:27
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